1. März
curt präsentiert: Alvvays

„Du musst dir dieses Lied anhören, es wird dein Leben verändern“, flötet Natalie Portman im Film „Garden State“ zu Zack Braff und setzt ihm die Kopfhörer auf. Damals, im Jahr 2005, war die Rede von The Shins. Diese Szene im Wartezimmer eines Krankenhauses eröffnete Protagonist Andrew Langmann aka Braff eine neue Welt der Musik: Indie. James Mercer’s  apathisch-melancholischer Gesang, das langsame Schlagen des Tambourins, die ruhigen, melodiösen Gitarren. Ein Moment in der Filmgeschichte, der schnell Nachahmer fand und die Indie-Ära Mitte der 2000er-Jahre richtig prägte: „(500) Days of Summer“, „Stranger than Fiction“, „Nick & Norah’s infinite Playlist“, die Liste ist lang.

Die kanadische Band Alvvays findet sich in dieser Tradition wieder. Das Quartett schreibt seit 2011 fluffig-leichte sommerliche Songs, die klingen, wie Sonnencreme am Weiher riecht und der erste Kuss schmeckt. Sängerin Molly Rankins unschuldige Sopranstimme flötet wie eine flatternde Pixie, während ihre Bandkollegen einen bunten Teppich aus Gitarren, Synthesizern und Rhythmussektion weben und so zauberhaften Indiepop à la Mates of State, Rilo Kiley oder Best Coast schaffen.

Erst im September 2017 veröffentlichte die Band ihr zweites Album „Antisocialites“, das die Indiepop-Schiene fortführt. Nomen est omen, denn verglichen mit dem selbstbetitelten Debüt klingen die Songs auf „Antisocalites“ um einiges verhaltener, ernster. Alvvays ist erwachsen geworden: Der Geschmack des ersten Kusses hält eben nicht ewig vor. Das Leben ist kein Ponyhof. Dennoch verliert die Band nicht die optimistische Unschuld und Naivität, die aus dieser Melange den liebenswürdigen Indiepop der Nullerjahre machen.

Wer sollte sich dieses Konzert nun ansehen? Alle, die ein bisschen verliebt waren, als Zoe Deschanel zu Joseph Gorden Levitt „Ich liebe die Smiths“ hauchte. Deren Herz ein Hüpfer machte, als Juno Bleekers Briefkasten voller Tic-Tac-Schachteln stopfte. Die gerne mit Orlando Bloom und Kirsten Dunst beim gemeinsamen Sonnenaufgang fast einschliefen. Die mit Death Cab for Cutie im Ohr Skaten gingen, mit Danger Mouse zum See fuhren und mit Band of Horses Nächte durchtanzten. Also alle, die wirklich wissen, was Indie mal war. 

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: Alvvays – Live 2018 // 1. März // 20 Uhr // Ampere // VVK 18 Euro zzgl. Gebühren, AK 22 Euro
> Homepage > Facebook


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*