Gehört: Blood on Wheels – Blood Money

Blood on Wheels nennt sich die Band aus Norwegen, die von sich behauptet, niemals müde zu werden, wenn es darum geht, den Classic Rock zu respektieren. Bei so einer Aussage gehen die Öhrchen auf Habachtstellung, gehört die Encyclopedia of Swedish Hard Rock and Heavy Metal doch zum Standardwerk auf dem Nachtisch.

Ja, ja, Schweden ist nicht Norwegen, aber Norwegen ist auch Skandinavien und die Leute aus dem hohen Norden wissen in Sachen Rockmusik definitiv, wo der Frosch die Locken hat. Ein klein wenig muss ich allerdings auf die Euphoriebremse treten. Wer beim Gedanken an Classic Rock sofort einen Steve-Perry-Lookalike-Contest ausruft, findet mit Bloody Money nicht den passenden Soundtrack. Mit dem Arena Rock der 80er-Jahre haben Blood on Wheels nicht viel gemein, geht es hier doch wesentlich härter zur Sache.

Die Songs, die auf dem dritten Output rausgehauen werden, sind allesamt fett, schmierig, polternd, bratend, breitbeinig. Richtig schön in der Tradition skandinavischer Schweinrockbands wie Glucifer, Backyard Babies oder die Hellacopters. Damit schließt sich dann auch wieder der Kreis zum Classic Rock. Die fünf Norweger haben den Sound von Rock-, Soul-, Garagen- und Rock’n’Roll-Bands der 1960er- und 70er-Jahre fest in ihrer Band-DNA verankert. Ein wenig Queens Of The Stone Age und Konsorten wurde auch gehört. Man lebt in Norwegen ja nicht ausschließlich in der Vergangenheit.

Eine kleine Anmerkung am Rande sei zum Abschluss erlaubt. Vielleicht kann man für die Zukunft etwas mutiger in schnittige Leadgitarren und Soli investieren. Das wäre dann der Moment, wenn aus endgeil endSgeil wird!


Blood on Wheels – Blood Money // Crispin Glover Records / Stickman // VÖ: 22.06.2018 // Homepage