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MUSIK

So war: Emanuel And The Fear
Donnerstag, 19. Januar 2012
Das Kollektiv aus New York City eröffnete, mit reichlich Vorschusslorbeeren ausgestattet, das Konzertjahr im MUZ Club. Wir waren dabei.

Von NME über The Guardian bis zum Rolling Stone scheinen sich viele einig: Emanuel And The Fear starten 2012 durch. Dazu die EP „Hands“, die Ende Januar auf Haldern Pop erscheint, im Sommer dann ein Langspieler und immer wieder diese Vergleiche mit Arcade Fire. Die stimmen mitnichten, soviel sei mal vorweg genommen.

Als der ein wenig an Art Garfunkel erinnernde Gitarrist und Sänger Emanuel Ayvas und eine heute fünfköpfige Band (Drums, Bass, Cello, Geige, Keyboards) die Bühne im gut gefüllte MUZ Club betreten, ist die Spannung groß. Schon mit ihren ersten beiden Stücken zerstören die Musiker die Träume der (in deutlicher Minderheit) anwesenden Indie-Hit-Gemeinde mit im positiven Sinne zerfahrenen Arrangements, die mehr an The Who oder die frühen Genesis erinnern als an irgendetwas Modernes. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Die einen gehen rauchen, die anderen (in deutlicher Mehrheit) blicken verzückt gen Bühne.

Emanuel And The Fear sind noch jung und mit einem großen Talent gesegnet. Vor allem, wenn die Violinistin Liz Hanley eine ihrer wenigen Gesangseinlagen beisteuert, möchte man dahin schmelzen. Diese Parts offenbaren aber auch eine (noch) vorhandene Schwäche: Die stimmliche Darbietung von Emanuel Ayvas ist schwankend. Immer dann, wenn er eher - musikalisch perfekt umgesetzten - avantgardistischeren Ansätzen folgt und entweder Spoken Word ähnlich spricht oder an wenigen aber eindrucksvollen Stellen sogar schreit, nimmt er einen voll und ganz mit. Rein gesanglich ist da aber noch etwas Raum für mehr. An seinem zeitweise an Jeff Buckley erinnerndes Gitarrenspiel ist derweil überhaupt nichts auszusetzen - im Gegenteil.

Wie erwähnt, die Band ist noch jung und mit einem großen Talent gesegnet. Dass sie nach einem aus zwei Songs bestehenden ersten Zugabenblock von den Besuchern zu einer weiteren Zugabe gejubelt wurden, unterstreicht das erstens und macht Lust auf mehr. Drittens freut es einfach, zu sehen, dass das Nürnberger Publikum 2012 schon im Januar und das nicht zum ersten Mal zeigt, was es kann. Das ist eine ganze Menge und vergrößert die Laune auf ein Jahr, in dem die Konzertveranstalter eurer Stadt noch einiges mit euch vorhaben!

(dl)

Emanuel And The Fear im Netz

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