curt Magazin #215

1. JUNI 2017 - 30. JUNI 2017, NÜ/FÜ/ER

#Printmagazin

VORWORT   (… oder doch lieber direkt zum e-Book?)

Das wird wieder ein turbulenter Monat – zumindest aus Sicht von Mäusi Joppke. Es tut nämlich tatsächlich Not, dass er seine Stahlkappensicherheitsschuhe aus dem Keller holt und das alte Leder auf Geschmeidigkeit prüft, denn als Roadie bei Rock im Park sollte man gegen Gefahren auch von schräg unten gewappnet sein, und nichts schützt besser als ein gutes Schuhwerk.

Joppke ist ganz aufgeregt, denn den ganzen Monat hat er hart durchgetaktet, um zusätzliches Geld zu verdienen. Schließlich wurde ihm sein Klapprad geklaut, inklusive Kindersitz! Blind muss er gewesen sein, der Kriminelle, oder ein Nostalgiker, oder er kennt sich eben doch ein bisschen aus und weiß, dass ein kupferfarbenes Klappers der Marke Victoria mit Kastenrahmen und 2-Gang-Schaltung durchaus begehrt sein kann, wenn man es wieder gang- und fahrbar macht. Fahrraddiebe, die ein Zweirad mit Kindersitz klauen, sind so ziemlich das übelste Geschmeiß – Moral und Anstand fehlen offensichtlich gänzlich!



Joppke leidet nun mehr als sein Hund, der immer so stolz im Kindersitz saß, natürlich gesichert, und von dort aus „die Hood abcheckte“, wie die Stadträte es immer ehrfurchtsvoll nannten. Muss man sich mal vorstellen: Das Bike wurde vor 18 Jahren dem Kumpel Armin abgekauft, der sich ein Jahr dagegen wehrte und es dann heimlich auf ebay verhökern wollte – was aber unserem Joppke nicht unbemerkt blieb, sodass er gerade noch rechtzeitig intervenieren konnte. Es gibt also eine lange, lange Historie – inklusive Führerscheinverlust wegen Trunkenheitsfahrt auf eben diesem Klapprad, bis hin zu familiären Ausflügen und brandgefährlichen Vatertagstouren in den Pyrenäen. All das: Grobschlächtig und gemein beendet!

Nun muss ein neues Vehikel her, aber keins von der Stange, und am liebsten wieder seine Victoria. Wer diese erkennt, oder meint, sie zu erkennen, und es zu einer Rückführung des Schatzes kommen sollte, dem wird sich Joppke mehr als erkenntlich zeigen, trug er uns auf, hier deutlich zu kommunizieren. Die nächsten Wochen verdingt er sich nun bei Events aller Art, denn wenn Räder gestohlen wurden, dann sind sie in der Regel verloren für immer und man muss sich um ein neues bemühen (kaufen usw.).

Wo wird Joppke also nun handlangern? Überall und nirgends, aber fast sicher hier: Südstadtfest, St. Katharina Festival, bei der ION, den Nürnberger Symphonikern, beim Afrika Festival, und natürlich in den Boxen beim Norisrennen. Auch im Kulturpalast Anwanden und im Opernhaus als Bühnenschrauber. Hilft ja alles nix, Mobilität ist nun mal wichtig, und Stahlkappen helfen gegen Quetschungen, erleichtern aber keine Fußmärsche.

Ihr habt Glück, Euch wurde nichts gestohlen – höchstens Eure kostbare Zeit, mit diesem Vorwort. Außer, DU, GENAU DU, bist der infame Dieb! Oder der Zeuge, der den Dieb verpetzt! Dann war es nicht vergebens, denn dann bekommt Mäusi Joppke sein Rad zurück, den Kindersitz, seine Lebensfreude und der fesche Hund wieder seinen Thron auf Rädern. Es liegt nun an Euch! [Fahndungsfotos des Rades findet Ihr auf unserer Website, auf Facebook und in unseren Herzen]. Wem das alles zu viel CSI-Action usw. ist, der besucht einfach die oben aufgeführten Events und feiert, als gäbe es kein Morgen!

Aber was auch passiert: Genießt jetzt erstmal das fünfte relevante Magazin dieses Jahres. Lest es, erlebt es!
Und macht am besten einfach exakt das, was wir tun, dann wird es super. Willkommen in unserer, in Eurer Welt! Alles Andere ist Makulatur.

Voller Hochachtung, Euer curt-Team!

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[Covermotiv: Enissa Amani / Foto: Parham Farajollahi]
 




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Die erste Ausgabe im neuen Jahr beinhaltet ja häufig einen sogenannten Jahrespoll. Also eine Zusammenfassung des Vorjahres, eine Auswertung, Analyse und so Sachen. Das jetzt akribisch anzugehen wäre nicht unser Ding, aber so aus dem Bauch heraus ein bisschen reflektieren und überlegen, was an 2015 gut oder mies war, das können wir schon auch.  >>
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So eine verrückte Zeit, so ein wildes Jahr, so viele Extreme. Eskalierende Probleme, Flüchtlingszuwanderung, Bomben, Kriege, Boote, Tote. Verwüstung und nicht enden wollendes Leid. Eine menschelnde Kanzlerin, verbal entgleisende, peinliche Politik-Alphatiere, Helfer, Flüchtlinge, Gutmenschen, Dummköpfe, rechte Arschlöcher. Und, zu allem Übel noch dazu: Weber, der Südstadtwolf, ist gar kein Mann, sondern ein Weibchen.  >>
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Eigentlich versuchen wir immer, unser Vorwort so zu gestalten, dass in dem seitenfüllenden Text die gesamte emotionale Bandbreite bedient wird, von verklärter Verzücktheit, schenkelklopfendem Gelächter bis zum Grusel. Ihr Leser sollt ja schließlich merken, dass man mit uns Spaß haben kann und wir Euch in die Hotspots des regionalen Entertainments schicken wollen.  >>
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„ ... Und somit schließe ich diesen Text und verabschiede mich mit besten Vorsätzen auch in die Sommerpause. PUNKT.“

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