11. August
Black Lips im STROM

Schwarze Lippen soll man küssen.

Sex, Drugs & Rock’n’Roll – seit Urzeiten bestehende Pfeiler, auf denen eine anständige Rockband zu stehen hat. Mehr als bewusst über diese Tatsache waren sich wohl auch die Black Lips (Atlanta, Georgia), die sich bei ihrer Gründung 2000 auf diese Grundsäulen berufen wollten. Mit Erfolg.

Bevor man über zerstörte Hotelzimmer redet, sollte man festhalten, dass die Black Lips einen grandiosen Sound zu bieten haben. Rumgrölen und Draufhauen kann ja jeder. Aber schön Rumgrölen und gezielt Draufhauen, das können nur Ausnahmebands wie diese hier, die mit ihrem mit Testosteron aufgetankten Flowerpunk graziös verzerrte Garagerockriffs in die weite Welt versenden.

Das ganze World Wide Web der Rockbühnen haben sie bereist und vielerorts Jubelschreie für ihre exzentrisch, brachial-grazile Liveshow geerntet. Außer vielleicht in Locations, die danach wegen Brandschutzbestimmungen geschlossen werden mussten.

Dass sie nach 14 Jahren Bandgeschichte und sechs Studioalben nicht mehr jedes Drumkit unter Benzinflammen zerstampfen, ist aber auch normal – jeden Tag eine Gitarren anzünden wird auch irgendwann langweilig. So sind sie scheinbar etwas anständiger geworden, doch kann auch heute noch,  der ein oder andere Bass nach Lust und Laune der jeweils eingeschmissenen Droge das Fliegen lernen.

Man darf gespannt sein, was die vier Jungs auf der diesjährigen Tour so umtreibt, wenn sie mit ihrem aktuellen und hoch zu empfehlenden Album Underneath The Rainbow im Strom den selbigen anzapfen.

Und wenn ihr nicht gerade Techno hört, kann ich Euch versprechen, dass es grossartig wird!

>> Black Lips

TEXT: FELIX DAHLMANNS