Sonntag, ein Live-Konzert, im Planet, von und mit R. Kelly ... Das waren die unwirklich scheinenden Fakten einer Pressemitteilung. So sah man sich selbst auf der Planet-eigenen Homepage genötigt, den Zusatz "Kein Aprilscherz!" zu platzieren. Denn dass das alles wirklich zusammengeht, wird Herr Kelly am 17. April zeigen.
Die Erfolge des „König des R'n'B“ halten sich dieser Tage in Grenzen. Zumindest was seine eigenen Studioalben anbelangt. Aber R. Kelly darauf zu reduzieren wäre ungefähr so, als würde man die Nürnberger Bratwurst auf den Namen Hoeneß reduzieren.
Während der in Chicago geborene Sänger, Songschreiber und Produzent in seinem Heimatland auch schon mal 8 Platinauszeichnungen in einem Jahr erhielt, hatte er seine großen Erfolge hierzulande Ende der 90er mit den beiden Alben „R.“ und „TP-2.com“. Vielleicht ein Grund, warum seine Vita in deutschsprachigen Biografien gerne mal mit der Jahrtausendwende stoppt. Vielleicht ein unberechtigter Grund? Oder sind die Schreiberlinge manch eines Musikportals einfach nur Opfer des journalistischen Wandels geworden und die Praktikanten, die nachkamen, konnten nicht schreiben?
Allerspätestens die Tatsache, dass R. Kelly als einziger nichtafrikanischer Künstler bei der Eröffnungsfeier der Fußballweltmeisterschaft performte („Sign of a Victory“), sollte da doch mal wieder für ein allgemeines Dingdong gesorgt haben. Einmal kurz über die Singleveröffentlichungen des Meisters gesurft, kommen Produktionen für Puff Daddy, Jennifer Lopez oder Britney Spears und Kooperationen mit The Game, Usher oder Jay-Z obendrauf. Letztgenannter lieferte ja bekanntermaßen bei Rock im Park eben keine fade R'n'B Nummer, sondern samt Band ein begeisterndes Livekonzert ab, bei dem auch mal von The Prodigy oder U2 zitiert wurde.
R. Kelly hat sicherlich genug Referenzen im Goldsackerl, um mit Zitaten nicht sparen zu müssen und die Tatsache, dass er Deutschland mit einer ganzen Handvoll Gigs auf dem Tourplan stehen hat, zeigt, dass der vielfache Grammy-Preisträger noch einen drauflegen will. Um Chartsplatzierungen geht es dabei sicherlich eher weniger. Das hat er nicht nötig. Vielleicht will er einfach mal zeigen, was er live drauf hat. Vielleicht will er sich feiern und anhimmeln lassen. Vielleicht will er der Welt aber einfach nur beweisen, dass er seine Flugangst endgültig überwunden hat und es sogar bis nach Nürnberg Metropole von Welt schafft.
Vielleicht ist aber keine Antwort. Deswegen geben auch wir als Nicht-unbedingt-R'n'B-Fans uns sein Gastspiel in der Klingenhofstraße. Damit wir hinterher schlauer sind. Abgesehen davon, dass es sicherlich auch spannend ist, zu sehen wie sich das Planet als Livelocation macht. Auch darüber wird zu berichten sein. Also dann:
R. KELLY. SONNTAG 17. APRIL IM PLANET. EINLASS 19 UHR. VVK ÜBER WWW.EVENTIM.DE.
WIR VERLOSEN 3x2 GÄSTELISTENPLÄTZE FÜR DAS KONZERT UND ZWAR HIER. (Verlosung endet am Freitag, 15.04., mittags) [dl]