8. Februar
Angel Haze im Ampere

Zwischen düsteren Trap-Beats und melodischem RnB ist sie zu Hause: Angel Haze. Auf den ersten Blick mag man sie noch unterschätzen: hübsch, zierlich, tätowierte Arme, lange Mähne, Cap. Mit ihren schweren Ketten um den Hals wirkt sie geradezu zerbrechlich. Aber Angel Haze, die mit bürgerlichen Namen Raeen Roes Wilson heißt, ist anders. Sie pfeift auf Genderrollen und das große Geld, überwirft sich mit Plattenfirmen und sprüht vor Angriffslust. Sie lässt sich nicht verbiegen – vielleicht ein Grund, warum ihr Berühmtheitsgrad noch unter dem von Nicki Minaj und Konsorten vor sich hindümpelt.

Doch das hat seinen Grund: Die New Yorker Rapperin hat mit ihren zarten 23 Jahren schon einiges hinter sich. Während ihre Rap-Kolleginnen bisweilen über ihre ausladenden Hinterteile rappen, hat Angel Haze etwas mitzuteilen. Ihre Songs sind randvoll gefüllt mit Wut, Schmerz und Trotz. Missbrauch in der Kindheit, der Rausschmiss von zu Hause, die ständige Flucht vor sich selbst. „Nigga, my brain is a cage! / It’s a place where the beasts that I’m battling lay.” Um diesem Käfig zu entfliehen hat sie in nur zwei Monaten ihre ganzen dunklen Gedanken in ihr neues zweites Album „Back to the Woods” gepackt.

Ihr trotziger Hochgeschwindigkeits-Rap wechselt sich dort mit ehrlichem, engelsgleichen Gesang ab, der unter die Haut geht. Und damit die Reise durch ihre düstere Kindheit nicht zu erdrückend wird, räumt Angel Haze mit ein paar gezähmteren Popsongs eine kleine Atempause ein, bevor das Album mit „The Woods“ schließt – der einzige Ort, an dem sie sich je zu Hause fühlte.


Angel Haze – Back To The Woods World Tour // 8. Februar // 20.30 Uhr // Ampere // VVK 20 Euro zzgl. Gebühren, AK 25 Euro

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