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#123 |
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Montag, 5. Mai 2008 |
Liebe curt-Freunde,
unser curt-Leben ist auch jetzt wieder äußerst chaotisch. Wir haben das alte Büro im Raketengebäude hinter uns gelassen. Und damit viele Erinnerungen: die Killerdecke, den Patchworkboden aus frechem Materialmix zwischen abgefuckten Teppich und abgeranzten PVC aller Couleurs; die ständigen Heizungsausfälle; der rege Durchlauf an Gästen aller Art zu jeglicher Uhrzeit. Das quälende, gnadenlose Arbeiten oben im Büro, während unter uns Thekenschlampen rockte. Die Soundchecks im Hirsch von In Extremo bis zu alternden Rocklegenden mit Direktbeschallung in unser Büro und die dazu gehörenden nackten Musiker, die aus der Raketendusche über die Gänge huschten. All das: vorbei.
Doch curt wäre nicht curt, wenn der Umzug ins neue Büro erfolgreich ablaufen würde. Stattdessen mangelt es dank einer unglaublich unfähigen Telekom immer noch an Telefon und somit am Internetzugang. Und da wir das Briefe Schreiben hassen und den Bleisatz ebenfalls nicht mögen, kommen wir in echte Bedrängnis. Wie so oft. Also haben wir uns kurzerhand zur Endproduktion bei Mäusi Joppke privat einquartiert, schnitzen von hier aus alles zusammen und fühlen uns ein bisschen wie der Prinz. Nebenbei beobachten wir die scharfen Nachbarinnen beim FKK-Frühsport im Garten, ergötzen uns an von uns angezettelten Beißereien zwischen Yorkshire Terriern, Pekinesen und deren Frauchen, sehen Kinder auf Kickboards über unsere Stolperdrähte stürzen und legen den Nachbarn brennende Taschentücher mit Hundekot drin vor die Haustür, klingeln und hauen ab, während wir Christoph dort anbinden und alle Indizien gegen ihn sprechen.
Und das neue Büro? Das steht solange leer. Bzw. ist komplett eingeräumt, aber dienstunfähig. Dabei wäre es so schön dort. IST ES ABER NICHT! Denn warum soll es auch mal gut laufen? Na, eine Antwort parat? Nein? Richtig! „FUUUCK!“, würde jetzt ein Freund von mir schreien vor Wut. „FUCK! FUUUUUCKKKK!!!!“ Und dann würde er zur Telekom gehen, direkt zum Herrn Lehner, und würde sagen: „Ulli, du Punk, das ist ein RIESENFUUUCKKKKK!“. Und dann würde der Watschenbaum ganz gewaltig wackeln und das nasse Handtuch würde klatschen am Aufsichtsratrücken ... und das Problem wäre innerhalb weniger Minuten gelöst. Wir dagegen sitzen das aus und freuen uns, dass wenigstens die Klospülung funktioniert.
Nur das Beste und mehr,
das wünscht Euch das curt-Team |