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So war: Arms and Sleepers |
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Montag, 25. Januar 2010 |
Die hochgelobte, immer wieder sogar mit Sigur Ros oder Radiohead verglichene US-Formation zu Gast im MUZ Club. Zu viel Vorschusslorbeeren, meint Sebastian Gloser, der sich das Konzert für uns angesehen hat,
++ Blätter fallen, schwarz auf weiß. Ein Flugzeug startet, schwebt über den Wolken und landet wieder. Die Skylines amerikanischer Großstädte ziehen vorbei. Kurze Videosequenzen, projiziert auf ein riesiges Bettlaken, als visuelle Untermalung für den Sound von Arms and Sleepers, einem Duo aus Boston und Portland, das an diesem Abend ihrer Europatour in Nürnberg halt macht.
Arms and Sleepers, das bedeutet zunächst einmal vor allem völlige Loslösung vom Format „Song“ . Die Grenzen verschwimmen, alles entwickelt sich in Flächen. Die Kompositionen gehen fließend ineinander über und den Applaus an den wenigen Schnittstellen mü ssen sich Arms and Sleepers fast schon vom Publikum aufzwängen lassen. Schlagzeug, Programming, verhuschtes Gitarrenfeedback, Laptop-Geblubber und verschiedene verfremdete Tasteninstrumente kommen von der Bü hne und bieten jede Menge Raum zum dahinoszillieren. Live setzen Arms and Sleepers ihren kristallklaren Indietronic sogar zu dritt um und dennoch ist man bereits vor dem Auftritt ein wenig enttäuscht, dass Ben Shepard nicht mit dabei ist. Shepard ist eigentlich Kopf von Uzi & Ari, die man als Brüder im Geiste und Sound von Arms and Sleepers bezeichnen könnte, nur dass das Kollektiv um Shepard den Klangkosmos ein wenig mehr Richtung Song verschiebt und sich dem Pop nicht ganz so konsequent verweigert.
Eigentlich sollte der sympathische Multiinstrumentalist, der auch auf dem aktuellen Arms and Sleepers-Album „Matador“ zu hören ist, auf der Europatour das Vorprogramm bestreiten, doch auf halbem Weg hat er die Heimreise angetreten, um sich mal wieder an der Uni blicken zu lassen. Es ist aber nicht sein Fehlen allein, das dem Abend ein wenig die Spannung nimmt. Arms and Sleepers basteln auch auf der Bühne ihren sphärischen Ambiente -Kosmos, der zuweilen auch mal an Sigur Rós erinnert, recht eindrucksvoll zusammen und trotzdem erreichen sie im Vergleich zu ihren Tonträgern nur ganz selten eine Metaebene. Oft kann man gar nicht mehr unterscheiden, was nun aus dem Laptop tropft und was das dreiköpfige Klang-Projekt live erzeugt. Und weil Arms and Sleepers die Gäste von ihren Alben logischerweise nicht mit auf Tour nehmen konnten, grüß en leider auch sämtliche Vocals nur vom Band. Es entsteht fast der Eindruck, dass man sich die Songs genauso gut auf der heimischen Couch hätte anhören können, sofern man denn eine der - zweifelsohne - bezaubernden Platten von Arms and Sleepers besitzt. Diesen Makel können leider auch nicht die schönen Projektionen ausgleichen.
Text: Sebastian Gloser
www.myspace.com/armsandsleepers
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