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MUSIK

So war: Toro Y Moi, Wild Nothing im Zentralcafé
Donnerstag, 5. August 2010
Ganz schön viel los für einen Mittwochabend in Nürnberg, Konzertmetropole von Welt. Gut so. Der Grund: Die zwei jungen „Bedroom-Producer“ Jack Tatum mit seiner Band Wild Nothing und Chazwick Bundick alias Toro Y Moi stellten sich vor. Nochmal: gut so.

++ Understatement. Ein Wort, das sich wie ein roter Faden durch diesen Abend zieht. Verschieden ausgelebt allerdings. Bei den zu viert auftretenden Wild Nothing kann man sich nicht entscheiden, ob mehr Weezer oder mehr Joy Division drin steckt. Jack Tatum gibt auch keine Antworten. Manchmal ein zwei genuschelte Sätze zwischen den Songs, der Rest ist Musik. Und die beeindruckt durchaus. Songs wie „Summer Holiday“ oder „China Town“ bekommen live umgesetzt wesentlich mehr Wucht als auf Platte, vor allem erstgenanntes Stück entwickelt sich zu einem regelrechten Tanzbodenfeger. Statt einer Zugabe gibt es einen Extra-Sympathiebonus für den gleichermaßen ungelenken wie euphorischen Bassisten, dem in Punkto Movement - eine unglaubliche Melange aus Old School Gothik und Tanzschul-Abschlussball - so schnell keiner was vor macht.

Kurzer Umbau, dann steht er plötzlich da. Nicht mittig, sondern linksaußen. Ist er vielleicht doch Steve Urkel? Seine Antwort: Eine Wand aus Loops, Hall und untergemischten Gesangspartikeln. Was war noch mal Chillwave? Das jedenfalls ist alles andere als das. Die Stücke von „Causers Of This“ werden in der Regel um einiges schneller gespielt und enden gerne mal in einem psychedelischen Wavemonster mit Krautrocksprenkeln. Ansagen: So gut wie Fehlanzeige. Und das mit 23 Jahren. Bundicks Begleitmusiker an Bass und Schlagzeug scheinen nicht wesentlich älter, haben aber einen Groove parat, der einen teilweise wegbläst. Teilweise auch nicht. Aber wenn er einen wegbläst, dann richtig. Momente aus Herz, Verstand und Können, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Und irgendwo hier liegt auch der Stand der Dinge bei Toro Y Moi. Ein Talent. Ein unglaubliches Talent, bei dem sich niemand zu wundern braucht, wenn er in fünf Jahren wahlweise als Prince-Reinkarnation, (tatsächlicher) Neuerfinder des Krautrock oder Indie-Sensation dasteht. Der kann alles. In fünf Jahren.

(dl)

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Kommentare (3)

VIQUIQUI | 07.08.2010 | 22:06
Naja Toro Y Moi is schon schön. Chillwave ist sehr schön, aber eigentlich klingen doch Washed Out, Neon Indian und Toro Y Moi alle gleich. Aber gleich schön. Ich hab jetzt nicht erwartet dass es sehr viel anders wird. Nur kurz wars

FREDDY | 06.08.2010 | 12:12
Die Pause klingt doch ganz spannend, da kann man gut aufs klo gehen ohne was zu verpassen oder?

KALLE | 05.08.2010 | 20:48
ich war auch bei toro y moi gestern im gut gefüllten zentralcafé. die vorband wild nothing aus virginia/usa bot soliden indie rock. einen indie rock, den wahrscheinlich 17-jährige mädchen für echt und tief halten, der bei älteren semestern eher wie eine indie-coverband rüber kam. nett aber irgendwie belanglos. und dann kam toro y moi.

letztendlich war es dann doch (nur) pop. es war wirklich schön, die stimmung war gut, aber ich hatte andere erwartungen nach den songs, die ich im vorfeld gehört hatte. ein paar schräge soundeffekte hier und da, ein bißchen übersteuerung dazu, das war’s. und nach einem mehr als freundlichen schlussapplaus nur eine drei-minuten-zugabe abzuliefern, wo andere einen ganze stunde weitergespielt hätten, war dürftig. 21:20 fing die vorband an, 23:00 war schon alles wieder vorbei und ja, mittendrin war eine lange pause.



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