16. Januar
curt präsentiert: Anna Calvi im Freiheiz

Sie gilt als musikalisches Wunderkind, spielte schon mit acht Jahren Geige und promovierte an der Universität South Hampton. Die Presse vergleicht sie gerne mit Kate Bush und PJ Harvey und in den ersten Jahren ihrer Solo-Karriere war sie bereits Tour-Support für Johnny Franklin, die Arctic Monkeys, Morrissey, usw. Neben etlichen anderen Kollegen zählt auch Nick Cave zu ihren Fans, Talking-Heads-Frontmann David Byrne und Musiklegende Brian Eno sind ihre Mentoren. Letzterer unterstützte sie auf ihrem ersten Album und nannte sie einst „das Beste seit Patti Smith“.

Vier Jahre Live-Pause schienen allen Fans wie eine Ewigkeit – nun darf man sich gleich doppelt freuen: Zum einen erscheint im August Anna Calvis drittes Album “Hunter”, zum anderen tourt Anna mit ihrer Band durch Europa und gibt so Gelegenheit für ein intensives Live-Erlebnisses wie einst im Pariser Tianon 2011. Schon damals föhnte ihr virtuoses Gitarrenspiel und ihre einzigartige Art zu singen alle Zuhörer von den Sitzen, Kritiker und Presse waren voll des Lobes und katapultierten die damals knapp 30-Jährige direkt in den Popstar-Modus.

Anna Calvi liebt es zu experimentieren, hat ein außerordentliches Gespür für Melodien und eingängige Pop-Elemente, verfügt über eine enorm facettenreiche Stimme und obendrein hat die schöne Lady auch wirklich was zu sagen. Sexismus, Gender-Konformismus, gesellschaftliche Ausgrenzung und weibliche Selbstermächtigung stehen weit oben auf ihrer Themenliste, wie schon die erste Single-Ausklopplung aus dem neuen Album mit dem vielsagenden Titel „Don’t beat the girl out of my boy“ deutlich macht. Mit diesem Song sei einmal mehr bewiesen: Es ist keine unüberwindbarer Gegensatz, Pop-Musik zu machen, die Tiefe und Inhalt hat.

Überhaupt scheinen Kontroverse Annas Metier zu sein: ihr faszinierend-makelloses Gesicht mit den hohen Wangenknochen und den meist blutroten Lippen, die sich beim Singen immer wieder zu leicht disharmonischen Zügen verzerren und beinah hypnotisch den Blick fesseln. Ihre Stimme, die mal streichelt, mal erschüttert, mal flüstert und haucht und kurz darauf wieder wie eine Sturmwelle der Emotion über einen hinwegrollt. Selbst ihre Liebeslieder lassen oft schon kurz nach Beginn ein unheilvolles Ende erahnen …

Diese Liebe zu allgegenwärtigen Gegensätzen und die Sehnsucht nach deren Vereinbarkeit spricht auch aus Anna Calvis Statement zu ihrem neuen Album “Hunter” (ET: 31.08.2018):

I’m hunting for something – I want experiences, I want agency, I want sexual freedom, I want intimacy, I want to feel strong, I want to feel protected and I want to find something beautiful in all the mess.

I want to go beyond gender. I don’t want to have to chose between the male and female in me.

I’m fighting against feeling an outsider and trying to find a place that feels like home.
I believe that gender is a spectrum. I believe that if we were allowed to be somewhere in the middle, not pushed to the extremes of performed masculinity and femininity, we would all be more free. I want to explore how to be something other than just what I’ve been assigned to be. I want to explore a more subversive sexuality, which goes further than what is expected of a woman in our patriarchal heteronormative society. I want to repeat the words “girl boy, woman man”, over and over, to find the limits of these words, against vastness of human experience.

I believe in the female protagonist, who isn’t simply responding to a man’s story. I go out into the world and see it as mine – I want something from it, rather than just being a passive product of it. I’m hungry for experiences. Sometimes things seem clear, and other times I feel lost. I feel strong and yet vulnerable; I wear my body and my art as an armour, but I also know that to be true to myself is to be open to being hurt.

The intent of this record is to be primal and beautiful, vulnerable and strong, to be the hunter and the hunted.
– Anna

In Berlin war Anna Calvi bereits Anfang Juni live zu sehen, zeigte sich deutlich selbstbewusster und extrovertierter als noch vor vier Jahren. Man darf also gespannt sein, womit die Avantgarde-Künstlerin sich Anfang Januar hier in München präsentiert.

curt präsentiert das bereits so gut wie ausverkaufte Konzert des britischen Ausnahmetalentes Anfang Januar und hat noch ein Zuckerl für euch: 3 x 2 Gästelistenplätze haben wir für euch. Wer dabei sein will, schreibt uns eine E-Mail mit Betreff Anna Calvi an ichwillgewinnen@curt.de und mit etwas Glück geht das Jahr 2019 mit bester Musik in die erste Runde.


curt präsentiert: Anna Calvi > Homepage // 16.01.2019 // Freiheiz // 20:30 Uhr // VVK 28,00 Euro zzgl. Gebühren


About Petra Kirzenberger

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Seit 2010 als Redakteurin und Lithografin bei curt. Schwerpunkte Kabarett und Theater, Fotokunst, Yoga, München – und alles was rot-weiß-rot ist.