17. Februar:
AZAD im Backstage

Es ist da! Das neue AZAD-Album Leben II und mit ihm eine Tour, die das Deutsch-Rap-Urgestein gleich auf der dritten Station nach München bringen wird. Das Album erschien knapp fünfzehn Jahre nach dem Debütal Leben und mehr als sechs Jahre nach der letzten Veröffentlichung. Das Warten hat sich gelohnt.

Im Gegensatz zu anderen Künstlern aus der Straßen- und Gangster-Rap-Ecke dreht sich hier nicht alles um Statussymbole und Beleidigungen anderer. Was natürlich nicht heißen soll, dass die „Faust des Nordwestens“ den Kuschelkurs fährt. In Tracks wie „T-Rex“ oder „Brenn“ bringt der Künstler eine Aggressivität auf die Bühne, die er selbst als „flächendeckendes Zerfickungsprogramm“ bezeichnet.

In den Lyrics von „Nicht wie ihr“ gibt es nicht nur die deutliche Information, dass er sich von anderen Künstlern in seinem Genre distanziert. Er nennt auch ganz konktrete Gründe für diese Distanzierung.

Ich hab’ vor Frauen Respekt und schreib’ nicht sexistische Texte
Sohn einer Frauenrechtlerin, erzogen mit diesem Denken
Bin nicht wie ihr
Unterdrückte Minderheit und Außenseiter kenn’ ich gut
Und ich hab’ Respekt vor jeder Religion, mir ist egal, wie sie heißt

Das Gedankengut von AZAD geht weit über Pitbulls, Fitness-Studios und Erfolg im Musikgeschäft hinaus. In einer Zeit, in der die Bevölkerung unseres Landes an den Herausforderungen der Flüchtlingsintegration in – teils sehr extreme – unterschiedliche Lager zu zerbrechen droht, nimmt AZAD, der als kurdisches Flüchtlingskind nach Deutschland kam, eine besondere Rolle ein. Seit über dreißig Jahren lebt er schon in Deutschland und ist schon ähnlich lange ein Teil der deutschen HipHop-Szene. Einer der besten Tracks von Leben II ist übrigens „Rap“: eine Ode an die Anfänge und seine jahrzehntelange Liebe zum Rap. >> zum Video


AZAD  >> Homepage // Support: Kianush // 17. Februar 2016 // Backstage // 20 Uhr // VVK 19 Euro zzgl. Gebühren  


Die Gewinner unserer Verlosung wurden gezogen und informiert!


About Christian Gretz

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Jahrgang 1980, geboren und aufgewachsen im Allgäu. Nach dem BWL-Studium erster Job in München in einer Marketingagentur mit ausschließlich spanischen Kunden, die unwillig waren, Englisch zu reden – letztlich der Grund dafür, dass er heute fließend Spanisch spricht. Den Projektmanagerjob nach sieben Jahren an den Nagel gehängt, gegen einen Rucksack getauscht und den Globus umrundet. Seit Sommer 2011 wieder zurück (in der curt-Redaktion und) im geliebten München und damit beschäftigt, das selbstgegründete Stadtführungsunternehmen „ui muenchen“ (www.ui-muenchen.de) zum Erfolg zu führen. Mit jeder Menge Liebe für – und detaillierten Infos über – die schönste Stadt weit und breit. Nicht nur für Touristen. Auch für Münchner!