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Angehört: LoneLady - Nerve Up |
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Freitag, 26. Februar 2010 |
Bekommt man mit einer Veröffentlichung auf dem altehrwürdigen Warp Label automatisch die Aufmerksamkeit, die man eigentlich nicht verdient hat? Zumindest bei Julie Campell alias LoneLady ist das durchaus widerlegbar. Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
++ Vielleicht zu oberst eine weitere Frage: Wie oft hat die britische Presse in diesem Jahr bereits „the next big thing“ ausgerufen? Alleine schon die NME war da in Punkto Frequenz recht gut dabei. Aber was zählt das schon, wenn es den "verkopften deutschen Musikkritiker" eher verbittert als neugierig macht... Naja, ganz so ist es nun auch wieder nicht. Aber eine gewisse Vorsicht bei der Herangehensweise ist auch nicht weg zu leugnen.
Schön, dieser britische Akzent. Gleich beim Opener „If Not Now“ fällt aber nicht nur das ins Gewicht. Sondern - und damit wären wir doch wieder bei Warp angelangt - dieses neben dem populären Strom schwimmen, ohne ihn gänzlich aus der Sichtweite zu verlieren. Bei den folgenden „Intuition“ und „Nerve Up“ wird das noch deutlicher. Schlechtgelaunt könnte man besonders den zweiten Song des Albums in diese „I don´t want a lover“ (Texas) Ecke schieben, ohne sich dabei richtig mies zu fühlen. Aber von draußen lässt sich gerade die erste Frühjahrssonne blicken. Und dann ist da ja noch dieser britische Akzent. Inzwischen legt sich das Abspielgerät die vierte Nummer zurecht. Jetzt sind Texas ganz raus. Stattdessen Staunen bei Gitarren, die enorm (und bitte ohne zu sehr in die direkt vergleichende Schublade zu rutschen) nach Public Image Lmd. klingen. Einfach gut gemacht. Und bis auf das Schlagzeug alles selbst eingespielt. Sollte noch erwähnt werden, dass Guy Fixsen, der schon bei den Breeders und My Bloody Valentine seine Finger im Spiel hatte, Schützenhilfe geleistet hat.
Bevor es jetzt gen Summe geht, noch der Lieblingssong des Albums: Nicht nur wegen seiner schön schrägen Strophe: „Cattletears“.
Ob es auch hierzulande für ein „next big thing“ reicht, sei bei „Nerve Up“ mal dahingestellt. Verkopfte deutsche Musikkritik hat eben auch ihre Vorteile. Aber die Platte geht gut rein. Und wenn man der Protagonistin noch ein wenig Zeit einräumt, sich in ihrer Heimatstadt Manchester einzugraben und ihrem zweifelsohne großen Ideenreichtum freien Lauf zu lassen, wird uns LoneLady sicherlich noch das ein oder andere Mal überraschen. Ein guter Grundstein ist jetzt allemal gelegt.
dl
www.myspace.com/hiholonelady
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