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#141 |
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Montag, 1. Februar 2010 |
Selbst in unserer sonst so friedlichen Stadt geschehen manchmal schreckliche Dinge. Eine Studentin ist gestorben, mitten in der Innenstadt, mitten unter uns und unter ungeklärten Umständen. Wochen nach ihrem Tod fand man ihre Leiche in der Pegnitz, direkt an der Insel Schütt.
Unsere Redakteurin Nina fährt diese Strecke selbst ständig mit ihrem Fahrrad, genau zur mutmaßlichen Todeszeit, gegen 18 Uhr. Ob sie das nicht gruselig findet, haben wir sie gefragt. "Viel mehr als das. Ich habe dauernd das Gefühl, das hätte ich sein können", antwortete sie. An einen Unfall oder Selbstmord kann sie, wie so viele, irgendwie nicht glauben. Alle sind schockiert - wir haben Freunde, die Maya persönlich kannten, die mit ihr studierten. All das macht es noch schwieriger begreifbar, dafür eine undefinierbare Angst greifbarer. Wir müssen an den DJ Norbert denken, der, es ist noch nicht lange her, ebenfalls ungeklärt in der Pegnitz ertrank.
Was auch immer passiert ist, welche Erklärungen sich am Ende auch finden werden: man wird weder Maya noch Norbert
vergessen, und ganz sicher wird man nun die Insel Schütt mit einem anderen Gefühl überqueren als früher. Oder man wird sie umfahren, so, wie Nina das jetzt macht.
Vielleicht können wir alle was lernen: zu erkennen, wie gut es uns geht, und, ein Bewusstsein zu entwickeln für die kleinen und großen Dinge, die uns selbst widerfahren, und anderen. Und: Dinge mit anderen Augen zu sehen, mit offeneren Augen. Gut, dass das manchmal schon funktioniert: im MUZ Club fand ein Konzertabend zu Gunsten der Hilfe für Haiti statt, initiiert von Nürnberger Bands. Alle Einnahmen an der Kasse (freiwilliger Obolus) und an der Bar wurden gespendet.
Genau hier sind wir froh, sagen zu können: Nürnberg ist super, die jungen Menschen der Stadt sind super. Lasst uns also auch diesen Monat wieder das genießen, was wir haben und was uns von unseren umtriebigen, geliebten Machern im Leben und Nachtleben geboten wird. Und lasst uns dabei nie vergessen, dass es noch mehr gibt als unseren eigenen Mikrokosmos.
Viel Spaß bei allem, was Ihr tut. Tut es bewusst.
Euer curt-Team
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