So ein (Sommer)Theater ...

SAMSTAG, 1. JULI 2017

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Zieleinlauf für die Saison 2016/2017: Abschiede gibt es reichlich. Schauspieler verlassen das Ensemble (Henriette Schmidt, Thomas L. Dietz, Marion Schweizer), mit Rachael Tovey geht Nürnbergs unvergleichlich „hochdramatische“  Elektra, Turandot und Brünnhilde dahin. Ein dutzend Produktionen (gesungen, gesprochen, getanzt) verabschieden sich zur Sommerpause endgültig, der unsterblich scheinende Hörspiel/Theater-„Winnetou“ ist bereits in die ewigen Jagdgründe verschwunden. Howgh, es gibt nichts mehr zu sagen. Andere wie die Klassiker um die „Jungfrau von Orleans“, den „Biedermann und die Brandstifter“ und die Kalauer-Antiquität „Pension Schöller“ sind als Stützen der nächsten Saison programmiert. Man muss genau sortieren für den persönlichen Spielplan-Endspurt. Erst Anfang Oktober beginnt am Staatstheater (drei Wochen nach dem Gostner!) die neue Ernte mit den zehn Monaten der Spielzeit 2016/2017, die gleichzeitig den Abschied von Schauspielhaus-Chef Klaus Kusenberg nach rekordverdächtigen 18 Jahren Amtszeit bringt. Auch Staatsintendant Peter Theiler und Generalmusikdirektor Marcus Bosch gehen dann – aber sie waren nur zusammengerechnet so lange hier.

LEISES SERVUS AM ABSCHIEDS-SPALIER

Der Theater-Wegweiser für Juli / August – von Dieter Stoll


STAATSTHEATER NÜRNBERG

Ein Monat ganz ohne Premieren, ehe es für weitere sieben Wochen in die nur noch durch Freilichtspiele kulturell temperierte Sommerfrische geht: Alle Sparten nuckeln im Juli Restenergie am eigenen Repertoire, zehn Produktionen nehmen Abschied vom Spielplan. Einige davon könnten Fans als Wiedergänger anlocken, andere die finale Aufhol-Chance für nachlässige Zufallsignoranten bieten.

PREMIERENFRISCH. Große Worte und was dahinter: Klassik-Pathos der stabilen Art bietet Friedrich Schillers DIE JUNGFRAU VON ORLEANS, die wortgewaltig erzählte Geschichte einer „Gottgesandten“, die zur höheren Ehre in die Schlacht zieht. Regisseur Peter Wittenberg aus Österreich, einst am Burgtheater der Uraufführungsregisseur von Werner Schwabs „Präsidentinnen“, nahm für sein Nürnberger Debüt mit Lilly Gropper in der Titelrolle die kürzestmögliche Bearbeitung von zwei Stunden. Da marschiert die Titelheldin, im Outfit wie Lara Croft, mit einer nach vorn ins Gesichtsfeld gebogenen Kamerakonstruktion auf dem Helm durch alle Staats- und Glaubenskrisen. Sie überträgt so live den eigenen Augenaufschlag, den der Zuschauer auf großer Videowand als Zwinker-Mischung aus Angst, Trotz und Irritation verfolgen kann. Johanna ist also Selfie-Produzentin und gönnt sich nach dem Heldentum zur Verklärung die Zigarette danach. Die Kritiken widersprachen sich denkbar heftigst. –––  Die Apokalyptischen Reiter sieht Christoph Mehler in Max Frischs nicht unbedingt zum Galopp neigenden Selbstbetrugsdrama BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER durch die Gegenwart stürmen. Eine stabile Parabel, die seit 60 Jahren zu jeder gesellschaftlichen Entwicklung ihre Warnungen bereit hält. Stefan Lorch ist der naive Biedermann, der den Brandstiftern seine Patenschaft bietet, aber der stets avantgardistisch versonnene Regisseur dekonstruiert die Story zum Gedankenspiel mit Gerüstbau. Vom Ur-Text bleiben nur Fragmente, die gezielte Irritation lässt den Zuschauer nach nur 80 Minuten begeistert oder belämmert zurück. ––– Als Recherche-Projekt und Stückentwicklung im Studioformat war EIN FEST FÜR ATATÜRK angesetzt, das wegen der jetzt schon vorhandenen Nachfrage im Herbst auf die nächsthöhere Ebene der Kammerspiele geleitet wird. Jetzt gibt es das mit Dokumenten unterfütterte Debattenspiel von der staatlich angeordneten Aufführung, die im Jahr 2023 der hundertjährigen türkischen Republik ein Berliner Event zum Staatsgründungsjubiläum spendiert, noch im intimen Rahmen der BlueBox. Die Gewissenskonflikte der Künstler „mit Hintergrund“, die per Computer auserwählt wurden, rücken in Rückkoppelung nah an die Krisenerfahrung von 2017.
Termine: „Die Jungfrau von Orleans“ (6., 9., 11., 13.,14., 16., 18., 19. Juli) im Schauspielhaus ––– „Biedermann und die Brandstifter“ (6., 8., 9., 11., 13., 19. Juli) in den Kammerspielen ––– „Ein Fest für Atatürk“ (8., 18. Juli) in der BlueBox.

LETZTER AUFRUF MUSIKTHEATER. Lauter Raritäten, denn so oder ähnlich wird der Theaterfreund diesen drei Stücken wohl lebenslang nicht mehr begegnen. Also, aufgepasst! Giuseppe Verdis verkanntes Meisterwerk aus seiner frühen Zeit zwischen „Nabucco“ und „Macbeth“ mit dem Titel ATTILA, in Deutschland kaum und in Nürnberg sonst noch nie auf dem Spielplan zu finden, ist vor vier Jahren durch Peter Konwitschnys Wiener Inszenierung in Bewegung geraten. Die Produktion, die am verrufenen Hunnenkönig auch gute Seiten entdeckt und die patriotische Heldengeschichte mit drastisch alternden Heroen in Satire-Schräglage bringt, wurde als fertiger Rahmen nach Lübeck und Nürnberg weitergereicht. Hier treten die Bariton-Größen des Hauses gegeneinander an: Nicolai Karnolsky, Mikolaj Zalasinski – und dazu die Leih-Sopranistin Helena Dix aus Lübeck. Am Pult Gábor Káli, der diese Saison schon mit „Wozzeck“ tiefen Eindruck machte, im Wechsel mit dem zwischen Musikhochschule, Hans-Sachs-Chor und Opernpult vielbeschäftigten Guido-Johannes Rumstadt. Nach nur sieben Vorstellungen ist das aufgefrischte Verdi-Experiment freilich bereits beendet (2., 9., 13., 17., 19. Juli) im Opernhaus. ––– Das Musical SUGAR, eine Art persönliches B-Picture von „Funny Girl“-Schöpfer Jule Styne frei nach Billy Wilders unbeschreiblich besserem Film „Manche mögens heiß“, war auf den Spielplan-Schwerpunkt „Broadway-Oldies“ gesetzt.
Mit 26 Aufführungen ist es der programmierte Spitzenreiter der Saison, aber der große Kassenknüller wurde dann doch nicht draus. Die Musiker in Frauenklamotten auf der Flucht vor Gangstern, ausgestattet mit mittelprächtigen Songs, da hat sich das Publikum bei zunehmend abnehmender Platzausnutzung nur halbwegs amüsiert. Nobody is perfect: Auf zur Schlussrunde (1., 7. Juli) im Opernhaus. ––– Aus Bachs ultimativem Oratorium eine verkleinerte, theatralisch pointiert aufbereitete MATTHÄUS.PASSION zu machen, ist mutig. Die schlankere „Johannespassion“ wurde einst am Opernhaus in Bilder gefasst, jetzt deutete Regie-Altmeister David Mouchtar-Samorai das große Werk in der Lorenzkirche neu aus der Sicht des jüdischen Volkes. Solisten des Opernhauses (Martin Platz als Evangelist, Jochen Kupfer als Christus), die Lorenzer Kantorei und das Orchester der Musikhochschule unter Guido-Johannes Rumstadt mit den Aufführungen Nr. 3 und 4 zur Internationalen Orgelwoche (1., 5. Juli in St. Lorenz).

LETZTER AUFRUF SCHAUSPIEL. Die berührende Geschichte um den jungen Anwalt, der Hitler vor die Schranken des Gerichts zwang und nach dessen Machtübernahme dann im KZ mit seinem Leben dafür bezahlte, hat großes Publikum gefunden. Sicher auch, weil in DER PROZESS DES HANS LITTEN des Briten Mark Hayhurst die Rolle der verzweifelt um ihren Sohn kämpfenden Mutter von der Wahl-Nürnbergerin Patricia Litten, der Enkelin, gespielt wurde. 26 Vorstellungen sind es am Ende, ein Spitzenwert der Saison-Bilanz (letztmals am 15. und 22. Juli). ––– Die wiederkehrende Aktualität älterer Stücke wird oft beschworen, aber selten bestätigt die Tagesschau-Wirklichkeit diese Behauptung so nachdrücklich wie im Fall von Orwells Überwachungs-Thriller 1984, der einst als Fiktion galt und nun selbst in der Fortschreibung ins Jahr 2050, wie sie Christoph Mehler in den Kammerspielen inszenierte, weder von gestern noch für morgen, sondern absolut heutig ist. Nach vielen, ausverkauften Vorstellungen seit Oktober 2015 nun am 10. Juli die letzte. ––– Die spitzigen Anmerkungen der blitzgescheiten Kolumnistin Sibylle Berg verdichten sich manchmal zu Bühnen-Attacken, die Zeitgeisterfahrern ermuntern und Anpassern das Fürchten lehren. Für‘s Berliner Gorki-Theater hat die kampflustige Poetin schon mehrfach stachelige Gedanken gebündelt, die Nürnberger suchten sich das Lamento der vierzigjährigen Frauen mit Kind und Krise UND DANN KAM MIRNA heraus. Aus den textrappenden Mädels wurde an den Kammerspielen ein aufblasbares Riesenbaby, aus den Andeutungen einer Tragikomödie eher der Tanz auf einer Textfläche mit verteilten Rollen. War aber dennoch lehrreich und lustig! Am 17. Juli ist die 27. und letzte Vorstellung. ––– Nur 18 Aufführungen schafft Gerhart Hauptmanns Tragikomödie DIE RATTEN, in der Regisseur Sascha Hawemann chaotisch herumjuxte, ehe er kurz vor Schluss doch noch ernst machte. Am 7. und 12. Juli kann man letztmals überprüfen, wieso das zu den größten Erfolgsstücken eines Nobelpreisträgers zählt. Regisseur Hawemann kehrt übrigens nächstes Jahr mit Wolfgang Borcherts Kriegsheimkehrer-Drama „Draußen vor der Tür“ wieder – da gefriert wohl auch ihm das Lachen.

LETZTER AUFRUF TANZ. Gerade war erst Premiere, schon ist das Ende der Serie in Sicht! Der Sommerausflug der Ballett-Compagnie ins benachbarte Schauspielhaus währt immer nur wenige Wochen. Zwei Gast-Choreographen erarbeiteten mit Goyo Monteros soeben dem Sog der Windmühlen von Don Quijote entsprungenem Ensemble dieses Doppel MADE FOR US II. Die beiden international gefeierten Choreographen Jiri Bubenicek und Jeroen Verbruggen, ehemalige Solotänzer der großen Szene zwischen Hamburg, Dresden und Monte Carlo und nach dem Seitenwechsel mit weltweiten Stück-Aufträgen befasst (Zürich, New York, Marseille), liefern je eine Produktion in Maßarbeit. Die Uraufführungen sind nur noch am 3./8./10. Juli im Schauspielhaus zu sehen.

RAUSSCHMEISSER-EMPFEHLUNGEN. Drei Aufführungen, die im Herbst wiederkehren – aber auch als sommerlicher Saison-Schlusspunkt bestens geeignet sind. Adeline Schebesch und Michael Hochstrasser in GIFT. EINE EHEGESCHICHTE (5./12.7., Kammerspiele), für uns die „Aufführung des Jahres“ (siehe auch Kulturkommentar ab Seite 100). ––– Mit besonderer Aufmerksamkeit für Pius Maria Cüppers und vor allem Thomas Nunner ein Besuch in der Tumult-Herberge PENSION SCHÖLLER, wo Regisseurin Bernadette Sonnenbichler das Ensemble so heftig durch‘s Kalauer-Gestrüpp jagte, dass man manche Stolperei glatt vor lauter Lachen vergessen kann (5.7., Schauspielhaus). ––– Und dann mitsingend in die große Pause: Der tief im Oldie-Archiv grabende Seniorenabend musizierender Schauspieler im aufgerüttelten Ruhestand, die mit drastisch angeschminkten Zusatzjahrzehnten statt der Krankengymnastik gerne auch per Gehhilfe an den Hitparaden klettern, ist dem Publikum ans Herz gewachsen. Vielleicht auch nur ans Zwerchfell. Der Titel EWIG JUNG wirkt zu bedrohlich, um nicht lieber komisch zu sein (23.07., Schauspielhaus). ––– Da kann nichts schiefgehen: Frederick Loewes Broadway-Musical MY FAIR LADY, es greent so evergreen, vom Nürnberger Opernhaus einst in der ersten Produktion eines deutschen Stadttheaters nach der Modellaufführung präsentiert und in der inzwischen dritten Version vom Berliner in den fränkischen Dialekt übersetzt, behauptet sich durch die Serie der Ohrwürmer und Dialogwitz, der Operettenspäßchen allemal übertrifft. Kurt Schober ist der Professor Higgins wie bei der Premiere vor fünf Jahren, Isabel Blechschmidt übernahm das Blumenmädchen Eliza bald danach, als ihr polternder Papa springt wieder Volker Heißmann mit zuverlässigem Müllkutscher-Humor in den Salon. Ein sicheres Sommervergnügen: 5., 10., 14., 16. 18. Juli im Opernhaus.

START DER NÄCHSTEN SAISON. Spektakulär steigt am 8. Oktober die Oper ein – mit DIE TROJANER von Hector Berlioz, einem Spektakel in Wagner-Dimension, was in Nürnberg noch nie zu sehen war. Regisseur ist der provokante Calixto Bieito (von ihm gab es hier zuletzt die eindrucksvolle Produktion „Aus einem Totenhaus“), und weil man dem Betrieb und dem Publikum die eigentlich fünf- bis sechsstündige Fassung nicht zumuten will, wird eine handlichere, von dreieinhalb gefertigt. ––– Im Schauspiel kommt im Oktober eine breite Premierenfront auf uns zu: Erst Horváths KASIMIR UND KAROLINE in der vermutlich letzten Nürnberger Inszenierung von Georg Schmiedleitner (6.10.), dann die neuen, vorerst unbekannten Stücke HÖHENRAUSCH (7.10.), MAN MUSS DANKBAR SEIN (13.10.) und ABGEFRACKT (21.10.).

STAATSTHEATER NÜRNBERG
Richard-Wagner-Platz 2-10, Nürnberg
staatstheater-nuernberg.de


GOSTNER HOTHEATER

PREMIERE. Freie Bahn für freie Gruppen bei freiem Eintritt zum Spielzeitfinale in Gostenhof: Der Gostner Stadtteiljugendclub erzählt eigene STRASSENGESCHICHTEN, in denen fünf junge Akteure ihre Weltsicht zwischen Traum und Realität überprüfen. ––– Der Gostner Theaterjugendclub spielt CORPUS DELICTI frei nach Juli Zeh, die den Menschen als Teil der bedingungslos funktionierenden Welt entgegen hält: „Wer nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern ist es bereits“.
Termine: „Straßengeschichten“ am 5./6. Juli ––– „Corpus delicti“ am 18./19. Juli zum Nulltarif im Gostner Hoftheater.

POESIE & VODKA. Über die Jahre, ach was: Jahrzehnte, hat Thomas Witte dieses hochprozentige Buch aus sowjetischer Realität immer wieder rausgeholt – und damit jedes Mal erneut das Publikum in Stimmung versetzt. Wenedikt Jerofejews DIE REISE NACH PETUSCHKI, 1969 als anarcho-poetische Beschreibung einer trinkfesten Tour von Moskau aus erschienen, ist nach wie vor ein literarisches Zeugnis von geradezu dokumentarischer Promille-Wucht. Peter Adamietz am Klavier begleitet die Lesung. Angeblich soll sie dauern, solange der Vodka reicht. Da sind dann Rezitator und Zuhörer garantiert nicht mehr ganz bei Prost.
Termin: 8. Juli im LOFT des Gostner.

START DER NÄCHSTEN SAISON. Um die Aufdeckung eines vergessenen Missbrauchskandals geht es in Thomas Melles BILDER VON UNS, ab 16. September. Heike Frank inszeniert.

GOSTNER HOFTHEATER
Austraße 70, Nürnberg
gostner.de


STADTTHEATER FÜRTH

GASTSPIEL. Natürlich hätte man Mozarts Opern-Wunderwerk DIE HOCHZEIT DES FIGARO neulich auch von Fürth aus bequem mit der U-Bahn am Staatstheater Nürnberg erreichen können – um zu erleben, dass es selbst dort nicht so leicht ist, den (musikalischen und komödiantischen) Anforderungen dieser Vorlage gerecht zu werden. Ob das vom kleinen Landestheater Coburg besser zu schaffen ist? Susanne Lietzow inszenierte, Orchester-Chef Roland Kluttig dirigiert persönlich oder, man weiß es nicht sicher, schickt einen Kapellmeister.
Termin: 2. Juli

GASTSPIEL. Statt der traditionell den Juli-Frohsinn spendenden Staatsoperette Dresden also – für die leichte Sommerkost in Fürth – das Theater Chemnitz. Das Programm locker, wie gewohnt: Diesmal Franz Léhars DER GRAF VON LUXEMBURG (der einst modellhaft den Erfolg jener „Lustigen Witwe“ verlängern sollte, die in Nürnberg für November wieder mal ihr Comeback vorbereitet) kringelt Arien-Ohrwürmer auf besonders bescheuerter Schnulzenhandlung: Pleite-Graf im Pariser Karneval soll zur Sanierung Schein-Ehe eingehen, aber die Liebe kommt dazwischen. Regisseur Ulrich Proschka hat den Hauptwohnsitz Gostenhof, praktizierte lange an der stillgelegten Operettenhochburg Nürnberg, aber auch am Dehnberger Hof Theater in allen Gewichtsklassen des Musiktheaters und doziert an der Musikhochschule. Er arrangierte den Wiener Schmäh mit Paris-Kulisse für Sachsens drittgrößtes Haus, wo andere Ex-Nürnberger wie Helen Malkowsky und John Dew zu den Stammgästen gehören. „Der Schmarrn ist fertig und wenn es keinen Erfolg haben wird, habt ihr es euch selbst zuzuschreiben“, notierte Komponist Léhar im Begleitschreiben für das in drei Wochen hingefetzte Auftragswerk. Dank „Mädel klein, Mädel fein“ und „Bist du‘s, lachendes Glück“ war das keine Frage, das Genre der „Salonoperette“ war geboren. Drei Stunden dauert der Beweis, dass es immer noch lebt – und Chemnitz on Tour führt über Aschaffenburg nach Fürth.
Termine: 5. bis 8. Juli im Stadttheater Fürth.

GASTSPIEL. Er war immer und bleibt für alle Zeiten das spartensprengende Genie unter den Komponisten, inspirierte neben Choreographen (Jiri Kylian) und Popstars (Falco) auch Musicalschöpfer (Michael Kunze) und stürmt erneut fernes Terrain: BREAKIN‘ MOZART bringt die Begegnung KLASSIK MEETS BREAKDANCE, wo Amadeus mit federnder Perücke und fliegenden Rockschößen mühelos Jahrhunderte nebst aller Grenzen zwischen U und E überspringt. Tänzer-Akrobatik mit Schuss, arrangiert vom Pianisten und Regisseur Christoph Hagel, der Spezialist vieler Berliner Projekte für die Showseite der klassischen Musik ist. Eine Veranstaltung von nuernbergmusik.de, Tickets 0911/4334618.
Termine: 14. bis 16. und 20. bis 22. Juli im Stadttheater Fürth.

START DER NEUEN SAISON. Das intime Musical DIE STORY MEINES LEBENS von Neil Bertram und Brian Hill in Star-Besetzung als Deutschland-Premiere ab 14. September, übersetzt und gespielt von Thomas Borchert (der Luther vom Musical der jetzigen Saison) und Jerry Marwig.

STADTTHEATER FÜRTH
Königstr. 116, Fürth
stadttheater.fuerth.de


THEATER ERLANGEN

PREMIERE. Ein fünftägiges Utopien-Fest an mehreren Orten der Stadt (auch mit kleinen Lesungen und Songprogramm im Theatercafé und Performance in einem Rathaus-Amtszimmer) setzt das Erlanger Theater ans Ende der Spielzeit. Im Mittelpunkt dabei ein „partizipatives Stadtteilprojekt“ mit dem Titel ABSCHAFFEN + ANFANGEN, als Volksversammlung von und mit ErlangerInnen „zwischen 9 und 99“ (aber sicher auch für Hundertjährige, die aus dem Fenster steigen) am Rathausplatz. Das Kollektiv Turbo Pascal inszeniert die Gruppendynamik dieser „theatralen Sitzung“ zur kommunalen Nabelschau für jedermann. Der Eintritt ist frei, Anmeldung wird aber erwünscht unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst
Termine: 12./13./14./15./16. Juli am Erlanger Rathausplatz.

RESTLAUFZEIT. Auch in Erlangen wird Marius von Mayenburgs Berliner Zeitgeistkomödie STÜCK PLASTIK im Spannungsbogen zwischen Konzeptkünstler und Putzfrau vor amüsiertem Publikum gespielt. Ekat Cordes, die Entertainment-Begabung des Hauses, inszenierte.
Termine: 7./8. Juli im Markgrafentheater.

START DER NEUEN SAISON. Ein Welterfolg von Friedrich Dürrenmatt kehrt zurück:
DIE PHYSIKER, eine geheimnisvoll raunende, schwarze Komödie über Wissenschaftler in Zwangsjacken. Ab 22. September im Markgrafentheater.

THEATER ERLANGEN
Theaterplatz 2, Erlangen
theater-erlangen.de


DEHNBERGER HOF THEATER

Stamm-Regisseur Marcus Everding, etliche Jahre Chef der Andechser Orff-Festspiele und ansonsten unterwegs als Mehrsparten-Regisseur, pflegt seine Liebe zum speziellen Dehnberger Stil. Hier hat er zuletzt für die Lachnummer „Charleys Tante“ eine eigene Fassung präsentiert, jetzt lässt er DAS WIRTSHAUS IM SPESSART in Bio-Romantik auferstehen. Wilhelm Hauffs Räuberpistole, die im Bewusstsein reiferer Kinofreunde für immer durch Kurt Hoffmanns Lilo-Pulver-Film geprägt ist, im Bühnenformat. In Nürnberg war das in der Fassung von Klaus Schlette mal ein Freilichtspektakel in der Katharinen-Ruine.
Termine: 6. bis 8. Juli und 13. bis 15. Juli am Dehnberger Hof Theater.

DEHNBERGER HOF THEATER
Dehnberg 14, Lauf/Pegnitz
dehnbergerhoftheater.de


SOMMERTHEATER IN FRANKEN BIS MITTE AUGUST

LUISENBURG WUNSIEDEL
Andrew Lloyd Webber CATS (bis 4. August noch 16 Vorstellungen) --- Alois Johannes Lippl DIE PFINGSTORGEL (bis 6. August noch 12 Vorstellungen) --- Thomas Bernhard DER THEATERMACHER als Schlusspunkt von und mit Michael Lerchenberg (Premiere: 14. Juli, bis 6. August weitere 4 Vorstellungen). An Wochenenden wird auch nachmittags gespielt. Vom 10. bis 15. August gastiert die Kálmán-Operette „Die Csardasfürstin“, vom 17. bis 20. August die Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ jeweils in Tourneeproduktion auf der Felsenbühne. luisenburg-aktuell.de

KREUZGANGSPIELE FEUCHTWANGEN
Schauspiel LUTHER frei nach dem Film von 2003 (bis 11. August noch 21 Vorstellungen) --- Cole Porters Musical KISS ME, KATE (bis 12. August noch 20 Vorstellungen). kreuzgangspiele.de

FREILICHTBÜHNE IM WEHRGANG DINKELSBÜHL
Schlager-Show PETTICOAT UND MINIROCK --- Komödie PATER BROWN nach den Filmen --- Komödie ZIEMLICH BESTE FREUNDE nach dem Film --- Vorstellungen im Wechsel bis 20. August.
landestheater-dinkelsbuehl.de

CALDERON-SPIELE BAMBERG
Carlo Goldonis DER DIENER ZWEIER HERREN (Premiere: 1. Juli, weitere 11 Vorstellungen bis 22. Juli). theater.bamberg.de

KLOSTERHOFSPIELE LANGENZENN
Schauspiel LUTHER nach dem Film-Drehbuch von 1952.
9 Vorstellungen vom 7. bis 29. Juli. klosterhofspiele.de

BURG BRATTENSTEIN RÖTTINGEN
Brecht/Weills DREIGROSCHENOPER --- Musical MY FAIR LADY --- Volksstück DER BRANDNER KASPAR. Vorstellungen im Wechsel im Burghof bis 13. August. frankenfestspiele.de




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