DONNERSTAG, 23.11.2017 / 20.30-05.00 Uhr
Die Referentin wird in ihrem Vortrag auf die Komplexität von Widersprüchlichkeiten im Popfeminismus eingehen und einen (pop-) feministischen Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Popkultur werfen.

Pressetext:

Popkultur, einst der Inbegriff für eine mutige, irritierende, zutiefst unangepasste und brechende, gesellschaftskritische Revolte, die unnachgiebig skandalisierte. Doch „sicher war es früher nicht nur so, und sicher ist es heute nicht nur anders“.
In den 90er-Jahren wurde Pop „salonfähig“– gemäßigt, unspektakulär, leidenschaftsloser, hin und wieder wohl auch überflüssig. Inzwischen hat die Popkultur so einiges mitgemacht, sie wurde historisiert, akademisiert, feminisiert.
Popfeminismus, als eine von vielen Ausdrucksformen von Feminismus, gilt in weiten Teilen der Gesellschaft keineswegs als verpönt und radikal, sondern genießt vielmehr den Status en vouge zu sein. Laut, vulgär, subversiv!
Doch wo auch immer Pop und Feminismus zusammengehen, tun sich Ambivalenzen, nicht selten Widersprüchlichkeiten auf. Pop goes feminism oder doch besser feminism goes Pop?! An welchen Stellen gelingt es, das emanzipatorische Potential popkultureller Erzeugnisse wie Musik, Kunst, Film, Literatur oder Mode für eine feministische Setzung im Pop zu nutzen, sich als weibliche Kulturschaffende zu positionieren und eine feministische Kritik zu üben an der Popkultur selbst, sowie an einer patriarchalen Gesellschaftsordnung? Und wo ist Feminismus nicht mehr als Labeling, wird zum Verkaufsschlager der Popindustrie oder das F-Wort lediglich zu einer Phrase, die im Getümmel von Kulturschaffenden und Kulturliebenden an Bedeutung verliert.

Die Referentin: Anna Seidel ist Literaturwissenschaftlerin und Kulturpoetin an der WWU Münster. Sie arbeitet vor allem zu Popkultur und Feminismen. Als freie Autorin schreibt Anna Seidel unter anderem für verschiedene Blogs und das Missy Magazine. Sie ist Mit-Herausgeberin der Zeitschrift testcard - beiträge zur popgeschichte– gerade ist die lang erwartete 25. Jubiläumsausgabe zum Thema"Kritik" erschienen. 

Präsentiert von:
Desi Programmgruppe
FemAG in der Interventionistische Linke Nürnberg
Trouble in Paradise

Eintritt gegen Spende.


DESI

Brückenstraße 23
90419 Nürnberg

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