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MUSIK

Angehört: We Vs. Death - A Black House, A Coloured Home
Donnerstag, 4. März 2010
Musik aus Molltönen. So lässt sich das, was beim neuen Sinnbus-Release am anderen Ende des Abspielgerätes raus kommt, in drei Worten umschreiben. Dabei ist auch eine Trompete im Spiel.

++ Weiß eigentlich jemand genau, was Postrock ist? Also auch im Vergleich zu Postpunk, Postpop, Postrave und allem, was sich die Musikpropheten von morgen sonst noch so aus den Furchen ihrer Kleinhirnrinde gesaugt haben, um mal wieder groß aufzutrumpfen in diesem ganzen überfüllten Sack voller musikalischer Köstlichkeiten. Mit dem Präfix „Post“ soll laut Wikipedia eine Zwitterstellung angedeutet werden, in der sich dieses Genre befindet. Bestehend zum einen aus ursprünglichen Spielarten des Rock, die aber andererseits in ihrer „herkömmlichen Form“ überwunden werden.

Die Utrechter We Vs. Death sind jedenfalls Postrock. Erzählt man sich zumindest. Die sieben Songs ihres zweiten Albums basieren auf düster-vertrackten Kompositionen aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und dem oben bereits erwähnten Blasinstrument, das sich nahtlos in eine bedrückende Zeitlupenschleife eingliedert, die ordentlich was an Ecken und Kanten auffährt. Postrock ist hier also laut und leise, ist das Spiel zwischen den Welten, das Ping Pong in Moll, gespielt mit einem wirklich kleinen Hoffnungsschimmer. Postrock ist hier auch wehleidig, die seltenen Gesangsparts zwischen den langen, instrumentalen Kollagen untermalen das. Apropos Kollagen: Ein wenig schade, dass die Struktur bei der ganzen Schichterei emotional empfunden zu sehr in den Hintergrund gerät. Lässt man sich beim zweiten Durchlauf von den Arrangements an sich leiten, fällt schnell auf, das hier durchaus talentierter Indierock durchschimmert. Oh jeh, schon wieder so eine Begrifflichkeit. Aber vor allem bei „Hands“ und „Mirage“ unüberhörbar, egal wie man das für sich und für den Moment definieren mag. Dafür werden bei „Collection Of Stones“ ein wenig zu viele „handmade machines“ aufgefahren. Ein Textfragment, man als Sinnbild der tiefen Einsamkeit verstehen könnte, in der sich viele Postrocker auch auf der Bühne darstellen. Kaum im Backstageraum angekommen darf dann wieder geblödelt und gelacht werden. Und genau eine Prise davon das hätte „A Black House, A Coloured Home“ in der Außenwirkung prima getan. Trotzdem: Gute Platte für die grauen Wolken und alle, die sich und ihrem Verhältnis zu den Distelmeyers dieser Welt mal eine stilistische Pause gönnen wollen.

Das Beste aber kommt ganz zum Schluss: Auf der WEBSITE der Band gibt es das Album als free download. Wer allerdings auf Vinyl steht und seine Sammlung um ein echtes optisches Highlight ergänzen will, der kann das HIER bei Sinnbus bestellen.

(dl)

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Kommentare (1)

KAJA | 10.03.2010 | 20:47
Weil ich als eine der ersten. Das erste Album GEKAUFT (!) habe. Und meinen Musik-Experten von Ex-Freund. Zum ersten Mal in sechs Jahren. Von einer Band überzeugt habe.
"BRMC. Was heißt das?", frage er. Und ich wie aus der Pistole geschossen. "Black Rebel Motorcycle Club, natürlich.". "Du hast nun wirklich längst nicht so viel Ahnung von Musik. Wie Du immer behauptest", setzte ich trotzig einen oben drauf. Er lachte. Und hörte zu. Und war begeistert.
Er ist weg. Aber BRMC sind immer noch da. UND WIE! Ich will dabei sein. LIVE!



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