|
Künstlerstammtisch in Erlangen |
|
Mittwoch, 14. Juli 2010 |
Manchmal bekommen sogar wir mal ein Lob. Zum Beispiel vom Künstlerstammtisch im Transfer/Erlangen via facebook. Bei sowas wird uns ganz warm ums Herz, wir nehmen uns alle bei den Händen und schließen den Belobiger in unser Abendgebet ein. Danke, Ihr lieben Künstler. Der Stammtisch findet übrigens heute wieder statt, was da so geht, erfahrt Ihr hier.
Die kommunalen Haushalte sind klamm. Öffentliche Ausgaben werden heruntergefahren. Und der subventionierte Kulturbetrieb steckt in der Krise. Beispiel Wuppertal: Hier steht der Erhalt des Stadttheaters auf der Kippe. Und in Erlangen: Die Fortsetzung des Internationalen Figurentheater-Festivals im kommenden Jahr war in Frage gestellt – tja, wenn man sich seitens der Stadt nicht dem Druck heftiger Proteste Erlanger Bürger, auswärtiger Theaterfreunde und vieler Theatermacher gebeugt und dann doch noch in letzter Minute einen großzügigen Sponsor an Land gezogen hätte. Droht die öffentliche Hand ihren Kulturauftrag zunehmend zu vernachlässigen? Wie kann man außer mit Protesten einer Ausdünnung des Kulturlebens entgegenwirken? Muss Kultur wieder vermehrt „von unten“ kommen? Der Erlanger Künstlerstammtisch vs. Stadt(ver)rat jedenfalls tut etwas ...
Jene Diskussionen im Erlanger Rathaus um den Fortbestand des Figurentheater-Festivals waren ausschlaggebend für die Entstehung des Künstlerstammtischs, und für seinen provokanten Namenszusatz „vs. Stadt(ver)rat“. Initiatorin Marie de Tusché setzt auf Eigeninitiative und greift den Leitsatz öffentlicher Kulturpolitik auf. „Kultur für alle!“, lautet ihr Motto, und so ist der Künstlerstammtisch auch viel weniger eine geschlossene Gesellschaft, als vielmehr ein Forum für Künstler und alle Kunstinteressierten. Einmal im Monat verwandeln sich die Räumlichkeiten des Nachtschwärmer-Cafes Transfer mal in eine Konzertbühne, mal in eine Galerie. Mal sind es Musiker und andere Live-Acts, mal Zeichner oder Maler, die ihr kreatives Schaffen zur Schau stellen. Begabte, bislang heimliche Talente, sind ebenso vertreten, wie der eine oder andere bereits bekannte Name aus der lokalen Szene.
„Der Künstlerstammtisch soll die Möglichkeit für Austausch und Teilhabe gleichermaßen bieten.“, charakterisiert Marie ihr Konzept. In ungezwungener, geselliger Bar-Atmosphäre mag es einem als Musiker beispielsweise auch durchaus leichter fallen, neue Zunftkollegen kennen zu lernen und über künftige, gemeinsame Projekte zu sinnieren. Und wer Lust hat, einfach nur zum Hören, Sehen und Staunen zu kommen, kann bei einem entspannten Bierchen oder Longdrink einen unterhaltsamen Abend genießen, ganz ohne Garderobenzwang oder Eintrittskarte.
Künstlerstammtisch. Mittwoch, 14. Juli. Transfer, Westl. Stadtmauerstr. 8, ab 21.30 Uhr.
Anmerkung zum Bild:
Der Job als Koch liefert Gunnar Penz jede Menge Inspiration. Denn in der Freizeit verarbeitet er seine Alltagserlebnisse liebend gerne auf Papier mit der Tuschefeder. Unter dem Titel „Kochkunst“ präsentiert er Einzelzeichnungen und Comicstrips mit skurrilen bis aberwitzigen Szenen und Geschichten aus der Küche. Und als Höhepunkt des Abends wird Gunnar Penz vor allen Augen auch noch eine komplette Seitenwand im Lokal mit seiner Kunst verzieren. Begleitet wird er dabei an den Plattentellern von DJ Strohhofer mit verspielten Electro-Sounds und psychedelischem Krautrock.
[mk]
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melde Dich an oder registriere Dich. |