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MUSIK

The Raveonettes: 180 Grad Drehungen
Mittwoch, 3. Februar 2010
Hier lassen wir keine Ausreden gelten. Kommenden Sonntag spielen die wunderbaren dänischen The Raveonettes im K4. Präsentiert von curt. (Nicht nur) deswegen waren wir mit Sängerin und Bassistin Sharin Foo zum Plausch verabredet.

++ So einfach ist das. Toursupport für Größen wie Depeche Mode oder The Strokes und vier von der Presse hochgejubelte Alben sprechen für sich. Ihre Musik bezeichnet das dänische Duo selbst als eine Mischung aus zweistimmigen Gesangsharmonien mit schneidenden E-Gitarren, großzügig mit Noise über- und unterlegt. Trotz ihres Erfolges und des vielen Lobes zeigten sich die beiden im Gespräch nüchtern, bescheiden, ja fast schüchtern. Doch lest selbst:

Es gibt nicht allzu viele Bands wie euch, die das „Boy-Girl-Garage-Rock-Duo“ durchziehen. Achtet ihr dadurch mehr darauf, was Bands wie die White Stripes, The Kills oder die Blood Red Shoes machen? Und gibt es eine Band in dem Genre, die für euch besonders hervor sticht?
Nein, wir vergleichen uns mit keiner dieser Bands und wir fühlen uns weder einer Szene noch einem Genre zugehörig. Aber natürlich gibt es Bands, von denen wir Fans sind, aber nicht aufgrund einer Ähnlichkeit mit uns, sondern weil sie ganz einfach großartige Musik machen. Als wir anfingen Musik zu machen, hat uns nur ein Duo beeinflusst, zumindest was die Gesangsharmonien betraf, und das waren die Everly Brothers.

Schränkt es euch musikalisch nicht ein nur aus zwei Mitgliedern zu bestehen?
Ja, aber es ist auch sehr befreiend wenn sich nur zwei Egos aneinander reiben müssen. Nein, nur Spaß. Wir mögen die Einfachheit, die es mit sich bringt, eine Band nur aus zwei Mitgliedern zu sein. Es ist niemals einsam, aber auch nie überfüllt. Bei unseren Auftritte nehmen wir immer Musiker für den Sound und die Performance mit, was aber zugegebenermaßen auch sehr teuer für uns ist.

Ihr spielt kleinere, nennen wir es auch intimere Shows in kleinen Clubs, habt aber auch schon als Vorband für Depeche Mode oder The Strokes in Stadien gespielt. Was ist euch lieber?
Am liebsten spielen wir nachts. Aber wir mögen die Abwechslung. Kleine intime Clubs, majestätische Säle und erschreckend riesige Arenen.

Sune schreibt täglich drei bis vier Songs. Wie schaffst er das und hat er immer noch neue Ideen?
Er ist sehr produktiv. Das ist die Art wie er arbeitet. Er schafft sehr viel Output und kürzt es dann auf die Essenz runter.

Ihr redet sehr offen über eure musikalischen Einflüsse, auch eure Auftritte sind auf das wesentliche reduziert und kommen ohne große Show bestens aus. Denkt ihr, dass andere Bands oft übertreiben und sich und ihre Musik zu übertrieben darstellen?
Was unserer Ansicht nach eine gute Show ist? Unsere Meinung dreht sich oft um 180 Grad, deswegen fragen wir uns gerade selbst, was wir für eine gute Show halten. Wir versuchen eine noch unterhaltsamere Liveband zu werden. Wir spielen gut, es klingt großartig, aber wir sind keine rücksichtslosen, mit Drogen vollgepumpten Rockstars. Wir sind schüchtern und introvertiert. Der Schlüssel für eine gute Show ist, sich in der Musik zu versenken und einfach zu spielen. Das ist nicht immer einfach.

Auf eurer Homepage nennt ihr euch ganz schlicht „Rock Duo”. Was repräsentiert das Wort Rock für euch?
Oh. Lass mich das schnell ändern. Ehrlich gesagt kümmern wir uns um unsere Homepage gar nicht und fokussieren dafür unsere Myspace Seite.

Folgendes Zitat hab ich aus einem Interview von euch: „ Das Internet erhöht das Interesse an Musik und erweitert das Wissen der Hörer über die Bands, die es noch da draußen gibt“. Glaubt ihr nicht, dass das Internet nicht genau den gegenteiligen Effekt haben könnte. Die Hörer oftmals nur noch nach dem „Next Big Thing“ suchen und viele gute Bands einfach in der Fülle, die das Internet anbietet, untergehen?
Klar gibt es ein Problem mit zu viel Spam, zu viel Info und zu kurzen Aufmerksamkeitsspannen. Aber das Positive ist der direktere Dialog zwischen Künstler und Publikum. Uns gefällt die Idee, auf die Mittelsmänner der Labels und die veralteten physischen Tonträger verzichten zu können. Wir werden noch sehen, wo uns das Ganze hinführt. Wir haben noch nicht ganz unseren Weg mit dem Internet gefunden, aber wir experimentieren damit.

Interview: Alex Pahl

The Raveonettes. Sonntag 7. Februar, im Zentralcafé des K4. Einlass: 21 Uhr. Support: Hatcham Social.

HIER gibt es Gästelistenplätze für das Konzert zu gewinnen.

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Kommentare (6)

LAMPE | 11.02.2010 | 08:25
Immer diese verkaterten Menschen. Bin ich froh, dass ich keinen Alkohol trinke. Deswegen klappt´s auch mit Direktkontakt Augapfel-Strobo OHNE BLINZELN!

TIM ÖSE | 09.02.2010 | 17:44
Ja Eve, für deinen Kater am Sonntagabend können doch die Raveonettes nix! Mach's doch wie curt: Samstagabend ne dünne Scheibe Vollkornbrot und viel stilles Quellwasser und Sonntagmorgen gegen 7 dann ein- bis zweihundert Klimmzüge und Liegestütz ... dann biste gegen jedes Strobogewitter gewappnet.

EVEMASSACRE | 09.02.2010 | 12:47
steh du mal völlig verkatert und hilflos weil du dich dem charme der musik und band nicht entziehen kannst an'nem sonntababend auf so einer show. aber die band hält das strobo für essentiell. fand's auch gut, aber meine auuuuugen.... auaua.

LAMPE | 09.02.2010 | 08:33
Seit wann gibt es zu viel Strobo? Oder konnte man dadurch den Blinder nicht mehr erkennen?

LITTI | 08.02.2010 | 19:57
top konzert mit für sonntagabend etwas zu viel stroboskop... da hat man das wochenende ja bereits hinter sich...;-)

HEINZ | 08.02.2010 | 17:19
wie wars??



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