FAU Studiportrait #13: Das Salz in der Suppe

DIENSTAG, 27. OKTOBER 2015

#FAU, #Studium

Beim Projekt Refukitchen der evangelischen Studierendengemeinde Nürnberg (esg) treffen sich regelmäßig Menschen, um gemeinsam zu kochen und neue Freunde kennenzulernen. Bis hierhin nichts besonderes – aber wie der Projektname schon andeutet, kochen bei Refukitchen auch geflüchtete Menschen mit. Das Projekt wird unter anderem von einer FAU-Mitarbeiterin koordiniert, eine FAU-Studentin engagiert sich ehrenamtlich.

Carmen mag das Wort „Flüchtling“ nicht, es verdinglicht Menschen, sagt sie. Bereits in ihrem Studium hat sie sich in der ESG Nürnberg für geflüchtete Menschen engagiert. „Warteschleife“ hieß das Projekt, das seit 2010 bestand. Das breite Angebot reichte von Sprachkursen über Kinderbetreuung bis hin zu Stadtführungen. Inzwischen arbeitet Carmen als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Grundschulforschung an der FAU, promoviert zusätzlich in Religionswissenschaft und findet nebenher immer noch Zeit für ihr Engagement. „Gemeinsam mit Hochschulpfarrerin Kerstin Voges haben wir einen Fokus für Warteschleife gesucht, um weniger breit aufgestellt zu sein.“, erzählt Carmen. Aus Warteschleife wurde im März 2015 in Anlehnung an das Berliner Projekt Über den Tellerrand e.V. dann „Refukitchen“.
Seitdem ist viel passiert.Neben den gemeinsamen Kochabenden gibt es nun auch regelmäßig Kochkurse für alle interessierten Menschen aus der Region, das Team von Refukitchen hat unter anderem bei den Stadtverführungen mitgemacht und bei der Nürnberger Restaurant Week gekocht. Doch vor allem in der Öffentlichkeit zeigt sich immer wieder, dass die Idee von Refukitchen als Begegnungsort von Menschen, egal welcher Herkunft, auf Augenhöhe noch nicht in der Wirklichkeit angekommen ist. „In unserer Gruppe gibt es einige, die beispielsweise wegen ihrer Hautfarbe im Alltag diskriminiert werden.“, berichtet Elli, die an der FAU Soziologie und Kulturgeographie auf Bachelor studiert und bei Refukitchen mitunter bei der Wohnungssuche behilflich ist.
Und in der Küche brodelt es auch manchmal abseits des Kochtopfs. Beispielsweise, weil das Fleisch zum Warmhalten auf den Reis gelegt wurde oder weil beim Einkaufen nicht auf Halal-Produkte geschaut wurde. Aber genau dieses Voneinander-Lernen und Aufeinander-Achten bereichert alle Beteiligten. „Unsere Kochkurse sind inzwischen auch für Menschen, die sich vegetarisch ernähren, möglich.“, sagt Elli, die in diesem Semester – angeregt durch ihre Erfahrungen bei Refukitchen – einen Arabisch-Kurs im Sprachenzentrum der FAU besucht. Und Carmen ergänzt: „Veganes Essen geht auf Nachfrage.“ Wer mal mitkochen möchte, kann sich auf der Webseite anmelden.
Für Refukitchen werden immer Leute gesucht, die sich regelmäßig engagieren möchten – und das nicht nur in der Küche. Auch andere Unterstützung, etwa für die Pflege der Webseite oder den Facebook-Auftritt sowie im Bereich Fundraising, ist willkommen. Für weitere Ideen, die dazu beitragen, das Ziel des gemeinsamen Wir voranzubringen, haben das Team der Refukitchen und die ESG immer ein offenes Ohr.

Weitere Infos und Termine unter refukitchen.de.




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