BIG SKIES in der Südstadt

BIG SKIES spielen am 19. September in München: Britpop in der Südstadt: Das passt!

BIG SKIES, das sind keine Engländer in New York, sondern in Berlin. Und ein Kanadier ist auch noch dabei. Schon mal interessant. Noch interessanter ist, wie sie nach Berlin gekommen sind. Es klingt wie die Geschichte von dem Mann, der kurz Zigaretten holen ging und nie wieder zurückkam. Die drei Briten von BIG SKIES, nämlich Jim Cubitt (Gesang und Gitarre), Adam Neal (Bass) und Jack Wharton (Gitarre), standen in einem Pub in London beeinander, fanden ihr Leben fad und machten sich auf, ihr Glück in Berlin zu versuchen. Das klingt wie eine weitere Geschichte der Bremer Stadtmusikanten.

Ganz so glatt wie im Märchen lief es natürlich nicht. Erst hingen die Jungs nur so rum und bald schien es wie in einer ganz anderen Geschichte: Nämlich die Geschichte von dem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Dazu kam es aber doch nicht, denn sie trafen Alex Cumming, den Kanadier. Ein Schlagzeuger, der die Band komplettierte und offenbar neue Energien entfachte – und zwar in erheblicher Geschwindigkeit.

Nach Auftritten im SO36 und anderen Berliner Clubs nahmen BIG SKIES sechs Songs auf. Vier davon erschienen just am 23. August 2013 als sebstbetitelte EP. Die vier Songs können sich sehen lassen. Die Single nennt sich „Come up and feel it“. The Verve lassen grüßen, stört aber nicht, ist sogar schön.

„Halo“ und „Cherry Coke“ sind wesentlich fetziger. „Glow“ hingegen driftet vor sich hin. Wenn man die Augen schließt, kann man sich einen Park vorstellen. Im Liegen genießen ist bei dem Lied auch nicht blöd. Psychedelischer Britpop heißt das Genre. Es existieren sogar handgeschnitzte Videos dazu, die das Psychedelelische ganz gut rüberbringen.

Britpopiger geht es eigentlich kaum mehr. Englische Hungerhaken im Oxfam-Vintage-Style. Wem Oasis gefällt, der ist hier auch nicht falsch. Es scheint ja eine schöne Tradition bei jungen englischen Bands zu sein, erst mal in Deutschland Land zu gewinnen. Oftmals hat das durchschlagenden Erfolg gehabt. Das Werk der Liverpooler Pioniere aus den 60er-Jahren klingt sogar immer noch durch. Möglicherweise hat der deutsche Konzertgänger das Glück, der Geburtsstunde eines ebenso großen Erfolgs beizuwohnen.

Uns Münchnern bietet sich eine Gelegenheit gleich nach den Sommerferien, am 19. September in der Südstadt.

TEXT: Sonja Pawlowa