20 Jahre piano possibile –
das war’s

Frage: Wer hat seit 1993 über 230 Konzerte gespielt, 40 Kompositionsaufträge vergeben, ca. 110 Uraufführungen und 40 deutsche Erstaufführungen gespielt? Antwort: das zeitgenössische Ensemble piano possibile, dem man angesichts ihres 20-jährigen Schaffens fast schon musikalische Hyperaktivität diagnostizieren könnte. Zum Jubiläum gibt’s am 13./14. Oktober ein großes Musikfest in der Muffathalle.

Index of Metals  Regen aus der Erde

piano possibile: An Index of Metals
© Regine Heiland

Das war’s? Nein, für „das Ensemble als Brutstätte klanglicher Kunst“ war’s das noch lange nicht. piano possibile will weiterhin – so ihr Ziel – „eine Musik schaffen, die durch ihre Sinnlichkeit wirkt, die endlich wieder emotional empfunden werden kann, ohne sich einem Populismus zu beugen“. Also, Musik des 21. Jahrhunderts – für alle, nicht nur für Experten. Berührungsängste kennen sie dabei nicht: E- oder U-Musik, akustisch oder synthetisch, harmonisch oder noisy – das Ensemble sucht, experimentiert, forscht … und geht dabei, wenn es sein muss, auch unter Wasser.

piano possibile: Unter Wasser – ein Freiheitsentzug

piano possibile: Unter Wasser – ein Freiheitsentzug
© Regine Heiland

Was sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Sachen Kreativität und Innovation bereits gestemmt haben, zeigen sie vom 13. bis 14. Oktober in der Muffathalle . Etwa auf einem Erlebnisparcous mit Stationen ihrer Arbeit, die akustisch, visuell und haptisch wahrgenommen werden können. Oder, klar, mit Konzerten: „Im Frack“ dreht es sich vorwiegend um alte Musik auf historischen Instrumenten, zeitgenössischer wird es bei „Hope“ und „Future: Now!“.
Die traurige Nachricht: Special Guest Hummmel [und der Bär] entfällt leider – eine der Hummeln hat sich einen Flügel verletzt.

Das Programm im Überblick:

Sonntag, 13. Oktober
• 18 Uhr: Eröffnung des Erlebnisparcours
• 19.30 Uhr: Konzert „Im Frack“ mit Werken von Gérard Grisey ( Vortex temporum I, 1994–1996), Mark-Anthony Turnage (On all fours, 1985), Riccardo Nova (13X8@terror generating deity, 2010) und Iannis Xennakis (Palimpsest, 1979)
21 Uhr: Gastkonzert von Hummmel [und der Bär] aus Umea mit Noise-Rock-Post-Punk-Bzzz

Montag, 14. Oktober
• 19.30 Uhr: Konzert „Hope“ mit Werken von Klaus Schedl (Sellbsthenker 2 – Durch die Wand ins Gehirn, 2012), Fausto Romitelli (Prof. Bad Trip: Lesson 3, 2000), Bernhard Lang (DW 16 Songbook, 2005 – Ausschnitte) und Michael Gordon (Industry, 1993)
• 21 Uhr: Konzert „Future Now“ mit Werken von Alexander Schubert (Lucky Dip, 2013, UA), Luis Antunes Pena (Vermalung 5, 2012), Marko Ciciliani (Screaming my Simian Line, 2010) u .a.

 


About Mirjam Karasek

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Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, 70er-Jahre-Lampen ... Seit drei Jahren mischt sie bei curt als Online-Redakteurin und als Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.