DIENSTAG, 14.11.2017 / 20.00 Uhr
Tanzstück von Goyo Montero mit Musik von Owen Belton.

Pressetext:
Himmelsstürmer und Rebellen, Freigeister und Visionäre - in den letzten Spielzeiten hat Goyo Montero ein thematisches Feld bearbeitet, das seit jeher die Menschen fasziniert. Einer darf nun unter Charakteren wie Cyrano, Faust und Don Juan nicht fehlen: der grenzenlose Fantast Don Quijote. Goyo Montero zeigt auch in seiner neunten Spielzeit, dass das Thema der Grenzgänger zwischen Traumwelten und Realität(en) noch lange nicht ausgeschöpft ist.

"El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha" ist zweifellos eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur. Das zentrale Thema Cervantes‘ ist der Konflikt zwischen Ideal und Realität. Ist Quijotes Wahnsinn ein bewusstes Spiel, in dem Quijote den Wahnsinn der Realität kopiert und der Welt einen Spiegel vorhält? Oder bewegt sich Quijote jenseits geistiger Normalzustände? Der Lesende wird dabei seinem Zweifel überlassen, ob er seinen Helden als versponnenen Idealisten oder aber als lächerlichen Narren einordnen soll; die Ambiguität wird niemals aufgelöst.

Wie schon in seinen vorangegangenen Stücken lässt Goyo Montero auch diesmal den Blick über das große Ganze der Motivik in Literatur- und Kunstgeschichte schweifen: Ob Vladimir Nabokov, José Ortega y Gasset, Franz Kafka - kein namhafter Literat kam an Don Quijote vorbei, ohne eine kommentarhafte Verarbeitung der berühmten Figur zu verfassen. Henry Purcell, Maurice Ravel, Hans Zender - zahlreiche Komponisten waren vielfach inspiriert vom Wesen des Don Quijote. Und auch in der Tanzgeschichte zeugen Kreationen namhaftester Choreographen vom Faszinosum der Figur: Marius Petipa entwarf 1871 das erste Don Quijote-Ballett, es folgten George Balanchine, John Neumeier und einige mehr. Für Goyo Montero liegen die inspirierenden Anknüpfungspunkte für seine Uraufführung sowohl in der Fülle des Originaltextes als auch sehr stark in Bezügen zu seiner letzten Uraufführung "Latent". Er setzt den Fokus auf Situationen der psychischen Labilität, gräbt sich weiter in den Kopf seiner Hauptfigur hinein und wird Don Quijote auf seinem Feldzug zur Verteidigung einer verlorenen Sache folgen.

Die Musik wird dabei erstmals gänzlich neu komponiert und der Uraufführung maßgeschneidert angepasst. Owen Belton, der Klangkünstler und Sound-Erfinder, der schon bei "Cyrano" und "Latent" mit seiner Musik das Seelenleben der Protagonisten atmosphärisch verdichtet hat, schreibt nun eigens eine Partitur.
In dieser Neuschöpfung in Klang und Tanz steht abermals eine Figur der Weltliteratur im Mittelpunkt - deren innigste und tiefste Momente ihres Wesens und ihrer Seele Goyo Monteros Interpretation zum Vorschein bringen werden.


: Choreographie und Inszenierung: Goyo Montero
: Bühne: Goyo Montero; Eva Adler
: Kostüme: Goyo Montero; Angelo Alberto
: Licht-Design: Goyo Montero; Olaf Lundt


OPERNHAUS

Richard-Wagner-Platz 2-10
90443 Nürnberg

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