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Endlich wieder Soulweekend |
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Donnerstag, 3. Dezember 2009 |
Alle Jahre wieder – seit nunmehr '92 – kommt zur Adventszeit (neben dem Christuskind) auch der Soul als geballte Ladung in die Stadt. Wir haben mal mit einem der Herren geplaudert, die hinter dem legendären Soulweekender im K4 stecken.
Oguzhan Çelik – oder auch einfach nur Osi - hat mittlerweile 35 Jahre auf dem Buckel und versucht sich seit längerem ‚nebenbei’ als Advokat. Hauptsächlich ist er aber seit den 80ern über die Rollerfahrerei zur Soulmusik gekommen, organisiert seit den 90ern Soul- & Reggaenighter, und legt Besagtes auch öfter selbst mal auf.
Hallo Osi. All jenen, die sich der (Rare-)Soulmusik verschrieben haben, drückst Du mit dem Soulweekender am Wochenende einmal mehr einen absoluten Pflichttermin aufs Auge … beziehungsweise gönnst Du ihnen das absolute Highlight der Saison. Mein Kollege und Mitbewohner Karel zum Beispiel wird langsam aber sicher richtig hibbelig, ward vermutlich ab Freitag für zwei Tage nicht mehr gesehen und taucht schließlich mit einem noch ein paar Tage nachwirkenden glückseligen Grinsen auf den Lippen wieder auf. Klär mich mal bitte auf, was da passiert?
Ja da ist der Karel, glaube ich, nicht ganz alleine. Schließlich reisen Gäste aus ganz Europa für dieses Wochenende an, gehen mit eben diesem Grinsen wieder nach Hause um dann Jahr für Jahr wieder zu kommen. Der außergewöhnliche Sound in Verbindung mit der Klassentreffen-Stimmung – ich denke, das ist es, was den Soulweekender wirklich zu etwas besonderem macht.
Stichwort Wochenende. Warum denn einen Weekender? Also bei den „Technos“ und von wegen „Drei Tage wach“ und so – ist klar, aber warum feiert man Soul an zwei aufeinanderfolgenden Tagen?
Es waren früher eigentlich auch Soulnighter, also eine Nacht lang, hat sich dann aber Ende der 80er in England für die älteren Herrschaften als Wochenendausflug in die Küstenorte etabliert. Dem britischen Beispiel folgend wurde ein solches Wochenendereignis erstmalig eben 1992 in Nürnberg initiiert und findet wegen des großen Zuspruchs regelmäßig statt. Gerade für die Auswärtigen ist die teilweise weite Anreise für zwei Tage natürlich auch lohnender.
Von wegen ältere Herrschaften: Man wird ja nicht jünger – stirbt die Soul-Generation irgendwann aus? Oder kommt was nach?
Die erste Frage ist leider für England absolut berechtigt. Im Gegensatz dazu sind die Mitwirkenden in Deutschland zwar im Schnitt zwischen 35 und 40 Jahre alt, aber es kommen stets jüngere Leute, erfreulicherweise auch als DJs, hinzu.
Dann erkläre doch bitte mal den Unwissenden: Warum gerade Soul?
Eine Frage die man nur durch das laute Abspielen alter Soul-Platten in einem dunklen Tanzsaal zu vorgerückter Stunde beantworten kann.
Aber erklär das mit den Platten mal den jüngeren Lesern und Laptop-DJs: Was hat es auf sich mit dem „Spleen“ mit dem Vinyl?
Ausschlaggebend (für mich jedenfalls) dürfte die Authentizität des Musikträgers sein, die Singles sind ja zumeist über 40 Jahre alt. Und es ist schon eine eher kultische Handlung, den Plattenarm auf eine sich drehende Scheibe zu legen als Knöpfe zu drücken.
Sammelst Du selbst Platten?
Ja, seit etwa 20 Jahren und in exzessivster Ausprägung.
Was ist Dein wertvollstes Stück?
Ich denke: Linda Griner - Goodbye cruel love.
Nun mal zum Soulweekender an sich: Was erwartet die Gäste?
Kurzum: Das größte Raresoul-Ereignis auf dem europäischen Kontinent (Großbritannien ist unerreichbar) und der deutsche Raresoul-Höhepunkt des Jahres.
Dieses Jahr werden auf zwei Ebenen über ein Dutzend DJs aus vier verschiedenen Ländern geboten, ein echtes Highlight wird wahrscheinlich der letzte DJ-Spot in Nürnberg vom Urgestein Dave Rimmer sein.
Was waren denn die Highlights der letzten Jahre?
Die Simultan-Tanzkabarettdarbietung von DJ John Weston zum eigenen Plattenauflegen auf der Bühne vorletztes Jahr, Hamburger Soultanzartistik zum Staunen seit 2007. Das war schon groß.
Sonstige Anekdoten und Interna für uns?
Interna ist gut, denn ich denke da an eine aberwitzige „interne" Backstage-Kostümshow vor fünf Jahren.
Apropos Backstage: Wenn quasi das „Who is Who“ der Szene an Künstlern und DJs so geballt aufeinander trifft, wie ist denn da die Stimmung hinter den Kulissen? Gibt’s da irgendwelches „Balzverhalten“ oder „Stutenbissigkeit“?
Mitnichten. Es herrscht eine absolut familiäre Atmosphäre, man kennt sich ja schließlich seit Jahrzehnten und hat quasi gemeinsam zur Entwicklung der Soulgemeinde beigetragen. Das schweißt zusammen.
Und wie lauten die Pläne für die kommenden Jahre Soulweekender?
Nächstes Jahr sollen mit Ted Massey und Arthur zwei der einflussreichsten DJs aller Zeiten verpflichtet werden. Aber jetzt erst einmal dieses Wochenende genießen.
Gutes Schlusswort, da schließt curt sich definitiv an. Vielen Dank Osi, viel Spaß und viel Erfolg.
[Interview: tg]
DER SOULWEEKENDER IM K4. FREITAG & SAMSTAG, 4. & 5.12.
curt verlost Tickets. Einfach diesem Link >> folgen und für die Veranstaltung vormerken. (Wir benachrichtigen die Gewinner per E-Mail)
Außerdem:
www.raresoul.net >>
Link >> zu Osi's Vortrag vom 30.04.2007 im K4/Nürnberg im Rahmen der Ausstellung "Das Runde muss ins Eckige - LP Coverart"
RAKLOS | 04.12.2009 | 18:58 dito |
KAREL | 03.12.2009 | 16:16 Ich freu mich schon, wie ein kleiner Scooter-Boy. Vollgas in den Soul-Himmel. |
MANWHAT | 03.12.2009 | 15:32 jetzt noch 'ne kleine tracklist zum reinhören und die sache mutiert zur soul-week |
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