curt Magazin #204

SONNTAG, 1. MAI 2016

#Printmagazin

VORWORT   (… oder doch lieber direkt zum e-Book?)

curt gibt es in diesem Monat seit exakt 19 Jahren. Ein Grund zu feiern? Natürlich! Vor allem dann in einem Jahr, beim großen Jubiläum. Im freundlich-ruppigen Hier und Jetzt gilt es vorrangig, sich ständig zu sortieren, sich neu zu erfinden und, ganz wichtig, permanent zu transformieren, natürlich am besten digital. Große Klammer rum: sich neu zu denken, Stichwort „Service Design“ oder so ähnlich. Hauptsache enorme Selbstreflektion, innerer und äußerer Wandel und begrifflich wie äußerlich stark im Startup-Mekka Berlin Valley beheimatet.

Gerade eben noch aus der Web Week rausgestrauchelt, suchen wir nun schnellen Schutz im subkulturellen Nachtleben oder bei der Sharing Community, den Weltkulturhauptstadtschaffern, den DIY-Events oder der Critical Mass. Und schielen dabei dennoch heimlich Richtung E-Roller und so Sachen zum Faulsein. Trotzdem beim nächsten Wimpernschlag stehende Ovationen an den Theaterbühnen dieser Stadt und dabei vielsagend Richtung ... Richtung Dings ... Verdammt. Schon wieder mitten im Vorwort vergaloppiert, vor lauter Phrasen.

Jetzt Klartext. Was steht wirklich an? Unser Kolumnist #1, Matthias Egersdörfer, wird am 20. Mai als Profiler im Franken-Tatort brillieren und wir sonnen uns jetzt schon in seinem Glanz und Dunstkreis. Unser Kolumnist Theo hingegen, der wortgewandte Kerl für „Hinten raus“ und aktuelles Cover Model, präsentiert uns Ende des Monats nebenbei und fast heimlich seinen ersten Roman „Niemand ruht ewig“. Dieser Titel wiederum passt wie Alt auf Hoff auf unseren nicht mehr agilen, aber real existierenden Ex-Bürohund Kowalski, der sich nach drei Jahren im Exil für diverse anstehende Kunstaktionen fesch gemacht hat. Auftakt: Bei der Kunstmesse supermART auf AEG, im Rahmen Bubi Wares neuer pseudo-guten Installation zum Thema Critical Sharing vs. Weltkulturhauptselfie vs. Service Schwein. Deutlich mehr her macht unser Redaktions-Overall, der hinterrücks von amerikanischen Münchner Künstler Ray Moore verziert wurde und jetzt, ganz aktuell, vorne rum von Tausendsassa Jim Avignon. Kunst as Kunst can!, wie man sagt, und daher nicht veräußerbar, auch wenn uns die Galeristen stark drangsalieren mit ihren Kaufabsichten und tiefen Taschen. „Nein!“, haben wir gesagt. „Nein! Denn der Ray und der Jim, die verlassen sich auf uns, dass sich in den Kunst-Polyester nicht ein Jeder reinzwängen kann, nur weil er dem Galeristen schöne Augen macht!“ Und so trägt den Overall keiner außer uns, und wir auch nur dann, wenn es mal schick sein muss: beim Opernball, beim Food Truck Round-up oder auch im Freibad, wenn man etwas genant sein sollte. Ray und Jim: für Euch sind wir Panama!

    Themawechsel: Es darf wieder georgelt werden. ION kann das und macht das. Zu kryptisch? Für uns auch, dabei sind wir Medienpartner. Leichter fällt uns das Erfassen des Comic-Salons in Erlangen. Bilder, Bildung, Blödsinn, mit und ohne Text, mit und ohne Sprechblasen. Schön plakativ und sehr analog und für jedermann. Wer sich analog lieber berauschen will, der kann das beim Straßenfest in der Klaragasse machen. Auch hier hat mit David ein weiterer curt-Kolumnist seine Finger im Spiel, denn der kümmert sich beim Fest um die Masse in der Gasse von Mono bis Stereo, Hüpfburg und Hüpfzwerge inklusive.

    Jetzt haben wir bei diesem großen Rundumschlag immer noch nicht geklärt, wo und wie wir unseren Geburtstag feiern. Weil wir es selbst noch nicht wissen. Vermutlich tingeln und pilgern wir von Event zu Event und wenn wir gerade feiern, dann erkennt Ihr das daran, dass einer von uns einen gelben, unbeschreiblich wertvollen Overall anhaben und ein Plastikkrönchen auf dem Haupt tragen wird. So oder so, wir gratulieren uns einfach jetzt schon mal zu 19 Jahren unbeschreiblicher Freude, überirdischer Sinnlichkeit und paradiesischer Existenz.

Viel Spaß bei allem, was Ihr tut - wir haben das auch. Willkommen in unserer Welt!                                                   
Euer curt-Team



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[Covermotiv: Theobald O.J. Fuchs. Foto: Katharina Winter]
 




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Warum curt keine Tageszeitung ist und nie sein wird.

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