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MAGAZIN // CURT BERICHTET

curt´s kleine Olympia-Schau I
Donnerstag, 18. Februar 2010
Vergangenen Freitag wurden die olympischen Spiele in Vancouver eröffnet. Ein guter Grund, erstmal Carneval zu feiern. Ausgiebig. Bei Minimum 2 Kanälen mit 24 Stunden Sport pro Tag kann man den Rest des Geschehens ja auch beim Heimkommen glotzen. Gesagt, getan.

++ Ziemlich egal, ob Wig Out, Pornofasching, Karibik- oder Weiberfasching. Der Zustand, wenn man versucht, sich die Schuhe vor der Haustüre auszuziehen, ist in der Regel der gleiche. Schuld daran: Mineralwasser, Actimel und Yoga. Auch Bier, Jägermeister und auf den Tischen tanzen genannt. Der erste körpereigene Einlauf in Sachen Müdigkeit wird durch ein leichtes Schwindelgefühl unterdrückt, dem zu Folge man zur Fernbedienung greift. Taste 1. Denn man war ja die Nummer 1. Fasching ist geil. Ausreden fürs Saufen auch. Zurück zu diesem technischen Wunderwerk mit den vielen Knöpfen. Die Taste 1 ist geschafft. Mit Mühe und Not, aber auch mit Anstand. Der erste Blick auf den Bildschirm. Alles weiß. Bildstörung? Scheiß Kiste! Ach ne, Olympia. Super. Geht fast noch ein Bierchen. Ist ja wie Fasching. Voll der Noisepegel. Mit Rasseln, Tröten und übermenschlich großen Fahnen stehen um die 98 Fans (= in dem Fall Familienangehörige und Freunde) an so was Carrerabahn-mäßigem. Das waren auf der Faschingsparty gerade aber mehr Leute. Und die Stimmung war besser. Und es gab Musik. Boah, was geht´n jetzt? Aus dem leichten Schwindelgefühl wird ein mittelschweres. Einerseits kann man den Blick nicht von der Röhre abwenden, andererseits scheint das, was man sieht irreal. Illusionistisch. Irgendjemand brettert mit 120 Sachen irgendwo durch. Begleitet von diesen karnevalistischen Partygeräuschen. Schon bessere Feiern erlebt. Ehrlich gesagt. Und dieser sch**ß Schwindel will einfach nicht besser werden. Warum auch? Ist ja Olympia. Da darf einem schon mal schwindlig sein.

Der Reporter flippt aus. Spitzen Büttenrede. Reimt sich aber gar nicht. Da stimmt doch was nicht. Ach so, wir haben Gold gewonnnen. Felix Loch. Kennt man. Promi! Der war doch auch auf der Party gerade. Als Latoya Jackson verkleidet. Welche Sportart war das noch mal? Rennrodeln? Jajaja. Kennt man. Saubekannt muss das sein. Bei der Unmenge an Fans und was einer Party. Konnte man ja sogar durch den Fernseher hören. Und finanzieren tut das die Bundeswehr? Passt doch wie die Faust aufs Gewehr. Grundausbildung ist zwar schon ein zwei drei Jahre her, aber man weiß schon, dass man da nur Gutes getan hat. Sportarten, die Kosten verursachen, muss der Steuerzahler übernehmen. Und der Soldat. Für Olympia. Und damit die armen Würstchen bei den öffentlich-rechtlichen nen ordentlichen Zuschlag bekommen. Damit die das durchstehen, sich an die Rennrodelstrecke zu stellen und so zu tun, als ob wir 1954 hätten und Helmut Rahn soeben das 3:2 erzielt. Toooooooooooooor! Ähm. Was sagt man da eigentlich beim Rodeln?

dl

Die olympischen Spiele im Netz

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