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MUSIK

Bardentreffen: Anguck-Tipps
Donnerstag, 29. Juli 2010
Die Musikredaktion hat sich das Programm des 33. Bardentreffens mal vorgeknöpft und vergibt ein paar Empfehlungen für unterschiedliche Musikgeschmäcker. So wie sich das eben für ein Weltmusikfestival gehört...

Freitag, 30. Juli

19:00 Uhr Hauptmarkt
Sierra Maestra
Genau das Richtige für alle, die auf Buena Vista Social Club & Co stehen. Die 1976 gegründete Band, nach einem Gebirgszug im Osten Kubas benannt, haucht dem klassischen Son - ein Musikstil, der etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand und afro-kubanische Rhythmen mit spanischer Giarrenmusik verbindet - frischen Wind ein. Der einstige Bandleader Juan De Marcos Gonzáles gründete noch während seiner aktiven Zeit bei Sierra Maestra die Afro-Cuban Allstars, wer weiß ob da nicht der einen oder andere special guest auf der Bühne auftaucht.

21:00 Uhr MUZ Bühne
Fred Newman Hier handelt es sich natürlich weder um den US-Schauspieler, der in den frühen 1980ern die "Muppet Show On Tour" - Liveshow entworfen hat, noch um den Philosophen und Psychotherapeut aus Brooklyn, der die so genannte „Social Therapy“ erfand. Fred Newman auf dem Bardentreffen, das ist der Neue aus unserer Musikredaktion, auch Claus Friedrich genannt, der samt seinen drei Begleitmusikern, allesamt aus Funk, Fernsehen und der einheimischen Musikszene bekannt, (auch) die Songs der gerade fertig gestellten EP vorstellt. Komplexer Indiepop mit Hang zur Melancholie.


Samstag, 31. Juli

16:45 MUZ Bühne
Paper Industry
190 Freunde. Auweia. Zuviel für eine introvertierte, intelligente Lo-fi - Musikerseele? Zu wenig für den Ruhm, der einem Songskizzen in Diktiergeräte schraffierenden Mann mit Gitarre gebührt? Halb so schlimm, denn Myspace glaubt ja eh keiner mehr. Mal abgesehen von der rein musikalischen Komponente, die hier ganz galant um ein „der Autor dieser Zeilen hat Paper Industry schon mehrfach live gesehen und fands auch mit einer Handvoll Bier im Genick super“ ergänzt wird.

17:15 Uhr Insel Schütt
Kalman Balogh & the Gipsy Cimbalon Band Wer schon immer mal wissen wollte wie unsere herzallerliebsten Lokalhelden La Boum - die auch heuer und 100pro überall und nirgendwo zu finden sein werden - auf Speed klingen würden, zuzüglich ungarischem Würstel-Eintopf und reißerischem Uptempo-Piraten-Swing vergangener Tage, der ist hier genau richtig. Da dreht man ja schon beim Probehören durch. Tipp: Das Stück „Gyertek fiuk“ aus dem Myspace-Player.

19:30 Uhr MUZ Bühne
Starpost
Es gibt Bands, bei denen lassen sich die Referenzen beim Hören umgehend zuordnen. Bei Starpost, einem in Nürnberg beheimateten Newcomer-Quartett mit Wurzeln in Georgien, Venezuela, Kasachstan und Deutschland liegen einem schon nach gefühlten 16 Takten Radiohead auf der Zunge. Eine schwere Bürde für eine junge Band, deren musikalisches Material wirklich schön klingt, die sich aus dem Schatten eines schier übermächtigen „Einfluss-Giganten“ aber erstmal heraus spielen muss, um bei Gelingen die Chance zu haben, ein echter Höhepunkt zu werden. Wir sind gespannt...

20:30 Uhr St. Katharina (auch 1.8. 17h, Insel Schütt)
HaBanot Nechama
Vielleicht so etwas wie der israelische Gegenentwurf zu den Sugababes. Drei gut aussehende, stimmgewaltige Ladys, die es auch mehrstimmig so richtig draufhaben. Allerdings liegen die Wurzeln hier teils im Folk und (textlich betrachtet) in der hebräischen Sprache. Das sollte nun aber nicht direkt schaden, denn während Keisha, Mutya und Siobhá auch und vor allem dann wenn sie mit gerade mal keinen Erfolg haben, als verwöhnte britische Promigören abgeschrieben werden, konzentriert man sich bei Karolina, Dana und Yael vor allem auf eines: die Musik.

21:30 Uhr Insel Schütt
Orientation
Inzwischen gibt es ja für fast jedes Musikgenre aufgrund einer angeblichen „Neuerfindung“ diesen widerlichen Zusatz „Nu“ vor dem eigentlichen Stil. Bei der Berliner Multikulti-Truppe wagt sich ein Kollege gar an „Nu-Oriental“. Sorry, das geht gar nicht. Bitte überlesen und sich eher an einem (komplett live gespieltem) Mix aus Funk und Groove mit herber arabischer Percussion, Instrumenten aus Fernost und türkischem Gesang orientieren. Die Myspacesongs der Band, die mit drei Stücken in Fatih Akins Film „Gegen die Wand“ vertreten ist, versprechen ein Konzert ganz ohne „Nu“, dafür mit hohem Unterhaltungswert.


Sonntag, 1. August

17:15 Uhr Hauptmarkt
Forró in the Dark
Vier Brasilianer, die in New York leben, ihre musikalischen Wurzeln mit amerikanischer Tradition von Country bis Folk verknüpfen und sich dabei durchaus auch bei „Modernem“ von Dub bis Indie bedienen. Klingt verrückt. Ist es irgendwie auch. Irgendwie aber auch nicht. Weltmusik ist immer wieder gerne auch ein Mischmasch aus verschiedensten musikalischen Bereichen und dieses Quartett mit wöchentlicher Residency in einem Club in Manhatten setzt das nahezu perfekt mit seinem Sound um.

18:30 Uhr St. Katharina
Selah Sue
Die erst 21jährige Belgierin wird (stimmlich betrachtet) auch mal gerne als neue Amy Winehouse bejubelt. Ein Schicksaal, dass sie mit so ziemlich jeder neuen Stimme im Soul teilt. Abgesehen davon covert die Dame - oder sagt man besser: das Mädel - aus Leuwen samt Band Winehouse oder Joss Stone. Das kann man gutheißen. Oder sich auf ihre eigenen Nummern fokussieren, die zeigen, dass Selah Sue das eigentlich nicht nötig hat. Nicht nur ihr Stimmorgan steht längst auf eigenen Beinen, wer sie bereits im Vorprogramm von Milow gesehen hat, weiß wovon wir reden. Derzeit arbeitet sie mit Patrice an ihrem Debütalbum.

21:30 Uhr Insel Schütt
Katzenjammer
Wer mit Bands wie Kaizers Orchestra was anfangen kann, ist hier goldrichtig. Wilde Tänze, treibende Rhythmen, folkloristische Instrumente, geballter Gesang. Das ist der Kosmos der vier Norwegerinnen von Katzenjammer, die laut Kulturnews.de zu Teilen so klingen, als hätte "Nick Cave den Soundtrack zu Ronja Räubertochter geschrieben". Kein Wunder, dass ihnen unter anderem David Byrne schon unter die Arme gegriffen hat. Oder etwa doch? Eine Frage, die sich am Besten vor Ort klären lässt...

(dl)

Ein Spielplan mit allen auftretenden Künstlern und mehr Infos gibt es auf www.bardentreffen.de



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Kommentare (3)

LAMPE | 31.07.2010 | 10:02
Mir wurde gestern beim Konzert von La Boum meine Jacke geklaut. Dunkelblaue Strickjacke von Ben Sherman mit grau-blauem Rautenmuster vorne. Wenn ich den Dieb erwische, dann gibts Backenfett deluxe. Privatdedektive sind auch schon im Einsatz. Zieh Dich warm an, Du Verbrecher!

LITTI | 30.07.2010 | 08:14
siehe text zu Kalman Balogh & the Gipsy Cimbalon Band. wollte bloß die location ganz geheim halten, man weiß ja sonst auch niiiie wo ihr spielt...;-)

ARMARIO | 29.07.2010 | 21:15
und natürlich la-boum vor der ihk - wie jedes jahr :)



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