Ein Heart für Bart – Beard Bar in Sendling

Die Beard Bar ist eine Bar für richtige Männer mit richtig viel Bart. Und deren Freundinnen ohne viel Bart. Und wiederum deren Freunde mit nur ein wenig Bart. Oder ganz ohne. Der bärtige Betreiber Seppi sowie der Bart tragende Barmann Shaun verdrücken noch schnell eine Pizza, bevor sie uns von den Anfängen ihrer Sendlinger Bar erzählen.

Welches bärtige Konzept steckt hinter dem Namen?

Seppi: Ich liebe und pflege meinen Bart. Außerdem kommt er bei der Frauenwelt gut an. Ursprünglich wollte ich den Laden Beard Baron Bar nennen, das war dann aber doch zu lang. Mir haben alle möglichen Sprüche im Zusammenhang mit Bärten, und wie damit gespielt wird, gut gefallen. Dass echte Männer Bärte tragen, und sich auch mal ein bisschen lustig machen über die, die keinen haben. Natürlich ist hier jeder willkommen, auch ohne Bart. Aber wenn man reinkommt und was zum Schmunzeln hat, dann ist das schon schön.

An euren Wänden hängen ja auch überall kleine Tafeln mit diesen Sprüchen…

Seppi: Zum Teil sind sie aus dem Netz, zum Teil von Gästen, die wir auf Facebook dazu aufgerufen haben, uns kreative Sprüche zu schicken.

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Eure Preise sind merklich günstiger als in anderen Bars. Wie funktioniert das?

Seppi: Normalerweise kalkulieren Gastronomen den Faktor Miete mit ein. Das fällt bei mir zum Großteil weg, denn ich zahle für meinen Laden in dieser Lage ca. ein Drittel von dem, was ich beispielsweise im Glockenbachviertel zahlen würde. Das Sendlinger Klientel ist zudem nicht das reichste, weiß aber dennoch qualitativ Gutes zu schätzen und zahlt seinen Preis dafür. Somit halten wir uns gegenseitig die Waage, und das funktioniert sehr gut.

Hattet ihr vorher schon Erfahrung im Gastrobereich?

Shaun: Ja. Ich war Koch im B3, einer asiatisch angehauchten Burger-Cocktail-Bar. Klingt abenteuerlich, war aber wirklich stylisch und cool. Seppi war auch dort schon der Betreiber, mit zwei weiteren Kollegen. Jedoch war das Ganze durch die Lage, in der Nähe vom Sendlinger Tor, und den damit verbundenen Kosten auf Dauer nur schwer zu halten. Da haben wir es hier in unserem kleinen Wohnzimmer gemütlicher und stressfreier.

Ich war schon mehrere Male da und hier läuft immer Hip-Hop. Gehört das zum Konzept?

Seppi: Wir hören Hip-Hop einfach sehr gerne. Was hier läuft, ist mir privat auch zu soft, aber für die Bar ist es optimal. Es gibt tolle Songs aus den 80ern und 90ern und coole Remixe. Klar, wir haben auch ein paar gemischte Playlisten, es soll sich ja jeder hier wohlfühlen. Vielleicht mache ich in Zukunft auch Mottoabende, dann gibt’s montags Pop, dienstags Black … mal sehen. Aber bisher hat sich niemand beschwert, also lassen wir es erst mal so.

Man kann in der Beard Bar kostenlos sein Handy aufladen, ohne es aus der Hand zu legen. Wie geht das?

Seppi: Wir haben uns ein paar Gimmicks überlegt, um die Leute länger in der Bar zu halten. Ich kenne genug Leute, die nervös werden, wenn ihr Akku nur noch 20 Prozent anzeigt. Also haben wir verschiedene Akkupads, die zu allen gängigen Smartphones passen. Diese verleihen wir gegen einen Pfand. Der Gast muss sein Handy dabei nicht aus der Hand legen, das kommt schon ganz gut an. Die Idee haben wir von der Wies’n, wo man allerdings eine Leihgebühr zahlen muss.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Shaun:
Die Leute sollen einfach reinkommen und sich wohl fühlen. Wir sind eine kommunikative und flirtfreudige Bar. Seit dem 12. Dezember 2014 sind wir jetzt hier und schwimmen auf einer Welle der Begeisterung, das darf gerne so weitergehen!

Seppi: Mein Traum ist es, dass die Kundschaft irgendwann mal eine große Clique ist, ähnlich dem Heilig Geist Stüberl am Viktualienmarkt, das jetzt leider schließen muss. 300 Leute, die man beim Namen kennt und mit denen man einfach eine gute Zeit hat.

So, jetzt ist aber Schluss, ich rede zu viel. Jedes Mal, wenn ich über den Laden rede, komm ich in so einen Fluss rein und denk mir, ich muss aufhören, die Leute sind doch gelangweilt. Komm, jetzt trinken wir erst mal einen Schnaps!


Beard Bar // Implerstraße 12 a

>> Die Beard Bar hat leider Anfang 2016 dicht gemacht. Wie und ob es weitergeht, erfahrt ihr auf der Beard Bar-Facebook-Seite.