Kunst betrachtet von Natalie de Ligt #33

MITTWOCH, 1. NOVEMBER 2017

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Eine Ausstellung – zwei Orte
Katana: Bis 11. November 2017
Bernsteinzimmer: Bis 12. November 2017
PHILIPP MOLL: … UND SCHUBST MIR KEINE HÄUSER UM …
Anlässlich des ersten Todestages des Nürnberger Künstlers, Musikers und Schriftstellers Philipp Moll (1970-2016) veranstalten das Bernsteinzimmer und das Kunst- und Kurhaus Katana eine Ausstellung mit Arbeiten seines umfangreichen und weitgefächerten Werks. Der bekennende Legastheniker war zugleich mit Sprachgewalt gesegnet und lehrte die Buchstaben und dann uns, was Sprache sein kann und was sie vermag, und er ließ sie zum Bestandteil seiner Kunst werden. So entstanden Arbeiten, die man als Kunstsprachbilder bezeichnen kann und die, wie nahezu alle seine Werke, randständig, äußerlich aus der Zeit gefallen, aber in der Aussage immer aktuell sind. Ausgangspunkt vieler seiner Werke bildet etwas Altes, Patina-Beschwertes, das er zu wunderlichen Objekten zusammenbaute oder in Komplizenschaft mit Buchstaben zu Bildwerken formte, die selbst ausgewachsene Satiriker leer schlucken lassen. Nicht nur, weil ihnen ein besonderer Humor innewohnt, sondern auch, weil sie mit minimalen Mitteln und maximaler Wurschtigkeit Dinge zur Sprache und auf den Punkt bringen, die viel mit unserer Putzigkeit und auch Armseligkeit zu tun haben.
Wer das Werk von Philipp Moll bisher nicht kennengelernt hat, möge sich unverzüglich in die beiden Ausstellung verfügen.

KUNST- UND KURHAUS KATANA
Wilhelm-Spaeth-Str. 18, Nbg
Mi 18-20 Uhr, Sa 15-19 Uhr
katana18.de

GALERIE BERNSTEINZIMMER
Großweidenmühlstraße 11, Nbg
Sa/So 15-19 Uhr
galerie-bernsteinzimmer.de


Bis 11. November 2017
LUTHER
Das Programm des Edel Extra ist stets zackig und eng getaktet: Lara Sielmann und Claudia Holzinger nehmen sich bis Mitte des Monats der vollen Wucht des Lutherjahres 2017 an. Visuell, akustisch und kulinarisch, wie es auf der Website heißt. Sie laden die Besucher ein, in ein Meer aus Martin einzutauchen und die Reformation vom Thesenanschlag 1517 bis in die Zukunft zu erleben.
Am 15. November, 19 Uhr, eröffnet dann die Ausstellung „SS2018 Fashionshow" mit Kollektionen von Lana x Alyna u.a. Die Schau läuft vier Tage bis zum 19. November.
Mit der darauf folgenden Eröffnung am 24. November, 18 Uhr, von Kitti & Joy hat das Edel Extra das Institut für moderne Kunst Nürnberg zu Gast. Anlässlich seines 50jährigen Bestehens hat es ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, das bis ins nächste Jahr reicht und unter anderem Satellitenausstellungen wie jene im Edel Extra vorsieht.

EDEL EXTRA – Verein zur Förderung ästhetischer Prozesse
Müllnerstr. 22, Nbg
Während der Ausstellung täglich 17-20 Uhr
edelextra.biz


Bis 11. November 2017
MATTHIAS STRÖCKEL: ALL AWAY ABOVE  
Der Nürnberger Künstler Matthias Ströckel (*1986) versammelt gerne rätselhafte Objekte. Oft sind sie aus durchaus bekannten Gegenständen zusammengesetzt, in der Art von kombinierten Readymades. Für „Shuttle" etwa hat er einen roten Speer und eine silberglänzende Orgelpfeife zu einer Art Raketenstation angeordnet. Weiterhin zeigt er eine Reihe von gesteinsartigen Kugeln, im Kreis und nach Größe angeordnet auf einem runden Tischchen. Der Titel hierzu lautet „Who is who on the moon" und suggeriert, dass die Kugeln etwas mit einem – unserem? – Planetensystem zu tun haben könnten. Immer wieder zieht es Ströckel in Bereiche oberhalb der Atmosphäre und dorthin, wo noch viele Fragen offen sind: Woher kommen wir, gibt es eine Schöpfung aus dem nichts, und wenn ja, wie wäre jene zu denken.
Am Dienstag, 21. November, 19-21 Uhr, eröffnet die Ausstellung „november" mit Arbeiten von Magdalena Abele, Christina Chirulescu, Johannes Felder und Johannes Kersting.

GALERIE SIMA
Hochstr. 33, Nbg
Di/Mi 17-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr u.n.V.
sima-projects.de


Bis 11. November 2017
MISSING ICONS: DIE ANDEREN
Hinter Missing Icons verbergen sich die Künstlerinnen Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper. Sie zeichnen übrigens auch für die heiß diskutierte Diamant-Skulptur am Nelson-Mandela-Platz in Nürnberg verantwortlich. Im Frühjahr dieses Jahres nahmen sie am „Kunstwettbewerb Bundesministerium des Inneren (Außenraum)" teil und waren in der Endrunde mit ihrem Entwurf „Innere Sicherheit | Fünf Gefahrenmuster" vertreten. Leider kamen sie nicht zum Zuge. Aus Sicht von Herrn de Maizière durchaus verständlich, sah ihr Entwurf doch vor, die großen Fensterscheiben der zum Gelände hin gelegenen Konferenzräume so aussehen zu lassen, als seien sie massiv von außen mit Steinen traktiert worden. Ein bedrückendes Bild von innen und ein bedrohliches von außen. In ihrer aktuellen Ausstellung „Die Anderen" geht es unter ähnlichen Vorzeichen ebenfalls um einen bedrohlichen Anblick: Hunderte Augenpaare, eingebettet in eine raumfüllende, vom Boden bis zur Decke reichenden Installation, richten ihren ausdruckslosen Blick auf die Besucher. Missing Icons haben den hinteren Teil des Kohlenhofs mit formal schlichten, aber wirkungsvollen Papiermasken unterschiedlicher Größe zugepflastert. Wer immer sich in diesen Teil begibt, kann den Blicken und dem unguten Gefühl, beobachtet zu werden, schwerlich entrinnen.

KUNSTVEREIN KOHLENHOF
Grasersgasse 15/21, Nbg
Do-Sa 14-19 Uhr
kunstvereinkohlenhof.de


Bis 28. Januar 2018
KRISTINA SCHMIDT, JOHANNA STROBEL, ROBERT KEIL, KITTI & JOY: ANOTHER WORLD IS POSSIBLE
Eine Ausstellung im Rahmen des 50jährigen Jubiläums des Instituts für moderne Kunst. Am 21. November um 19 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Kristina Schmidt, Johanna Strobel und Dr. Jenny Nachtigall statt. Siehe auch den Bericht hier auf der Website.

INSTITUT FÜR MODERNE KUNST NÜRNBERG – Lounge im zumikon
Großweidenmühlstr. 21, Nbg
Mi-So 10-18 Uhr
moderne-kunst.org


Bis 5. April 2018
GIORGIO HUPFER: DU SOLLST DIR KEIN BILD MACHEN
Aus Anlass seines 5. Todestags widmet die Kunstvilla dem Nürnberger Künstler Giorgio Hupfer (1958-2012) eine umfangreiche Ausstellung, die in der Hauptsache einen Querschnitt seines bildnerischen Schaffens zeigt und zugleich anhand von Originalaufnahmen sein Wirken als Performancekünstler vorstellt. In der geradezu dionysischen Vielseitigkeit lässt sich das Werk von Giorgio Hupfer kaum festlegen, am allerwenigsten auf eine bestimmte Gattung. Er war nicht nur Maler, Musiker und Dichter, sondern trat auch als Kunstraucher, Aktionskünstler und Filmemacher in Erscheinung. Für die retrospektive Schau kann die Kunstvilla auf Leihgaben aus dem Nachlass und Privatbesitz zurückgreifen.

KUNSTVILLA
Blumenstraße 17, Nbg
Di, Do-So 10-18, Mi 10-20 Uhr
kunstvilla.org


Eröffnung: Samstag, 4. November, 19 Uhr
8. November bis 9. Dezember 2017
DANIEL BISCHOFF, MICHAEL FRANZ, ALEXANDRA LEYKAUF, EVA RASCHPICHLER
Ausgangspunkt für diese Ausstellung ohne Titel bildet die Einladung der Galeristin Annette Oechsner an den Künstler Michael Franz (*1974). Da sie nicht nur sein künstlerisches Schaffen schätzt, das vorwiegend auf Zeichnung und Film basiert, sondern gleichsam „seine kuratorische Arbeit, die immer auch eine kollaborative ist", bat sie ihn ein Ausstellungsprojekt in ihrer Galerie zu realisieren. Hierfür hat der Künstler, der in Nürnberg studiert hat und mittlerweile in Berlin lebt, zusätzlich Daniel Bischoff (*1976 lebt in Nürnberg), Alexandra Leykauf (*1976 lebt in Berlin) und Eva Raschpichler (*1980, lebt in München) eingeladen, mit denen er seit der Zeit an der Nürnberger Kunstakademie verbunden ist. Alle vier sind in der Vergangenheit schon in Erscheinung getreten und im Nürnberger Raum bekannt. Sie arbeiten in unterschiedlichen Medien und verfolgen unterschiedliche Ansätze. Nicht nur aus diesem Grund darf man neugierig auf den Versuch dieser temporären Kollaboration sein. Denn wie die Ausstellung aussehen wird und welche Arbeiten wie miteinander in Beziehung treten, soll sich erst im Zuge des Aufbaus ergeben. Videoscreening und Talk: Freitag, 24.November, 19.30 Uhr. Nicht verpassen!
 
OECHSNER GALERIE im Atelier- und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg
Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
oechsner-galerie.de


Eröffnung: Samstag, 4. November, 19 Uhr
8. November bis 20. Januar 2018
STEFFEN ZILLIG:PESSIMISMUS ORGANISIEREN
Zur Eröffnung spricht Joshua Groß (Institut für moderne Kunst). Die Ausstellung findet im Rahmen des 50jährigen Jubiläums des Instituts statt. Siehe hierzu den Bericht auf der Website.

INSTITUT FÜR MODERNDE KUNST im Atelier- und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg
Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
moderne-kunst.org


Eröffnung: Mittwoch, 8. November, 19.30 Uhr
9. bis 26. November 2017
CHRIS BRUDER & CHRISTIAN RÖSNER: BEUTE

KREIS GALERIE - Galerie am Germanischen Nationalmuseum
Karthäusergasse 14, Nbg
Mi 16-20, Do/Fr 14-18, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
kreis-nuernberg.de


Eröffnung: Do, 9. November, 17.30 Uhr
10. November bis Anfang Januar 2018
CHRISTIN MICHALECK
Christin Michalecks (*1997) Zeichnungen weisen starke Bezüge zu japanischen Mangas und auch zu Hentais auf, der erotisch-pornografischen Variante von Mangas im typischen Animestil. Ihre mit Faser- und Buntstiften gezeichneten Bilderstrecken, Comics oder Einzelbilder sind geprägt von einem narrativen Charakter. Hierbei stehen menschliche Figuren und die Beziehungen, die sich zwischen ihnen ergeben können, im Mittelpunkt. Bis zum 6. November kann man noch die Ausstellung von Maaz Ali besichtigen.

FORUM STEIN – Ausstellungsraum der WerkStadt Lebenshilfe Nürnberg
Forum 1, Stein
Mo-Sa 10-20 Uhr
lhnbg.de


Eröffnung: Freitag, 17. November, 19 Uhr
18. November bis 23. Dezember 2017
DIETMAR PFISTER: PFEILSCHNELL IST DAS JETZT ENTFLOGEN
Der Künstler ist bekannt für seine Buchobjekte. In der Kunstgalerie Fürth stellt er sich nun auch mit Installationen und als Maler großformatiger Bilder vor.

KUNSTGALERIE FÜRTH
Königsplatz 1, Fürth
Mi-Sa 13-18 Uhr, So/Feiertage 11-17 Uhr
kunst-galerie-fuerth.de


Eröffnung: Mittwoch 22. November, 20 Uhr
23. November bis 17. Dezember 2017
KLASSE PROF. MARKO LEHANKA: SPASSBREMSE GONDELHAUSEN
In der Klasse für Bildende Kunst (Bildhauerei) von Prof. Marko Lehanka tummeln sich eine ganze Reihe Berserkerinnen und Berserker. Distinguiertes Vor-sich-hin-Arbeiten scheint eher nicht vorzuherrschen. Es wird wenig gekleckert, dafür um so mehr geklotzt. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man sich die Klassenpräsentationen des jährlichen Akademie-Rundgangs vor Augen führt. Und in der Ankündigung heißt es: „Die Erforschung unkonventionellen Materials trägt dazu bei, künstlerische Ausdrucksweisen zu überdenken und konditionierte Sichtweisen zu überwinden, um zu den Wurzeln künstlerischen Tuns vorzudringen". Feststeht, dass es hierbei durchaus ernsthaft, aber nicht bierernst zugeht.
Bis zum 12. November ist die Ausstellung „Eden" von Julius Jurkiewitsch, Irina Pilhofer und Eva Schreppel zu sehen.

AKADEMIE GALERIE NÜRNBERG / Auf AEG
Muggenhofer Str. 135 / Halle 13, Nbg
Mi-So 14-19 Uhr
adbk-nuernberg.de


Eröffnung: Do, 23. November, 18.30 Uhr,
bis auf Weiteres
AUGENGEFÜHLE: SAMMLUNG KERSTIN HILLER UND HELMUT SCHMELZER
Das Neue Museum ist mit dem Nürnberger Sammler-Ehepaar Kerstin Hiller und Helmut Schmelzer ein besonderes Modell von Public-Private-Partnership eingegangen. Es ist kein Novum mehr, dass Privatsammler einzelne Werke oder Teile ihrer Sammlung als Dauerleihgabe an ein Museum geben. Vor allem die Museen, die aufgrund marginaler oder total gestrichener Sammlungsetats mit dem Rücken an der Wand stehen und ihren offiziellen Auftrag kaum mehr wahrnehmen können, hoffen dann, dass die Betonung auf der Vorsilbe „Dauer" und nicht dem anderen Wortteil „Leihgabe" liegt. Im Neuen Museum dürfte diese Hoffnung begründet sein, denn das Sammlerpaar Hiller/Schmelzer hat nicht einfach Werke angeboten, sondern auch „gezielt und in enger Absprache mit dem Museum für dessen Räume zugekauft". Bereits seit Anfang des Jahres wurden einzelne Räume mit Werken aus der Privatsammlung eingerichtet, darunter der Nürnberger Raum von Franz Erhard Walther oder eine Wand füllende Arbeit von Manuel Franke, die in der Tat exakt auf die Maße der Museumswand zugeschnitten ist. Jetzt wird das Dauerleihgaben-Projekt erstmals als Ganzes vorgestellt.

NEUES MUSEUM NÜRNBERG
Klarissenplatz, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
nmn.de


Eröffnung: Samstag, 25. November, 19 Uhr
26. November 2017 bis 11. Februar 2018
GREATEST HITS
In regelmäßigen Abständen veranstaltet das Kunstpalais eine Ausstellung mit Werken der eigenen Sammlung. Ihr Schwerpunkt liegt auf Grafiken, Multiples und Künstlerbüchern. Es wurden aber seit Sammlungsbeginn in der 1970er Jahren auch Skulpturen, Gemälde, Videoarbeiten und sogar raumgreifende Installationen erworben. Unter dem Titel „Greatest Hits" verspricht die Kunstpalais-Leiterin eine Präsentation der Sammlung „wie Ihr sie noch nie gesehen habt".

KUNSTPALAIS ERLANGEN
Palais Stutterheim
Marktplatz 1, Erlangen
Di-So 10-18, Mi 10-20 Uhr
kunstpalais.de


Eröffnung: Mittwoch, 29. November, 20 Uhr
30. November 2017 bis 21. Januar 2018
STEFANIE ZOCHE: SAND
Die Künstlerin Stefanie Zoche (*1965, München) befasst sich anhand von Fotografien, Objekten und Installationen mit dem Rohstoff Sand, einer immer knapper werdenden Ressource. Noch bis zum 12. November ist die Ausstellung »Modell Landschaft. Fotografie« von Thomas Wrede zu sehen.

KUNSTHAUS
Königstraße 93, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstkulturquartier.de/kunsthaus

 




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