Die Verbandlung des Markus Kavka

SONNTAG, 29. JANUAR 2017



Wir umreißen ganz grob: Aus der Nähe von Ingolstadt, in seiner Jugend Waver, Indie-DJ auf dem legendären Boot am Nürnberger Hafen und im Kitsch in Fürth. mittlerweile Techno-DJ. Ex-MTV-Moderator, Musiknerd, Fussballfan vor dem Herrn (Bayern München), Autor, Kolumnist ... und immer noch Tv- und Radio-Moderator. Bei Ego fm, unserem Kooppartner und Indie-Radiosender unseres Vertrauens, steht Markus seit neuestem am Mikrofon – daher haben wir uns unseren alten Buddy einfach mal für ein recht privates Interview geschnappt.

CURT: Markus, wir haben uns ja schon lange nicht mehr getroffen oder gesprochen. Wie geht es Dir?

MARKUS: Alles bestens! Ich bin seit September 2015 verheiratet, richtig angekommen und sehr, sehr glücklich. Läuft wie am Schnürchen!

CURT: Nachdem wir Deinen Spot auf EGO FM hörten, haben wir gleich Kontakt zu Dir aufgenommen. Ego und Du, das passt offensichtlich.  

MARKUS: Das passt wie Arsch auf Eimer! Ich höre z.B. auch im Zug immer Ego – und hab mich schon ein paar mal gefragt, ob die mein iTunes gehacked haben, da es so viele Übereinstimmungen in der Playlist gibt. Ende letzten Jahres hatte ich bei Ego die Sendung „Privataudienz“, das hat sich für alle Beteiligten so gut angefühlt und die Resonanz war so hervorragend, dass wir gesagt haben, da müssen wir mehr machen. Das passt so gut mit dem Sender, das könnte mein Privatsender sein ...

CURT: Vielleicht wird er das noch!?

MARKUS: Lacht. Nein, das ist vollkommen okay so, wie es ist. Es kam zusammen, was zusammen gehört.

CURT: Was hat es mit den Bewegtbildern auf Egodeluxe auf sich?

MARKUS: Das ist eine Koop zwischen Deluxe Music und EGO FM. Ich habe dort ja eine eigene Sendung, Kavka Deluxe, und fühle mich hier genauso wohl. Und dass es sich jetzt zu einem Dreigestirn ausgebaut hat: umso besser! Wenn man mit Leuten zusammenarbeitet, die für die selbe Sache brennen und an den selben Dingen Spaß haben, dann ist das umso vergnüglicher.

CURT: Dein Herz schlägt weiterhin für Indie und Alternative …

MARKUS: Eindeutig. Das sind eben auch meine Wurzeln. Ich habe aber auch viel Metal gehört und lege Techno auf, aber Indie und Artverwandtes höre ich privat zuhause und im Auto.

CURT: Wirst Du auch mal wieder als Indie-DJ auflegen?

MARKUS: Nein, das wäre mir zu fad, v.a. was die technische Anforderung an mich selbst betrifft. Das ist so ein Dienstleister-Jukebox-Dasein – im Gegensatz zum Auflegen im Club, wo man eine Dramaturgie aufbauen kann und die Beats im Griff haben muss.

CURT: Als Du das erste Mal in der Rakete aufgelegt hast, waren doch viele Gäste verwirrt. Du standest ja früher im Boot und im Kitsch in Fürth an den Plattentellern – und plötzlich warst Du Techno.

MARKUS: Ja, ich war ja ein paar Jahre weg aus der Stadt und dann kam plötzlich ein anderer Sound. Aber hey, mittlerweile wissen die Leute Bescheid!

CURT: Wann kommst Du mal wieder nach Franken? In die Rakete oder zu Rock im Park vielleicht … ?

MARKUS: RiP kann gut sein, da war ich letztes Jahr auch, ist aber noch nicht bestätigt. Aber einmal im Jahr möchte ich schon in die Ecke kommen und auflegen – meistens klappt das ja auch.

CURT: Wie sind Deine Aktivitäten als Sportmoderator? Das war doch immer ein erklärtes Ziel von Dir.

MARKUS: Jaja, ich hab das immer allen möglichen Leuten erzählt, ob sie es hören wollten, oder nicht. Und letztes Jahr hat es dann in der Tat überraschend funktioniert: Ich bekam von RTL Nitro das Angebot, die EM-Qualispiele zu moderieren. Die Fußballmoderatorenbranche ist für einen Quereinsteiger nicht leicht, aber bei mir hat es sich durch eine glückliche Fügung ergeben. Jetzt mache ich das dieses Jahr durch die gesamte WM-Quali, und dann schauen wir mal weiter, was sich noch so auftut. Da ist echt ein Traum wahr geworden! Ich gehe da als Fan ran: Wenn Du die Weltstars triffst, dann möchtest du am liebsten ein Selfie mit denen machen, was als Journalist natürlich nicht geht. Und wenn ich im Stadion stehe und eine Sendung mache, dann sehe ich das als echtes Geschenk.

CURT: Wie nah bis Du als Moderator im Stadion an den Spielern dran?

MARKUS: Sehr nah! Vor, nach dem Spiel und in der Halbzeit sind wir direkt dran, wenn sich die Spieler aufwärmen oder danach dann Interviews geben. Ich hab ja schon einige der ganz großen Musiker interviewed – Madonna, Sting, Depeche Mode usw – aber wenn ich jetzt einen berühmten Fußballer vor dem Mikro habe, dann ist das für mich extrem aufregend.

CURT: Wer war Dein aufregendster Fußball-Interviewpartner?

MARKUS: Ich bin Hardcore Bayern-Fan und meinLieblingsfußballer war schon immer Mehmet Scholl. Zu MTV-Zeiten durfte ich den mal interviewen und danach durfte ich mit zum Bayern-Training und Lattenschießen mit ihm machen – das war echt ein Traum für mich. Ich habe von zehn Mal nur einmal getroffen, er acht mal.

CURT: Wann wirst Du mit Scholli moderieren?

MARKUS: Das wäre auch mein großer Traum, aber er und Opdi machen das ganz fantastisch. Wenn Opdi mal in Rente geht und Mehmet und ich immer noch fit sind, dann machen wir das aber gerne ein, zwei Jahre.

CURT: Ich habe in einem Podcast gehört, dass Du zuhause Kunst an den Wänden hast. Bist Du ein Kunstsammler?

MARKUS: So weit würde ich nicht gehen, aber ich unterstütze gerne junge Künstler. Ich bin immer mal in Ateliers oder Galerien und wenn mir was gefällt, dann hänge ich mir das gerne in die Wohnung. Aber da geht es mir wie bei der Musik: berührt es mich, oder nicht. Da ist mir egal, wenn ein Künstler unbekannt ist. Mein absoluter Lieblingsmaler ist übrigens 4000, den ich für mich Ende der 90er entdeckte, als er die Lounge von Motor Music auf der Mayday ausgestattet hatte. Schräges Zeug, aber mich begeistern vor allem seine Bildsprache und seine Ideen. Junge Künstler sollte man immer unterstützen. Wenn einem was gefällt: go for it!

CURT: Auf Facebook hast Du gerade Deine 10 wichtigsten Alben in Deinem Alter von 13 bis 18 gepostet. Heutzutage haben junge Leute kaum noch Bands und Alben, die sie beinflussen, da ganz anders konsumiert wird … Gibt es den „Soundtrack meines Lebens“ so gar nicht mehr?

MARKUS: Durch die Digtitalisierung und leichte Verfügbarkeit der Musik hat sich das natürlich gewandelt. Ich selbst kaufe mittlerweile auch viel mehr einzelne Tracks, als ganze Alben. Also gibt es eher Playlists, als einzelne Bands, an denen man sich festmachen kann. Aber Hauptsache, es berührt einen!

CURT: Wie stehst Du zu österreichischer Musik? Bist du Fan?

MARKUS: Finde ich super, ich hatte schon immer ein inniges Verhältnis zu österreichischer Kunst und Musik. Ich war neulich bei Ringl-
stetter zu Gast und da war der andere Gesprächspartner neben mir der Österreicher Voodoo Jürgens. Ich fand vorher schon super, was der macht, aber auch als Typ hat der mich total umgehauen. Hammertyp! Lakonisch, Schmäh, und so. Ein großer Performer – muss man sich ansehen!

CURT: Steht denn auch mal wieder ein Roman an?

MARKUS: Mein Leben ist so unstet, dass ich nicht ausreichend zur Ruhe komme, um schreiben zu können. Das funktioniert gerade nicht, daher fange ich gar nicht erst an.

CURT: Wie viel bist Du unterwegs?

MARKUS: Ich kann viel von Berlin aus machen, daher geht das schon. Zum Auflegen bin ich am Wochenende in ganz Europa unterwegs … aber im Schnitt vier Tage in der Woche in Berlin. Entscheide selbst, ob das viel ist, oder wenig. Während wir telefonieren arbeite ich übrigens an meiner neuen Playlist für EGO FM ...

CURT: Gibt es da irgendwelche Vorgaben?

MARKUS: Vollkommen frei! „Für Musikentdecker“ eben. Ich habe ständigen musikalischen Input, den ich für die Sendung filtere, zusammenfasse und dann zum Besten gebe. Das passt super und das ist ein Geschenk: Ich darf Musik spielen, die mir am Herzen liegt und Bands unterstützen. Als Impuls immer im Dienste der Musik eben!

CURT: Welch schönes Schlusswort. Danke!



MARKUS IM RADIO: Auf EGO FM jeden Samstag.
BEWEGT IM TV: Kavka deluxe jeden Montag. Die Fußball-WM-Qualifikationsspiele auf RTL NITRO. Kurzfilmmagazin Unikato beim MDR.
AUFLEGEN IN GANZ EUROPA: facebook.com/markuskavkaofficial

 




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