Kunst betrachtet von Natalie de Ligt #17

MONTAG, 1. FEBRUAR 2016

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Unsere Freundin Natalie sichtet, selektiert und fasst das zu curt passende Kunstgeschehen zusammen. Und, das hat man nicht oft, sie weiß, wovon sie schreibt. Ein Luxus, den wir euch gönnen!

Bis 7. Februar
JOHANNES VOLKMANN: ANDERS HERUM DENKEN - EINE GESELLSCHAFTSINSZENIERUNG
Im Rahmen dieses partizipativen Kunstprojekts können bis zum 7. Februar Besucher im Tausch gegen ihre Ideen zu „anders herum denken“, die sie in Textform hinterlassen, eine Pappschachtel mit nach Hause nehmen. Die Gedankenzettel werden dann von Johannes Volkmann – Künstler des Projekts und zugleich Kopf des Nürnberger Papiertheaters – mit weiteren Teilnehmern des Projekts ausgewertet und anschließend in Zusammenarbeit mit professionellen Schauspielern und Bürgern zu einer Inszenierung transformiert. Angestrebt ist eine szenische Collage zum Motto „anders herum denken“. Die Uraufführung ist am 22. April im Stadttheater Fürth. andersherumdenken.de

KUNSTGALERIE FÜRTH
Königsplatz 1, Fürth
Mi-Sa 13–18 Uhr, So/Feiertage 11–17 Uhr
Mo/Di geschlossen auch an Feiertagen
kunst-galerie-fuerth.de


Bis 14. Februar
THOMAS EGERER, JOACHIM KERSTEN, ROGER LIBESCH, WOLF SAKOWSKI, RALF SIEGEMUND: LIGHTS & LIQUIDS
Die Künstler zeigen Malerei und Installationen.

KUNSTMUSEUM ERLANGEN
LOEWENICHSCHES PALAIS
Nürnberger Str. 9, Erlangen
Di-Fr 11–18
erlangen.de/kunstmuseum


Bis 14. Februar
PASSION

KUNSTHAUS
Königstraße 93, Nbg
Di-So 10–18 Uhr,  Mi 10-20 Uhr
kunstkulturquartier.de/kunsthaus


Bis 17. Februar
THE LAOCOÖN DILEMMA
Videoprogramm mit wöchentlich wechselnden Filmbeiträgen ohne Ton. Die Projektionen laufen in dem von außen einsehbaren Schaufenster am Trödelmarkt. Die genauen Zeiten erfährt man auf der Website der Galerie.
 
GALERIE STURM
Schaufenster am Trödelmarkt 10, Nbg
galeriesturm.de


Bis 20. Februar
Finissage: Sonntag, 21. Februar, 14 Uhr
SEBASTIAN TRÖGER: I CAN'T FEEL YOUR PAIN, BUT YOU CAN SEE MY PAINTING
Sebastian Tröger, 1986 in Erlangen geboren, studierte an der hiesigen Kunstakademie. Die scheinbare Treue zur Region, die sich ja selbst gern der Hinterwäldlerei bezichtigt, hat Tröger nicht geschadet. Seine Malerei hat was Frisches und Erfrischendes. Sie ist farbenfroh, angstbefreit, das Gegenteil von lahmarschig, und sie ist voller ironischer und humorvoller Anspielungen, die meist auf die Tradition von Malerei, das Betriebssystem Kunst oder Trögers eigenes Selbstverständnis als Maler und Künstler abzielen. Hier ist kein verzagter Pinsler am Werk, sondern einer, der die Ideen raushaut, in atemberaubendem Tempo. Mindestens ein Drittel der Werke, darunter ein zwölfteiliges Wand einnehmendes Guernica 2.0 (Titel: „Die große Angst“), ist mit 2016 als Entstehungsdatum ausgewiesen. Ein Wermutstropfen: Bisweilen erlangen die Titel eine Dominanz und Explizitheit, die die Bilder und eben auch die Malerei zurücknimmt, als traue der Künstler dem eigenen Bild nicht und als käme das Bild ohne den Titel nicht aus. Aber so ist es nicht.
Am Freitag, 5. Februar, 18.30 Uhr, spricht Christoph Tannert (Leiter Künstlerhaus Bethanien Berlin) mit dem Künstler.
Und zur Finissage am Sonntag, 21. Februar, um14 Uhr, gibt es einen Rundgang mit Simone Neuenschwander (Direktorin Kunstverein Nürnberg – ADG).

OECHSNER GALERIE IM GALERIEHAUS DEFET
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg
Mi-Fr 11–18 Uhr, Sa 11–15 Uhr
oechsner-galerie.de


Bis 20. Februar
FRANCESCO FIENGA: MEMORIES

KREIS GALERIE - GALERIE AM GERMANISCHEN NATIONALMUSEUM
Karthäusergasse 14, Nbg
Mi 16–20 Uhr, Do/Fr 14–18 Uhr, Sa 11–15 Uhr u.n.V.
kreis-nuernberg.de


Bis 20. Februar
JAN GEMEINHARDT: LUCIFERIN
Natur und Landschaft ist das große Thema von Jan Gemeinhardt. Seine meist kleinformatigen Malereien machen in ihrer atmosphärischen Dichte und Naturalismus den Betrachter zum Komplizen des Motivs und den Maler selbst zu demjenigen, der das, was er uns vorführt, tatsächlich so gesehen hat. Hierbei ist Jan Gemeinhardt offensichtlich nicht an Ideallandschaften oder dergleichen interessiert, sondern eher am Zwielichtigen und Unerklärlichen, also an dem Moment, wo Natur und Landschaft ein merkwürdiges, faszinierendes Gesicht zeigen, das zugleich eine Maske ist, hinter der Mysteriöses, bisweilen Unheilschwangeres zu schwelen scheint. Die menschliche Figur oder das Tier, sofern sie in den Bildern auftauchen, übernehmen in einem C. D. Friedrich’schen Sinn eher den Part einer geworfenen Kreatur, die in der Koexistenz mit der Natur und ihren Gewalten meist den Kürzeren zieht, das aber wiederum durchaus mit Humor zu nehmen weiß. Am 28., dem letzten Sonntag im Februar, eröffnet in der Galerie um 17 Uhr die Schau mit dem Maler Dan Reeder.
 
GALERIE BERNSTEINZIMMER
Großweidenmühlstr. 11, Nbg
Sa/So 15–19 Uhr
galerie-bernsteinzimmer.de


Bis 21. Februar
HOMEBASE. DAS INTERIEUR IN DER GEGENWARTSKUNST
Zu dieser sehenswerten Gruppenschau gibt es einen gesonderten Bericht.

KUNSTHALLE NÜRNBERG
Lorenzer Str. 32, Nbg
Di-So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr
kunsthalle.nuernberg.de


Bis 25. Februar
RAINER FUNK: RADIERUNGEN VOM INDISCHEN OZEAN

BBK NÜRNBERG MITTELFRANKEN -
GALERIE HIRTENGASSE
Hirtengasse 3, Nbg
Mi/Do 13–18 Uhr
bbk-nuernberg.de


Bis 27.Februar
ÜBERSICHT
Entgegen der Nachricht im letzten Heft wird die Galerie doch nicht ihre Pforten schließen. Leider muss sich jedoch der bisherige Betreiber, Richard Lutz, aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen, und Heinz Meier, der frühere Galerist, übernimmt noch einmal die Leitung, zusammen mit Katrin Roettle.
Bis zum 27. Februar ist eine Auswahl an Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern der Galerie zu sehen.
 
GALERIE LUTZ MIT DER BLAUEN TÜR
Meuschelstr. 51 (Eingang Friedrichstr.), Nbg
Di-Fr 15–18:30, Sa 11–15 Uhr
galerielutz.de


Bis 3. April
LARS TEICHMANN: AURA
CHRISTIAN WERNER: STILLLEBEN BRD – INVENTUR DES HAUSES VON HERRN UND FRAU B.
Unter der neuen Leitung werden die Räume des Kunstpalais’ meines Wissens erstmals für eine Doppelausstellung genutzt, das heißt, zwei Einzelpräsentationen sind zeitgleich unter einem Dach. Das macht Sinn in der gegebenen architektonischen Aufteilung. Ich warte darüber hinaus schon lange darauf, dass in der oberen Ebene mal ein paar Wände eingerissen werden. Wie auch immer. Der Maler Lars Teichmann zeigt unter dem Titel „Aura“ seine meist mannshohen und durchaus auratisch daherkommenden Bilder. Seine Motive findet er bei zum Teil sehr bekannten Malereien vergangener Epochen. Diese abstrahiert und verfremdet er in einem eigenen, malerischen Stil. Die Ergebnisse sind imposant, ziehen die Blicke auf sich. Und dennoch dünkt mir da ein wenig der Hang zum Manierismus. Der Fotograf Christian Werner zeigt die Serie einer fotografischen Inventur eines Hauses, in dem ein altes Ehepaar lebte. Nachgeborenen müssen Einrichtung und Hausrat museal, retromäßig und auf eine faszinierende, paradoxe Weise out und hip zugleich vorkommen. Das wiederum könnte eine voyeuristische Falle für Christian Werner sein, der – vom Gesehenen derart berauscht – vergisst, die notwendige Distanz einzunehmen. So wird das Sichtbar- und Zugänglichmachen einer alten, seltsam bekannt-fremden Welt zum Teil auch ein Zurschaustellen und ein Eindringen in einen privaten Raum, der für die Verstorbenen ihre Welt war, in der sie sich nicht wie Exoten gefühlt haben dürften.

KUNSTPALAIS ERLANGEN - PALAIS STUTTERHEIM
Marktplatz 1, Erlangen
Di-So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr
kunstpalais.de


Bis 3. April
A. R. PENCK: SYSTEM, SIGNAL, STÖRUNG
A. R. Penck, geboren 1939 als Ralf Winkler in dem Teil Deutschlands, der zur DDR wurde: Seine Kunst und seine Haltung zu Leben und Gesellschaft fallen in eins. Deshalb verließen ihn auch nach der zwangsweisen Ausbürgerung aus der DDR im Jahr 1980 nicht die Ideen. Denn überall, wo Gesellschaft ist, wird Anlass zur Auseinandersetzung geboten, vor allem für jemanden wie A. R. Penck, der stets die Frage nach dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft zum Thema gemacht hat. Er entwickelte eine unverwechselbare Bildsprache. Auf meist wandfüllenden Leinwänden tummeln sich Figuren und Symbole, die aus wenigen Strichen zusammengesetzt sind und vergleichbar mit Höhlenmalereien an das Archetypische und so etwas wie eine anthropologische Konstante gemahnen. Ob DDR oder BRD, seine Bilder leisteten ab Anfang der 1960er Jahre „eine tiefgreifende Analyse gesellschaftlicher und politischer Phänomene“ (Pressetext). Sie besitzen eine Programmatik, die zeitlos ist. Derzeit sind 14 Gemälde aus den Jahren 1959 bis 1995 in den Fassadenräumen des Neuen Museums zu sehen. Durch die Glasfront sind diese Räume auch von außen gut einsehbar, in zweifachem Sinn ohne Mauer.

NEUES MUSEUM
Eingang Klarissenplatz
Luitpoldstr. 5, Nbg
Di-So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr
nmn.de


Bis 23. April
DEINE BLAUEN AUGEN SIND MIR SCHEIßEGAL
Im Bühlers ist eine Gruppenausstellung mit Leipziger Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, die in unterschiedlichen Medien arbeiten: Malerei, Fotografie, Skulptur usw. Wer vor hat, sich Ende April den Atelier- und Galerienrundgang in der Leipziger Spinnerei anzuschauen, erhält in Fürth einen ausschnitthaften Vorgeschmack auf das, was in Leipzig in Sachen Kunst gerade los. Nach Fürth wurden eingeladen: Kerstin Flake, Katrin Heichel, Uta Koslik, Edgar Leciejewski, Markus Uhr, Johannes Makolies, Oskar Rink, Doreen Schuster, Kathrin Thiele.

BÜHLERS
Königswarterstr. 22, Fürth
Mi-Fr 11–15 Uhr u.n.V.
Geschlossen: Feiertage und Schulferien
buehlers-fuerth.de


(Doppeleröffnung im zumikon)
Eröffnung: Donnerstag, 4. Februar, 20 Uhr
5. Februar bis 2. April

JONAS TRÖGER: FROM SPERM TO URN
... wird präsentiert von der Lounge im zumikon. Nähere Infos unter zumikon.de

LOUNGE IM ZUMIKON
Großweidenmühlstr. 21, Nbg
Mi-So 9–19 Uhr

TAL R MIT HARPUNE WIEN UND AXEL HEIL: FLAMINGO FLAMETTI
... eingeladen vom Institut für moderne Kunst Nürnberg. Eigentlicher Ausgangspunkt für die Ausstellung ist der Roman „Flametti“ (1916) von Hugo Ball, in dem der Autor ein prägnantes Bild des Künstler- und Varieté-Milieus des frühen 20. Jahrhunderts schildert. Der Wiener Harpune Verlag und der bekannte dänische Künstler Tal R wagten sich 2014 an die Erstübersetzung ins Englische. Das Flametti-Projekt wird nun in Zusammenarbeit mit Sarah Bogner, Axel Heil und Josef Zekoff zu einer skulpturalen Rauminstallation, die zugleich eine Varietéaufführung à la Cabaret Voltaire nachempfindet.
Es entstehen darüber hinaus eine begehbare Flametti-Bühne, Vaudeville-Musik, ein collageartiger Bildbeitrag, und Tal R zeigt neben Flaggen und neuentstandenen Grafiken eine temporäre, auf den Fenstern des zumikons angefertigte Malerei.
Vorhang auf!

INSTITUT FÜR MODERNE KUNST NÜRNBERG
im Studio des zumikon
Großweidenmühlstr. 21, Nbg
Mi-So 9–19 Uhr
moderne-kunst.org


Eröffnung: Freitag, 12. Februar, 19 Uhr
14. Februar bis 4. März
BRUNO AUGSBURGER, OLAF UNVERZART: IMMER DIESE FRAGEN
Die beiden Fotografen haben sich an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig kennengelernt. Im Pressetext heißt es, dass sie bis heute „die tiefe Faszination für Berge und Wildnis, die Suche nach Entschleunigung, das Leben im Einklang von Natur und Zeit“ verbindet. Wie schön, dass es nun zu einer gemeinsamen Präsentation ihrer Arbeiten kommt.

GALERIEHAUS NORD
Wurzelbauerstr. 29, Nbg
Di/Mi 11–16 Uhr
Do/Fr 11–13 Uhr, So 11–16 Uhr
galeriehaus-nuernberg-nord.de

 




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