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Stereoanlage 11_7 |
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Dienstag, 22. März 2011 |
Dieses Mal haben wir drei Hochkaräter und einen Konzerttipp im Angebot. Ob die neuen Alben von Kitty Solaris, Elbow und Chikinki das halten, was sie möglicherweise versprechen hätten sollen oder so ähnlich, gibt es jetzt zu lesen:
KITTY SOLARIS - Golden Future Paris
Solaris Empire
Ein Wohnzimmer-Album in doppelter Hinsicht: Die Protagonistin bekennt sich offen zur Heldenverehrung von Velvet Underground über Patti Smith bis Cat Power, denen sie in ihrer Berliner Altbauwohnung manch eine Session gewidmet hat auf dem Weg zur neuen Platte. Am anderen Ende der Stereoanlage kommen entsprechend zart besaitete Lofi-Popperlen raus, die gleichermaßen von Melancholie als auch von Selbstbewusstsein zeugen. „Stop singing, stop dancing, ...” heißt es in „Get Used To It!”, kurz danach ”torpediert” Kitty Solaris ihren Songtitel quasi mit “I can´t get used to it”. Wirklich spannend, hier auch zwischen den Zeilen zu zuhören. Und sich bei Nummern wie „Isolation“ für einen Moment den Indierock vergangener Tage (Breeders...) ins Gedächtnis zu holen. Oder „calexicoeske“ Remineszenzen, wie bei „Gitano“. Manch einer mag- und das nicht zu unrecht - nun einen fehlenden roten Faden kritisieren. Aber Kitty Solaris macht das mit Stimme, Charm und DIY-Attitüde spielerisch wett. (dl)
!! KITTY SOLARIS SPIELT AM 22. MÄRZ IM BABYLON KINO IN FÜRTH. HIER GEHT ES ZU DER VERANSTALTUNG !!
ELBOW - Build A Rocket Boys!
Fiction / Polydor
Elbow schaffen es wie kaum eine andere Band, ein ganz warmes wohliges Schaudern zu erzeugen ohne dabei auch nur ansatzweise platt und vorhersehbar zu klingen. Selbst wenn Guy Garvey singt "Lay my bones in neat little rows" klingt es nach einer wirklich schönen Erfahrung. Noch weit mehr als auf dem preisgekrönten Vorgänger "The Seldom Seen Kid" verzichtet die Band auf Lautstärke und Knalleffekte. Doch nicht alles ist hier subtil. Für einen Chorus mit den Worten "We've got open arms for broken hearts" (auch noch mit dem Hallé Youth Choir zusammen geschmettert) würde man so mache andere Band ohrfeigen wollen. Und auch manche Harmonien, wie die einleitenden Streicher/Bläser/Piano-Arrangementes bei "High Ideals", schlittern schön haarscharf am Kitsch entlang.
Der Erfolg von "The Seldom Seen Kid" hat bei Elbow allerdings wohl mehr Angst vor Stadionpop gemacht als dazu ermutigt. "Lippy Kids" könnte mit seinem "Do they know these days are golden? Build a rocket boys!" eine opulente Hymne wie "One Day Like This" sein, verweigert sich aber jeglicher Arrangement-Klischees. Der Schlagzeuger Richard Jupp muss entspannte Aufnahmesessions gehabt haben, es ist schon eine angenehme Überraschung wenn er sich einmal einmischt in die sehr zurückgenommenen Songs. Das abschließende "Dear Friends" ist in seiner majestätischen puren Harmonie durchaus mit Radioheads "Seperator" vergleichbar. Natur, Ruhe, Glück und die Freunde (die "angels and drunks") an der Seite. Eine Platte für sommerschwangere Momente der Ruhe. Das Stadion muss dieses Jahr weiter von Coldplay beschallt werden. (claus friedrich)
CHIKINKI - Bitten
Urban Cow
Viereinhalb Jahre nach „Brace Brace“ sind Chikinki wieder da. Und haben sich immer noch nicht vom TripHop ihrer Heimatstadt einfangen lassen. Das kommt vielleicht, wenn weitere 14 Jahre und 5 Alben ins Land gezogen sind. Wer weiß... Bis dahin stehen die fünf Briten aus Bristol aber weiterhin für ein fluffiges Indie-Synthesizer-Wirrwarr, dass sich erfreulich vom Rest der Schublade abhebt. Lassen sie den Hörer mit dem Opener „Harrys Last Hurrah“ noch einen Spalt breit in diese hinterhältigen Ohrwürmer einblicken, die man von ihnen nur zu gut kennt, zerstören sie jegliche Vision ob dessen, was folgen könnte, mit dem tollen „Catch Up“, dessen fiese, psychedelische Hammondorgel das zarte Gehör-Gebäude vorerst in sein Fundament aufstückelt, um dann trotzdem wieder einen Ohrwurm hin zu legen. So richtig weiß man nicht wo der jetzt wieder herkommt... und schon geht die Reise weiter. „Into The Night“ ist Synthiepop mit fast schon Pat Metheyesken Durakkordfolgen. Die können was. Ehrlich wahr. Die beiden Knöpfchendreher Trevor Wesley und Boris Exton zeigen bei „When We Land“, warum das bei ihrer Band mit einem Bassisten nur zeitweise was war. Auf dem weiteren Rundgang durch "Urban Cow" öffnen sich Chikinki gekonnt über den Funk („Flight 062471“) sogar hin bis zum Afrobeat („All For One“), lassen aber auch Federn („Bitte Bitte“, „Mystery Man“) und sollten in einer nicht minder gekonnten Schlussfolgerung künftig einfach die Finger von Balladen lassen. Der Rest ist stark genug! (dl)
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