Claudias Kinoempfehlungen im Dezember/Januar

DIENSTAG, 1. DEZEMBER 2015

#Casablanca, #Cinecitta, #E-Werk, #Kino

Familienfeste, Kinder und Beziehungen sind das Thema im Winter! Und irgendwie fällt mir auf, dass die Menschen ganz schön schlimm miteinander umgehen. Bitte im neuen Jahr ändern.

ALLE JAHRE WIEDER - WEIHNACHTEN MIT DEN COOPERS
AB 03.12. // CINECITTA
In Amerika muss es immer aufgehen. Es darf keiner übrig bleiben, schon gar nicht zu Weihnachten. Doch die Regisseurin des gar nicht so dummen Ehefilms "Wie beim ersten Mal" will uns glauben machen, dass die katzenäugige Olivia Wilde der Endlos-Single ist. Egal, bei den Coopers lügen eh alle, der eine, weil er keinen Job mehr hat, die andere, weil sie alleine ist und der Papa von dem Ganzen darf nicht sagen, dass er lieber alleine wäre. Ich mag das, wenn sich der Bildschirm teilt und man sieht, was die Leute so machen bevor sie zusammenkommen. Neben der wohltuenden Zufallsbekanntschaft an der Flughafenbar ist der Opa mit seiner Stammbedienung weit vorne und auch der tiefenentspannte John Goodman ist schön anzuschauen. Auch wenn das Plakat abschreckt, ist der Film über weite Strecken ein vorweihnachtliches Kinogeschenk.
 




WIE AUF ERDEN
AB 03.12. // CINECITTA
Ich wollte im November mit einem schönen Film anfangen und es ist mir nicht gelungen. Stimmt diesmal fast wieder. Immer tiefer bin ich gerutscht auf meinem Sessel, als ich WIE AUF ERDEN gesehen habe. Ich dachte, es wäre eine Tragikomödie, irgendwie Feelgood. Aber das ist nur Drama. Geplatzte Fruchtblasen, eklige Beschimpfungen, Alkoholsucht, Schläge, Wettschreien. Soll ich weiter machen? Schweden von seiner harten Seite. Ich hab die ganze Zeit den Hoffnungsschimmer gesucht, den es in WIE IM HIMMEL gegeben hat. Hier ist der Preis für ein bisschen Musik hoch.
 



BLACK TAPE
AB 03.12. // E-WERK UND CASABLANCA
Gute Idee, die Interviewreihe zu den Anfängen des deutschen Hip-Hop als Höllentrip zu bezeichnen. Gut auch, wenn man so gut aussieht wie der Ex-Freundeskreisler Sékou. Seine Doku hätte mir als solche gereicht, von Subkultur bis Mittelstandsbewegung, Rumgedisse von den immer noch aktiven Rentnern – spannend genug. Doch Befragen alleine genügte ihm nicht, und das Manipulative find ich so naja. Man sucht nach dem (imaginären) Grundsteinleger, so ein bisschen "Banksy"-mäßig und künstlich aufgeregt.
 



DAS BRANDNEUE TESTAMENT
AB 03.12. // CASABLANCA
Gott lebt, hat schlechte Laune und trägt Bademantel. Seit BIG L wissen wir, dass diese Menschen keine schlechten sind. Ich hab, es tut mir leid, den Film vorab verpasst. Aber ich bin trotzdem sicher, dass wir ihn lieben werden, alle, die curt lesen. Hand drauf. Wir sehen uns im Kino. Da fällt mir ein, ich sollte mal wieder White Russian trinken.
 



IM SCHATTEN DER FRAUEN
AB 28.01. // CASABLANCA
Sie glaubt an sein Talent, die richtigen Fragen zu stellen. Pierre dreht kleine Filme, Manon unterstützt ihn, sie findet es toll, zusammen zu arbeiten, wenn man sich liebt. Geduld statt Geld, ist ihr Credo. Sie sind ein schönes Paar, auch wenn er nie lächelt. Der undurchsichtige Schweiger landet bei einer Praktikantin (!) im Bett, der Off-Kommentar erklärt das doppelte Spiel als normal unter Männern. In dem oft stillen Schwarzweiß-Film wird offen mit Klischees gespielt. Doch die Geliebte ist nicht doof und die Frage, ob es reicht, ein gutes Team zu sein, beantwortet sich nicht im Vorbeigehen. Ich konnte die Augen nicht von ihnen lassen, weil man nie weiß, was als nächstes passiert. Zwischenmenschliche Rätsel sind und bleiben fesselnd.
 



EIN ATEM
AB 28.01. // CINECITTA
Ich muss mal wieder eine Lanze brechen: Jördis Triebel ist eine Super-Schauspielerin. Wie sie in FAMILIENFEST mit der Wahrheit um sich schlug, war reichlich grandios. Jetzt ist sie eine Großstadtzicke, die ihr Leben minutiös plant und damit alle umbringt, insbesondere sich selbst. Na gut, ganz so heftig ist es nicht, aber fast. EIN ATEM schaut dahin, wo wir nur Ausgaben sehen, nach Griechenland. Elena will dorthin, wo sie zwölf Euro in der Stunde verdient und nicht vier. Wer kann ihr das verdenken? Als Kindermädchen beschäftigt sie sich mit den Gut-fürs-Kind-Tabellen der berufstätigen Karrieremutter. Sie hat eigentlich genug Probleme, doch dann verschwindet die Kleine vor der Bäckerei ... Es werden zwei Reisen von zwei Frauen gezeigt. Ein schrecklicher Film, bei dem man keine Rechnung aufmachen darf, insbesondere keine über Schuld. Jördis macht Gänsehaut.
 



 




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