Auf DVD/Blu-ray: Thriller Special – Teil 2

Pause? Muss heute ausfallen. Wer schon durch ist mit den Filmen unseres ersten Teils, darf im zweiten einen Blick auf vier weitere Thriller treffen und dabei ein fettes Paket abstauben.

„The Package – Killer Games“
Eins vorneweg, der Untertitel „Killer Games“ findet sich exklusiv in der deutschen Fassung. Wer sich dadurch an Filme „Tribute von Panem“ erinnert fühlt und entsprechendes auch hier erwartet: Fehlanzeige. Da bringt es der englische Titel „The Package“ doch viel deutlich auf den Punkt, worum es geht. Ein Päckchen nämlich, das Tommy zu einem mysteriösen Gangsterboss bringen soll, der überall nur „der Schwede“ genannt wird. Als besserer Laufbursche unterwegs zu sein, stößt dem hauptberuflichen und äußerst brutalen Schuldeneintreiber zwar sauer auf, aber eine große Wahl hat er nicht: Sein Bruder Eddie sitzt im Knast und schuldet Tommys Boss Big Doug eine ganze Menge Geld. Also macht sich Tommy grummelnd auf den Weg und wird bald von einer Reihe weiterer Verbrecher verfolgt, die ebenfalls hinter dem Päckchen her sind.

Koloss Steve Austin trifft auf Schwedenhüne Dolph Lundgren – da reiben sich Fans schon im Vorfeld die Hände, verspricht das doch Actionszenen satt. Doch dieses Versprechen wird nur teilweise eingelöst. Erst zum Ende begegnen sich die beiden Genrelegenden überhaupt. Kampfszenen gibt es dafür mehr als genug, mal mit Waffen, mal per Faust, meistens tödlich. Die sind auch gekonnt in Szene gesetzt, ohne aber in irgendeiner Form hervorzustechen. Das Gleiche gilt auch für die inhaltsleeren Charaktere und die Story, die erwartungsgemäß nicht viel zu erzählen hat und eher Mittel zum Zweck ist, zahlreiche Auseinandersetzungen zeigen zu dürfen. Das ist okay, mehr braucht der nicht sonderlich ambitionierte Film auch nicht. Geboten wird launige und kompetent umgesetzte Haudraufaction.

Regie: Jesse V. Johnson; Darsteller: Steve Austin, Eric Keenleyside, Dolph Lundgren; VÖ: 11. November 2013

„The Honor of Killing“
Vier Jahre Knast, bei wem würde das keine Spuren hinterlassen? Bei Charlie Rankin gibt es noch ganz andere Nachwirkungen als Tätowierungen und eine Abneigung gegen Duschen, dafür weiß ein Mann zu sorgen, den sie alle nur Buddha nennen. Der war eine Art Mentor für Charlie und lässt sich diese Dienste im Anschluss durch einen schönen kleinen Mord bezahlen. So der Plan. Nur dass Charlie Schwierigkeiten hat, seine fünf Sinne beieinanderzuhalten und bei seinem tödlichen Einbruch die Frau des Opfers am Leben lässt. Doch nicht sie sorgt für weitere Verwirrungen, sondern eine andere, der er im Bus begegnet: Florence. Die arbeitet entweder als Prostituierte oder Schauspielerin – vielleicht auch beides – und beginnt mit dem Exsträfling eine Affäre.

Was geschieht wirklich, was nur in Charlies Kopf? Von Anfang an gibt sich „The Honor of Killing“ sichtlich Mühe, diese Frage offenzulassen. Die Sicht verschwimmt immer wieder, einige Gespräche wirken wie Selbstgespräche, Menschen tauchen plötzlich auf und verhalten sich nicht so, wie man es von ihnen vielleicht erwarten dürfte. Das zeigt sich vor allem an Florence, von der wir bis zum Schluss nicht so genau wissen, wer das eigentlich ist. Hinzu kommen Szenen, die ganz eindeutig surreale Züge tragen. Diese bewusste Verschleierung der Grenzen ist ein ebenso etabliertes wie legitimes Stilmittel, um Spannung zu erzeugen – gerade im Thrillergenre. Nur leider reicht das im Fall von „The Honor of Killing“ nicht aus, damit auch wirklich ein unterhaltsamer Film daraus wird. Denn dafür passiert schlicht nicht genug, die meiste Zeit geht für Dialoge zwischen Charlie und Florence drauf, die zwar seltsam, aber nicht fesselnd sind.

Regie: David Jacobson; Darsteller: Stephen Dorff, Michelle Monaghan, Willem Dafoe; VÖ: 29. November 2013

„Operation Olympus – White House Taken“
Der Präsident ist da, der Präsident ist da! Was hierzulande niemanden mehr vom Fernseher weglocken würde, ist in den USA immer noch eine große Sache – vor allem für so eine kleine Stadt wie Suddenly. Doch ebenso groß ist auch die Gefahr, dass jemand die Gelegenheit nutzen und einen Anschlag auf das Staatsoberhaupt planen könnte. Um das zu verhindern, gehen Mitglieder des Geheimdienstes von Haus zu Haus, prüfen die Schwachstellen, befragen die Bewohner. Auch Ellen erhält auf diese Weise Besuch von einigen Agenten. Was die Witwe jedoch zu dem Zeitpunkt nicht ahnt: Baron und seine Männer stehen gar nicht im Dienst des Präsidenten, sondern haben vielmehr selbst vor, diesen umzubringen. Nun liegt es an der Frau, ihrer Familie und dem Polizisten Todd, das Unheil noch abzuwenden.

Weitaus überraschender als die Entlarvung der vorgeblichen Agenten – das kündigt sich früh genug an – ist dass Hauptdarsteller Ray Liotta hier die Seiten gewechselt hat. Sonderlich sympathisch oder anspruchsvoll ist seine Rolle zwar auch hier nicht, trotzdem ist es schön, den Schauspieler ausnahmsweise mal nicht als Gangsterboss sehen zu müssen. Ansonsten wird Standard geboten, sowohl im Bezug auf die Geschichte als auch auf die Umsetzung. Uwe Boll, für grottige Videospielverfilmungen berühmt-berüchtigt, wird sicher auch hiermit kein Kritikerliebling werden, dafür ist „Operation Olympus – White House Taken“ letzten Endes zu gewöhnlich und unspektakulär. Auf der anderen Seite macht der deutsche Regisseur aber auch nichts wirklich verkehrt und sorgt für ausreichend Spannung. Kann man sich anschauen.

Regie: Uwe Boll; Darsteller: Ray Liotta, Dominic Purcell, Erin Karpluk; VÖ: 29. November 2013

„Crawlspace – Dunkle Bedrohung“
„Was haben die hier unten verdammt noch mal getrieben?“ Das trifft nicht nur die Situation ganz gut, als der Soldat von einem blutrünstigen Gorilla angegriffen wird, auch der Zuschauer wird in „Crawlspace“ mitten ins Geschehen geworfen. Wieso laufen solche Viecher herum? Weshalb bringen sich die Menschen alle gegenseitig um? Warum ist der Kontakt zur Außenwelt abgebrochen? Klar ist nur, dass in der geheimen Forschungsstation irgendwas verdammt Seltsames vor sich geht. Und auch, dass das Eliteteam eine Gefangene des Labors ausschalten soll. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn die sich auf einmal als die tot geglaubte Frau des Captains herausstellt. Die Einsatzbefehle missachtend, entschließt sich der Anführer daher, mit ihr zu fliehen und muss mitansehen, wie sein Team nach und nach eliminiert wird – ohne genau zu wissen wovon.

Verwirrend ist der australische Film also für alle Beteiligten, und es dauert auch eine ganze Weile, bis einem dämmert, was eigentlich hinter allem steckt. Aber das macht auch einen guten Teil der Spannung von „Crawlspace“ aus. Die Grundstimmung ist dabei klaustrophobisch-düster, wird aber oft von explosiven Schusswechseln durchbrochen. Der Science-Fiction-Film richtet sich damit klar an die Anhänger rasanter Actionsequenzen. Natürlich hat man Menschen, die wild um sich ballernd durch enge, dunkle Gänge flüchten, das ein oder andere Mal gesehen. Wirklich störend ist das aber nicht, zumal die Umsetzung des Überlebenskampfes kompetent genug ist, um einen bei der Stange zu halten. Außerdem ist die Grundidee dahinter recht interessant und bietet den Rahmen für diverse kreative, teils recht blutige Todesarten.

Regie: Justin Dix; Darsteller: Amber Clayton, Eddie Baroo, Peta Sergeant, Nicholas Bell; VÖ: 6. Dezember 2013

Aller guten Dinge sind drei. Falls demnächst ein Videoabend ansteht und ihr dafür noch Stoff braucht, dann kommt unser heutiges Gewinnspiel gerade richtig: Wir verlosen diesmal gleich 3 Pakete, die jeweils aus einem Exemplar von „Package“, „Honor of Killing“ und Operation Olympus“ bestehen. Natürlich wollen wir auch diesmal etwas von euch wissen: Durch welche Sportart wurde Steve Austin bekannt? Antwort plus Name und Adresse schickt ihr mit Betreff „Steve Austin“ an willhaben@curt.de. Und mit etwas Glück gehören euch bald schon die drei Filme.

Unsere Verlosung ist beendet, die DVDs wurden verschickt!

TEXT: Oliver Armknecht