Kabarett, Comedy & Co im Mai

MONTAG, 27. APRIL 2015

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Was sich so an Hochgeistigem, Scharfsinnigem und Künstlerischem tut, das erfahrt ihr genau hier, denn Tommy, unser Schreiberling von curt für Kabarett und Comedy, ist ein kritisches Trüffelschwein.

 

CLAUS VON WAGNER: THEORIE DER FEINEN MENSCHEN
Samstag, 02.05. // Tafelhalle
Was den Kollegen von Wagner und Uthoff gelungen ist, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Nicht nur, dass ihnen die schwierige Aufgabe geglückt ist, ein Kabarett-Format, welches seit Jahren zu den besten des Landes gehört, ohne qualitative Einbußen weiterzuführen, nein, sie haben es auch noch auf ein neues Level gehoben. Selbst in Griechenland hat man mit Wohlwollen den ein oder anderen kritischen Beitrag aus der „Anstalt“ zum allgegenwärtigen Thema zur Kenntnis genommen.
Wer meine Rubrik schon länger verfolgt, weiß um meine hellseherischen Fähigkeiten in Bezug auf Karrieren, zumindest was die der Anderen betrifft. Ich hab‘s Euch wissen lassen, der Wagner wird ein Superstar. Und jetzt Ihr.

COMEDY MIX
Donnerstag, 07.05. // Kulturkellerei
Der Comedy Mix im einen der drei besten Keller der Stadt ist programmatisch auch im Mai wieder picke-packe voll. Martin Frank, Matthias Guggenberger, Gastronomicus, Stefan Johannes Ranker (dem sicherlich ein griffigerer Künstlername anzuraten sei) und Edda Lang sorgen für spaßigen Abend. Jetzt müsst Ihr nur noch für einen volle Spendenhut sorgen.

THILO SEIBEL: DAS BÖSE IST VERDAMMT GUT DRAUF
Samstag, 09.05. // Burgtheater
Es ist immer wieder überraschend, wie viele ehemaligen Sketch- und Script-Schreiber der RTL Samstag Nacht Show eigene Karrieren angestrebt haben, anstreben und wahrscheinlich auch noch anstreben werden. Schön auch, dass der Thilo nicht das obligatorische Theaterwissenschaften-Studium, sondern ein handfestes BWL-Studium abgeschlossen hat. Sein neues Programm ist politisch und beschäftigt sich mit dem Bösen hinter der liebgewonnenen Kanzlerinnen-Raute. Das ist jetzt thematisch nicht allzu neu und deshalb wird es auf den Vortrag und vor allem auf den Vortragenden ankommen. Da mach ich mir allerdings bei Thilo Seibel keine besonders großen Sorgen.

CHRISTOPH SIEBER: ALLES IST NIE GENUG?
Dienstag, 12.05. // Comödie Fürth
Der frisch gebackene Empfänger des deutschen Kleinkunstpreises 2015 zieht jetzt auch schon im fünften Jahr mit seinem Programm „Alles ist nie genug“ durch die Lande. Ist aber alles halb so schlimm, denn zum einen wird es quasi stündlich aktualisiert, und zum anderen ist der Typ mit den riesigen Augen hinter seiner Brille sowas von omnipräsent im öffentlichrechtlichen Kabarett-Fernsehen, dass man meinen könnte, Welke, von Wagner & Co. würden ihm was schuldig sein. Sind sie natürlich nicht! Herr Sieber weiß derart zu überzeugen, dass sie gerne ihre Sendung in seinem Glanze erstrahlen lassen. Die Comödie hat sowas zwar nicht nötig, will aber mal nicht so sein.

MATHIAS TRETTER & SVEN KEMMLER: SCHOTTENABEND
Mittwoch, 13.05. // Burgtheater
„Schottenabend – 2 Stunden mit nix drunter“, so das Motto des Abends. Besser, als nix drauf, oder? Genau wegen solcher Kalauer schreibe ich über Comedy und Kabarett und belasse es auch dabei. Zu Mathias Tretter muss nicht allzu viel gesagt werden. Sein Bühnenpartner Sven Kemmler hat eine erstaunliche Vita vorzuweisen: Studium in Schottland, dann Schauspieler in München, danach Unternehmensberatung für Lufthansa und Lufthansa Cargo, was ihn konsequenterweise direkt ins Lektorat für Drehbücher zur Kinowelt AG katapultierte. Eins ist mal klar – der Typ hat was zu erzählen und der andere sowieso. Beide wollen uns die uns zutiefst unheimlichen Wesen von der Insel näher bringen und ich als großer Fan der britischen Kultur freue mich sehr auf diesen Abend.

TORSTEN STRÄTER: SELBSTBEHERRSCHUNG UMSTÄNDEHALBER ABZUGEBEN
Mittwoch, 20.05. // Tafelhalle
Die Spielstätten werden immer größer und das völlig zu recht. Die Absurditäten des täglichen Lebens bringt er auf den Tisch und sein Pfund ist dabei die Sprache, deren er mächtiger ist als so mancher aus seinem Kollegenkreis. Erst gestern durfte ich seinem Vortrag bei Nuhr im Ersten lauschen, und abgesehen von der Tatsache, dass seine allmonatliche Anwesenheit die Sendung einigermaßen erträglich macht, würde mich mal interessieren, was wirklich in seinem Buch steht, aus dem er rezitiert. Seine teddybärenmäßige Ausstrahlung und die sonore Stimme lassen dabei eine irgendwie heimelige Atmosphäre entstehen, bei der man aufpassen muss, nicht in einen transzendenten Zustand abzugleiten.

MATTHIAS EGERSDÖRFER: VOM DING HER
Mittwoch, 20.05. // Comödie Fürth
Meine Recherchearbeit hat ergeben, dass ich nun zum siebten Mal über das letzte Programm unseres Tatort-Helden schreibe. Muss ich das? Nein, aber ich dachte mir, die mir zur Verfügung gestellten Zeilen zu nutzen, um den Kollegen Egersdörfer nett zu bitten, die Fan-Post beiseite zu legen, die Fress-Geschenkkörbe im Cellophan zu lassen und endlich wieder seiner Arbeit als Künstler nachzukommen. In Fürth mag das alles ja noch rocken, aber wir hier in der Metropole brauchen Neues, lieber Matthias.

H.H. FRIEDRICH: SCHWINDELFREI
22.05. + 23.05. // Burgtheater
Des Schreiberlings erste Anlaufstelle ist meist die Homepage des zu Beschreibenden. Oft verdient ja so ein Künstler weniger als der unkreative Pöbel meinen mag und da bleibt es nicht aus, die Arbeiten an der Homepage im Verwandtenkreis zu vergeben. Wenn aber die Pressetexte auch aus Selbigen kommen, wird’s kritisch. So einen Blödsinn wie auf Frau Friedrichs Webseite habe ich selten gelesen. Ich hätte fast weggeklickt, dabei muss ich nach dem YouTube-Studium der Dame durchaus Humor bescheinigen, der auch noch recht kurzweilig im Vortrag daherkommt. Macht Laune.

OLAF SCHUBERT: SO!
Mittwoch, 30.05. // Stadthalle Fürth
Vor drei Jahren habe ich in selbiger Rubrik fast schon ketzerisch über Olaf Schubert hergezogen und krieche jetzt demütigst zu Kreuze. Ja, der Rollkragenpulli-Ossi kann was und ich habe geirrt. Kinder, die Größe, die ich gerade zeige, soll Euch als Lektion fürs Leben dienen, soll Euch zeigen, dass auch die Klügsten irren, aber nur die mit zusätzlich emotionaler Intelligenz Gesegneten dies auch einräumen und an gleicher Stelle eben jenen Künstler, der die Stadthalle Fürth ausverkauft, bescheinigen: Das immer selbe Genuschel kann lustig sein, wenn es nur im sächsischen Dialekt daherkommt.




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