Gehört: Arabs in Aspic – Madness and Magic

Die Norwegischen Progrocker von Arab in Aspic veröffentlichten Mitte Juni ihr mittlerweile siebtes Studioalbum. Trotzdem dürfte das Schaffen der Band aus Mittelnorwegen nur wirklich eingefleischten Proggies vertraut sein. Schade, denn die Jungs aus Trondheim fahren für ihre Alben regelmäßig hohe Bewertungen in den einschlägigen Magazinen ein und zeichnen sich aus durch absolute Professionalität und Beständigkeit. Allerdings sind Arab in Aspic nicht sehr tourneefreudig und spielen wirklich nur ganz ausgewählte Konzerte, bevorzugt in Norwegen selber, und singen auch gerne auf Norwegisch. Wobei diese kleinen Hürden den Prog-Faktor nur erhöhen und für zusätzliche Punkte auf der Skurrilitätsskala sorgen.

Ein weiteres Fünkchen Besonderheit versprüht die Tatsache, dass die Band in den Gründerjahren mit Tommy Ingebrigtsen einen ehemaligen Skispringer und Olympiateilnehmer in ihren Reihen hatte. Zwischen Wintersport und Progrock gibt es scheinbar wenige Überschneidungen in den Fanlagern und damit kann diese Info eine nichtige Randbemerkung bleiben.

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https://www.youtube.com/watch?v=79lELhNwNAI&feature=youtu.be

 

Musikalisch sehen die Nordmänner in den 70er Jahren ihre Heimat. Vieles, was damals Rang und Namen hatte fließt in den leichten, perlenden Sound von Arabs in Aspic mit ein. Yes, Genesis, Gentle Giant, Deep Purple aber auch Franz Zappa, King Crimson oder Pink Floyd. Der Sound der Band kann daher durchaus aus lupenreiner Retro-Prog gelten. Ein musikalischer Nostalgietrip durch die Hochzeit des Genres, ganz ohne Wehmut oder Vergangenheitsverliebtheit. Arabs in Aspic beherrschen die hohe Kunst, sich durch Inspiration zu eigenen und neuen Ideen beflügeln zu lassen. Dazu gehören intensive Melodien, kleine, unvorhersehbare Wendungen und den Kompositionen und eine scheinbar flauschige Atmosphäre hinter der sich aber ein ernstes Anliegen verbirgt. Die Texte auf Magic and Madness setzen sich mit der Magie aber auch dem Wahnsinn des alltäglichen Lebens auseinander. Die Produktion zeichnet sich aus durch eine unverkennbare Wärme, die von den alten analogen Instrumenten erzeugt wird. Von daher möchte ich Arabs in Aspic allen Progfans ans Herz legen, die ihre Sammlung um eine weitere erdig-elegische Retorprog Band bereichern möchten.


Arabs in Aspic – Madness and Magic // Karisma Records / Plastic Head Distribution // VÖ: 12.06.2020 // > Homepage