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John Dies at the End

Die meisten dürften schon einmal mit sich selbst gesprochen haben, beim Arbeiten zum Beispiel. Vielleicht auch geflucht, wenn wieder ein Match bei FIFA verloren wurde. Sich selbst aber einen Gruß ausrichten zu lassen, ist da schon eher ungewöhnlich. Vor allem wenn einer der Beteiligten schon tot ist, wenn nicht in dieser, dann doch in einer anderen Realität.

Verwirrt? Keine Sorge, das gehört so. Wenn „John Dies at the End“ eines kann, dann den Zuschauer mit scheinbar völlig zusammenhanglosen Situationen aus dem Konzept zu bringen. Mit eben zwei solchen beginnt auch der Film, beide drehen sich um zwei Mittzwanziger, die Monster bekämpfen. Das ist ein bisschen wie bei den „Ghostbusters“ damals, nur dass hier eben keine schleimigen Geister, sondern Untote und Tiefkühlfleischmonster die Gegner sind. Danach sind wir bei der eigentlichen Haupthandlung angekommen – die aber nicht weniger absurd ausfällt als der Einstieg.

John dies at the end DVD

Im Mittelpunkt der Handlung steht einer der beiden Männer, David (Chase Williamson), der einem Reporter (Paul Giamatti) erzählt, wie er und sein Freund John (Rob Mayes) zu ihrer ungewöhnlichen Tätigkeit kamen. Eine Party war’s, wie sie in dem Alter oft aussehen: laute Musik, Alkohol und ja, auch Drogen. Nur dass diese Drogen anders sind. Okay, dass wir auf anderen Sphären schweben, dieses Gefühl sollen Drogen ja meistens hervorrufen. Nur stimmt das hier sogar. Wer etwas Soja Soße nimmt – blöder Name, aber die Substanz heißt tatsächlich so – hat für einige Zeit übersinnliche Kräfte, kann Gedanken lesen, in die Zukunft schauen und manchmal Monster sehen, die für andere unsichtbar bleiben. Zugegeben, ein wirklicher Mehrwert ist das nicht unbedingt. Und es soll nicht der einzige Nachteil bleiben: Die meisten müssen für ihre neuen Erkenntnisse mit dem Leben bezahlen. Aber das müssen wir bald alle, wenn die Ungeheuer aus der anderen Dimension unsere Welt erobern. Viel Zeit bleibt unseren beiden Antihelden also nicht, um die Welt zu retten.

Als eine Mischung aus Douglas Adams und Stephen King beschrieb Regisseur Don Coscarelli den Roman „John Dies at the End“, die Vorlage zum gleichnamigen Film. Zunächst kostenlose Internetlektüre, wurde die Geschichte bald zu einem Webphänomen. Und es ist auch nicht schwer zu sehen warum: Wie bei Autor Jason Pargin Horror, Surreales und Comedy verknüpft werden, hat auf jeden Fall Kultpotenzial. Und das gilt auch für die Filmversion. Coscarelli zeigt uns Horrorelemente am laufenden Band, die so überdreht sind, dass sie gleichzeitig wie eine Parodie wirken, so als wären „Bill & Ted“ im „Cabin in the Woods“ gelandet. Sonderlich spannend ist das wie bei den meisten Parodien zwar nicht, dafür aber des Öfteren ziemlich witzig – vor allem, wenn man eine Schwäche für durchgeknallten Humor hat. Am besten sollte man sich daher auch völlig unvorbereitet den Film anschauen, um sich die Überraschungen nicht zu verderben.

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Was „John Dies at the End“ jedoch abgeht, ist eine Geschichte, die die einzelnen Szenen zusammenhält und vorantreibt. Was am Anfang noch interessant ist – eben das wahllose Aneinanderreihen von Absurditäten – verliert mit der Zeit spürbar an Reiz. Das ist schade, denn starke Szenen gibt es auch danach noch genügend. Nur verpuffen sie zu oft, weil der rote Faden und damit auch der Spannungsaufbau fehlen. Der ganz große Knaller ist der Film damit leider nicht geworden, Spaß macht er trotzdem – vor allem in Gesellschaft und in der richtigen Stimmung. Wenn demnächst also ein Videoabend mit mehreren Freunden und noch mehr Bier ansteht, sollte man also durchaus darüber nachdenken, David und John ebenfalls auf die Gästeliste zu setzen.


Fazit: „John Dies at the End“ ist eine vergnügliche Mischung aus durchgeknalltem, fast schon surrealen Humor und Horrorelementen. Auf Dauer geht das Konzept nicht ganz auf, dafür fehlt dann doch der rote Faden. Ist man aber in der richtigen Stimmung, wird man bei den verrückten Abenteuern von David und John viel Spaß haben.

TEXT: Oliver Armknecht

 


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