Auf DVD/Blu-ray: McCanick – Bis in den Tod

Sicher, man könnte Eugene McCanick (David Morse) als einen aufrechten, aufopferungsvollen und selbstlosen Cop bezeichnen. Aber wer ihn näher kennt, weiß dass das nicht viel mit der Wahrheit zu tun hätte. Dass sein eigener Sohn, der ihm kürzlich in den Beruf des Polizisten gefolgt ist, nicht mehr mit ihm spricht, spricht Bände. Doch damit soll nun Schluss sein, denn zur Feier seines 59. Geburtstages steht ein Abendessen mit dem seit Jahren schon entfremdeten Filius an.

McCanick DVD Rezension curt München

Doch nicht der, sondern ein anderer junger Mann namens Simon Weeks (Cory Monteith) soll den Ablauf des heutigen Tages dominieren. Sieben Jahre ist es her, dass McCanick den Stricher und Drogendealer Weeks für den Mord an einem Politiker eingebuchtet hat. Ausgerechnet an seinem Geburtstag wegen guter Führung entlassen zu werden, kann der erfahrene Polizist aus dem Drogendezernat nicht auf sich sitzen lassen. In strikter Missachtung der Anweisungen von seinem Boss begibt sich McCanick zusammen mit dem jüngeren Kollegen Floyd Intrator (Mike Vogel) auf die Suche nach Weeks, in der Hoffnung, ihn gleich zurück ins Gefängnis stecken zu können.

Dirty Cops sind nun keine besonders neue Erfindung. Wenn McCanick bald anfängt, Grenzen zu überschreiten und unbeteiligte zu schikanieren, um an sein Ziel zu kommen, kommt einem das doch recht bekannt vor. Unterschied zu den zahlreichen Kollegen aus Film und Fernsehen: Dort hatte man immer den Eindruck, dass die schmutzigen Methoden einer sauberen Sache dienen sollten. Daran hat man hier schnell seine Zweifel. Das liegt zum einen daran, dass der Polizist dann doch ein bisschen zu sehr übers Ziel hinausschießt und sich seine Besessenheit nicht mit bloßer Gerechtigkeitsliebe erklären lässt.

Vor allem aber treffen wir irgendwann auch Weeks und müssen feststellen, dass er gar nicht das Ungeheuer ist, als das er angekündigt wurde. Parallel zur Verfolgung, die sich über den Lauf eines Tages erstreckt, zeigt uns „McCanick – Bis in den Tod“ immer wieder Szenen aus der Vergangenheit. Dort erfahren wir, wie sich Polizist und Verbrecher kennengelernt haben und dass sich McCanick ursprünglich geradezu fürsorglich um den jungen Mann auf der Straße gekümmert hat. Aber warum dann dieser große Drang, Weeks am liebsten zu zerstören?

Ein Großteil der Spannung von „McCanick – Bis in den Tod“ besteht, neben den gelegentlichen Actionszenen, genau in dieser Frage und man wartet die ganze Zeit darauf, dass die Geschichte kippt, wir endlich erfahren, was denn nun hinter allem steckt. Verraten wird das – wie zu erwarten – erst ganz zum Schluss. Die Auflösung dürfte für die meisten etwas aus dem Nirgendwo kommen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss dann jeder selbst für sich beantworten.

McCanick DVD Rezension curt München

Gut sind auf jeden Fall die Leistungen der beiden Hauptdarsteller. David Morse, oft eher für Nebenrollen gebucht, nimmt man die Figur des gewalttätigen und gleichzeitigen einsamen Cops ab. Und auch Cory Monteith, sonst für seine Auftritte in der Musical-Comedy-Serie „Glee“ bekannt, durfte zeigen, dass er wohl auch weniger cleane Rollen beherrscht hätte, wäre er nicht kurze Zeit später an einer Überdosis gestorben – „McCanick – Bis in den Tod“ wurde sein letzter Film. Ein wirkliches Denkmal hat sich der kanadische Schauspieler damit sicher nicht gesetzt, dafür ist der Film und die Inszenierung letzten Endes zu gewöhnlich, der finale Twist sowie die Motivation der Protagonisten etwas zu willkürlich. Eine solide Mischung aus Actionfilm und Charakterstudie ist „McCanick“ aber auch so.

Fazit: Teils Actionfilm, teils Charakterstudie erzählt „McCanick“ von einem Polizisten, der vom Gedanken besessen ist, einen Verbrecher unschädlich zu machen. Die Frage nach dem „warum“ hält einen bei der Stange und die Schauspieler passen auch, insgesamt ist der Film aber reichlich gewöhnlich.

Genrefans können also ruhig einen Blick auf den Film werfen oder gleich an unserem Gewinnspiel teilnehmen. Zum Verkaufsstart verlosen wir nämlich 2 DVDs und 1 Blu-ray von „McCanick“. Schreibt uns eine Mail mit Adresse, Formatwunsch und Betreff „McCanick“ an willhaben@curt.de. Für die Preise würden wir aber gerne von euch wissen: Welche Filme findet ihr spannender, die mit guten oder bösen Cops? Und weshalb?

Unsere Verlosung ist beendet, die Filme wurde versandt!

TEXT: Oliver Armknecht