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MUSIK

Im Gespräch mit Peter, Björn & John
Dienstag, 31. Mai 2011
Mit ihrem im März erschienenen Album „Gimme Some“ hat das schwedische Trio die gepfiffene Last von „Young Folks“ endgültig überwunden. Für uns ein guter Grund, die Herren zum Talk zu laden. Schlagzeuger John Erikson war so freundlich:

++ Drei Daumen hoch. Verdienen sich Peter, Bjorn and John mit ihrem mittlerweile sechsten Album alleine schon für das Cover. Und nochmal drei dafür, dass sich die Schweden in ihrem Soundkosmos stetig und in gut weiter drehen. Im Gespräch mit unserem Kaneda vertritt John das Trio und erzählt von neuen Alben und alten Hits, mehr Jugendlichkeit im Alter, begeisterten Amerikanern und verstörenden schwedischen Musikern. 

Ihr klingt auf eurem neuen Album jünger und entspannter als je zuvor, ist dies der Vorteil des Alters und der Erfahrung? 
Ja es scheint wir werden tatsächlich bei jedem Album entspannter und jünger. Es ist wie in dem Brad Pitt Film. Auf unserem ersten Album 2002 dachte ich wir klingen wie Fünfzigjährige, aber als wir dann „Gimme Some“ aufnahmen, dachte ich wir sind erst vierzehn. Vielleicht ist das so, weil wir die meiste Zeit bei den Aufnahmen betrunken waren. Wenn wir so weitermachen klingen wir beim nächsten Mal wie Dreijährige, die nur träumen, dass sie spielen. 

Euer neues Album ist sehr knapp ausgefallen, kann man daraus eine Haltung gegen das Konzept Album herauslesen?
Nicht wirklich. Wir lieben Konzeptalben, zudem denken wir, dass ein Album auch ein liebevolles Zeitdokument ist. Verglichen mit der Arbeit eines Malers, steht ein Album für die Sammlung von Gemälden, die in einer bestimmten Schaffensphase entstanden sind. Wenn dann eines der Gemälde, wie zum Beispiel Picassos „Guernica“ ein Hit wird, bekommt es ein Eigenleben. Aber die meisten Alben heutzutage sind viel zu lang. Wir finden „Gimme Some“ mit seinen elf Songs unter vierzig Minuten ist perfekt. Das ist genau das um was es im Pop geht. 

Ihr habt mit vielen verschiedenen Künstlern zusammengearbeitet, zum Beispiel als Vorband von Depeche Mode oder als Songschreiber für Lykke Li. Gibt es Musiker, mit denen ihr unbedingt zusammenarbeiten möchtet in der Zukunft?
Am liebsten würden wir mit Ralph Franzon zusammenarbeiten. Er lebt etwas außerhalb der Stadt „Härnösand“ und spielt auf selbstgebauten Instrumenten, die er „Super Gitarren“ nennt. Das sind Gitarren mit sieben Saiten, die angeblich aus alten schwedischen Holzschuhen und den Überresten eines großen Bären gebaut sind. Wir würden ihn nur gern zum jammen treffen, aber wir haben gehört, dass er verrückt sein soll und schon mal zwei Journalisten in den Kopf gebissen hat. Das ist nicht cool. 

Ihr tourt sehr viel in den USA und Kanada, hattet einen Auftritt in der Jay Leno Show und verkauft allgemein sehr viele Platten in Nordamerika. Könnt ihr euch erklären warum ihr gerade dort so groß geworden seid?
Stimmt, wir sind nirgends so erfolgreich wie in den Staaten. Wir spielen dort in ausverkauften Hallen und den Main Stages von Festivals wie dem „Coachella Festival“. Wir wissen selbst nicht genau warum, aber die Amerikaner scheinen uns wirklich sehr zu mögen. Vielleicht weil wir so gut riechen oder weil unsere Musik sie an Sex erinnert? Keine Ahnung. Aber wenn wir darüber nachdenken, finden wir es unglaublich, dass unser Trio aus dem Norden Schwedens immer wieder durch das Land, das die Rock Musik erfunden hat, touren kann. Es ist großartig und wir lieben es. 

Was würdet ihr arbeiten, wenn es „Peter, Björn and John” nicht geben würde? 
Peter würde Hunde züchten und manchmal mit seinem superintelligenten Hund „Esther“ an Hundeshows in Europa teilnehmen. Björn würde nur Oldtimer Autos verkaufen und ich wäre ohne Zweifel Privatdetektiv. 

Was definiert eine gute Band, eine gute Platte und ein gutes Buch? 
Band – Energie, Platte – Minimalismus, Buch - Ambiente. 

Viele Bands versuchen an ihren größten Hit stilistisch anzuknüpfen, hattet ihr je das Gefühl ihr solltet eine zweite Single wie „Young Folks“ schreiben?
Bis jetzt noch nicht. Wir haben bereits Witze darüber gemacht, wieder einen Song mit Bongos und Pfeifen aufzunehmen, aber wir werden das Experiment rauszögern bis wir 65 sind. Dann können wir den Song auch „Old Folks“ oder „Dead Folks“ nennen. 

Interessanterweise hat es „Young Folks“ in Norwegen auf Nummer neun in die Charts geschafft, aber in Schweden, eurem Heimatland, war der Song gar nicht in den Charts. Warum? 
Wir haben uns das selbst sehr oft gefragt. Vielleicht liegt es daran, dass die Schweden etwas dumm sind. 

Interview: Alex Pahl


www.peterbjornandjohn.com

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