Kabarett, Comedy & Co

SONNTAG, 1. OKTOBER 2017

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Was sich wieder an Hochgeistigem, Scharfsinnigem und Künstlerischem tut, das erfahrt ihr genau hier, denn Tommy, unser Schreiberling von curt für Kabarett & Comedy, ist ein kritisches Trüffelschwein. Viel Spaß beim Schenkelklopfen!


MICHAEL ELSENER: MEDIENGEIL
SAMSTAG, 07.10. // BURGTHEATER
Der 32-jährige Schweizer Michael Elsener ist zuhause bei den Eidgenossen schon ein kleiner Star und könnte auch hierzulande Einiges reißen. Klar, die üblichen Klischees und Vergleiche zwischen den Nachbarn Deutschland und Schweiz sind natürlich jetzt nicht der allerneuste, heiße Scheiß, aber gekonnt und gleichermaßen unterhaltsam vorgetragen – bleibt der ein oder andere Lacher sicherlich nicht aus. Schön auch, sein kunstvolles Switchen zwischen den vier in der Schweiz gesprochenen Sprachen bzw. Dialekten. Im Kabarett-Zirkus ist es mittlerweile ein wenig so wie in der Musik: bei der Vielzahl an Künstlern kommt es auf Kleinigkeiten und Charisma an und deshalb wird das was mit dem Herrn Elsener.

EGERSDÖRFER UND ARTVERWANDTE
DIENSTAG, 10.10. // KUNSTKULTURQUARTIER / FESTSAAL
Endlich ist der blöde Sommer vorbei. Gutgebaute Menschen zeigen allenthalben ihre Körper, nur um die Fetten dick aussehen zu lassen. Der erhöhte Bier- und Eiskonsum entspannt die Lage auch nicht wirklich. Jetzt ist aber Herbst und die Komödianten der Republik betreten das Rampenlicht. Auch der Egersdörfer ist back und hat sich fantastische Gäste geladen. Der Wortakrobat und amtierende bayerische Poetryslam-Meister Alex Burkhard wird uns die Silben um die Ohren schmeißen, die beiden Köpfe des Nürnberger Pulse of Europe-Ablegers, Barbara Münzel und Matthias Meier, werden uns erklären, warum diese großartige Bewegung so wichtig für uns alle ist, und die Band Your Careless Spark wird uns beweisen, dass großer Indie-Pop auch aus Nürnberg kommen kann. Nicht zu vergessen des Matthias wunderbare Side-Kicks, in Gestalt von Carmen, Birdi und Ahmet. Kommet zu Hauf, mit oder ohne Bauch. Präsentiert von curt.

MAXI GSTETTENBAUER: LIEBER MAXI ALS NORMAL
FREITAG, 13.10. // GUTMANN NÜRNBERG
Kollege Gstettenbauer ist 2015 wie aus dem Nichts mit seinem sehr klugen und überaus unterhaltsamen Vortrag „Ich bin ja kein Nazi, aber ...“ aufgeschlagen und meine Hoffnung war groß. Der Mann wedelte eben nicht mit seinem intellektuellen Zeigefinger in der Gegend herum, sondern brachte eigentlich Selbstverständliches, relativ geraderaus auf den Punkt, in der Sprache der Millennials. Leider wurden seine Auftritte zusehens unpolitischer und die Geschichten banaler. Klar, unterhaltsam ist er immer noch und ein Künstler, der seine Zielgruppe immer im Blick behält, macht Vieles richtig. Nur denke ich, da wäre mehr drin gewesen. Der Maxi ist aber jung und ich bin guter Hoffnung, dass da noch etwas geht.

DJANGO ASÜL: LETZTE PATRONE
SAMSTAG, 14.10. // MARITIM KULTURLOUNGE
Der Django aus dem niederbayerischen Hengersberg hat schon so einige scharfe Patronen verschossen. Mit einer hat er einmal einen fränkischen Wellenreiter aus dem Heimatministerium vom Brett geholt, was dann im eigenen Plattschuss endete. Kaum angekommen, musste er den bayerischen Olymp aka Nockherberg wieder verlassen. Trotzdem darf der Ex-Klassenkamerad von Sozi Florian Pronold noch bei festlichen Anlässen der CSU-Fraktion auftreten und die Großkopferden derblecken, sogar wenn er mit dem Titel des aktuellen Programms wieder ein altes storchenähnliches Zitat vom Boss ausgräbt. Der offizielle „Botschafter von Niederbayern“ wird eben von allen geschätzt. Nach über zwei Jahrzehnten Kabarett weiß man, was man, aber eben auch die anderen, (ab)bekommt. Mit seiner letzten Patrone sinniert er am Stammtisch im heimischen Mikrokosmos Hengersberg über die aktuelle Lage und Zukunft von Gott und der Welt und wie er darin seine Restlaufzeit sinnvoll nutzen kann. Achtung vor Streifschüssen!

BRUNO JONAS: NUR MAL ANGENOMMEN
FREITAG, 20.10. // KULTURFABRIK ROTH   
Der 13. Rother Kabarettherbst steht an und das Programm ist die Wucht! Ein Highlight, auch weil er nur noch so selten in Erscheinung tritt, ist sicherlich Bruno Jonas. Einst neben dem unvergessenen Dieter Hildebrandt einer der Protagonisten der Sendung „Scheibenwischer“, zu ihrer Zeit das wichtigste Kabarettformat im deutschen Fernsehen. Der Passauer Metzgerssohn ist ein Tausendsassa. Er spielte in Kultserien wie „Irgendwo und Sowieso“, den Bruder Barnabas beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg und ist seit Jahrzehnten auf allen Kleinkunstbühnen unterwegs, um Unbequemes, aber leider meist sehr Wahres in seiner eigenen Art unters verwirrte Volk zu bringen. Ein Meister seines Faches.

COMEDY MIX
FREITAG, 20.10. // KULTUKELLEREI NÜRNBERG
Auch der allseits beliebte Comedy-Mix beendet seine Sommerpause, um uns glücklich zu machen. Das Programm quillt beinahe über, denn mit Ralf Winkelbeiner, Michael Mauder, Bastian Mahler, Hani Woh und dem wunderbaren Feuerbach Quartett wird’s im Backstage-Bereich sicherlich mehr als kuschelig. Auch in diesem Herbst geht der Hut durchs Publikum und jeder, der weniger als 5 Euro springen lässt, sollte sich was schämen.

MATHIAS TRETTER: POP
SAMSTAG, 21.10. // TAFELHALLE
Der Unterfranke Mathias Tretter ist seit Jahren eine große Nummer im nationalen Kabarett-Becken. Als Unterfranke braucht man zwar per se schon einmal eine gehörige Portion Humor, was aber nicht gleich in einer professionellen Ausübung enden muss. Tretter war Gründungsmitglied des Ersten Deutschen Zwangsensembles, mit dem er von 2004 bis 2014 zusammen mit Claus von Wagner und Philipp Weber die Republik belustigte. Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang und wurde mit dem Deutschen Kabarettpreis 2017 ergänzt.
Thematisch arbeitet er sich an Politik und Gesellschaft ab, ohne jemals den Finger aus der Wunde zu nehmen. Sein Programm „Pop“ ist nagelneu und im Wahljahr sicherlich gespickt mit dem ganz normalen Wahnsinn, an den wir uns leider schon gewöhnt haben.

LISA FITZ: WELTMEISTERINNEN
DIENSTAG, 24.10. // COMÖDIE FÜRTH
Lisa Fitz kommt aus einer bayerischen Künstlerdynastie. Von Schriftstellern, über Bühnenautoren und Schauspielern bis hin zu Kompo-
nisten und Musikern ist da so ziemlich alles vertreten. Ihr Werdegang begann auf der Schauspielschule inklusive einer Rolle beim „Schulmädchen-Report“ (die Älteren werden sich erinnern) und endet seit einigen Jahren auf der Bühne, wo sie entweder als Kabarettistin oder als Sängerin zu Gange ist. Preise hat sie zuhauf eingeheimst und inhaltlich hält sie seit je her die Flagge der Frauen hoch. Leider ist dies immer noch mehr als nötig und deshalb möchte ich Euch allen diesen Abend in der Comödie Fürth wärmstens ans Herz legen.

ROLF MILLER: ALLES ANDERE IST PRIMÄR
DONNERSTAG, 26.10. // E-WERK
Es ist schon eine große Leistung, ein und derselben Figur jahrelang Leben einzuhauchen, ohne jedwede Einschränkung in Qualität oder dem Unterhaltungsfaktor. Rolf Miller, der minimalistische Stammtisch-Philosoph, bringt die Dinge nie auf den Punkt und dennoch könnte er kaum klarer in der Sache sein. Sein – ich glaube – Pfälzer Dialekt gibt seiner Figur noch mehr Profil und unterstreicht seinen einfachen, aber durchaus scharfen Geist. Neuerdings macht Herr Miller kleine, nette Handy-Filmchen, die er entweder hinter‘m Steuer oder auf dem Strand einer griechischen Insel dreht, um uns kurz an seiner Sicht der Dinge zum tagespolitischen Geschehen teilhaben zu lassen. Erlangener, da müsst Ihr hin!

TILL REINERS: AUKTION MENSCH
FREITAG, 27.10. // BURGTHEATER
Die Grenzen zwischen Poetry Slam und gesellschaftskritischem Kabarett sind bei Till Reiners fließend. Sein Humor ist meist schwarz wie die Nacht, seine Politik unkorrekt und er ist von einer Direktheit, die wirklich schmerzt. Aber sein Vortrag ist auch klug und wahr. Er spricht Gedanken aus, die man sich fast gar nicht zu denken traut, oder, falls einen ein solcher Gedanke ereilt, man sofort den Reset-Knopf im Oberstüberl sucht. Ja, der Mensch ist im Grunde ein Arschloch. Sein größter Fehler ist es, sich dieser Tatsache nicht bewusst zu sein. Zum Glück gibt es Künstler wie Till Reiners, die uns an die menschlichen Abgründe erinnern, ohne eine Lösung anzubieten – die gibt es auch leider nicht.




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