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Platte des Monat: Savoy Grand - Accident Book |
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Donnerstag, 3. Dezember 2009 |
Stell dir vor du befindest dich im Auge eines Orkans und bleibst trotz der Gefahr um dich herum völlig gelassen - so in der Art f ühlt es sich an beim Hören von Savoy Grand, die sich nach einer gefühlten Ewigkeit...
... mit ihrem viert en Album „Accident Book“ zurückmelden, um wieder mit geballter Ruhe gegen die Unwägbarkeiten der Außenwelt anzugehen.
Savoy Grand sind seit jeher nicht bekannt dafür, sich mit Tobsucht zu bekleckern, doch in den letzten Jahren ist es zeitweise schon so still um sie geworden, dass sich die Fans ernsthafte Sorgen um den Fortbesta nd der Band aus Nottingham machen mussten. Doch nun gibt es Entwarnung und „ Accident Book“ macht mit „A Good Walk Spoiled“ gleich zu Beginn da weiter, wo der grandiose Vorgänger „People And What They Want“ aufgehört hat und vereint alle Trade marks, die Savoy Grand so einzigartig machen: Akkorde sorgsam zerlegt in jede einzeln klingende Gitarrensaite, wehmütige Bläserklänge und natürlich die sehnsuchtsvolle Stimme von Graham Langley.
„Cars pull up all day long to a house that's full of strangers, they all came to say goodbye to someone that never changes“, singt er im fantastischen „Fourcandles“ in dem sich die Toms gegen Ende, zumindest für die Verhältnisse der Band, in einen regelrechten Rausch spielen. Doch bei aller Melancholie, die diese Musik transportiert, ist sie doch immer irgendwie das Gegenteil von Trübsal, eher ein Innehalten und sich Neusammeln, um danach wieder mit ganzer Kraft voranzuschreiten. “ Everything you can see here is real, the best you can hope for, the best you feel ”, heißt es etwa in “The Doctor's Teeth”. Ein Song, der ganz klassisches Savoy Grand-Material darstellt, wie eine von zu viel Epik befreite Version von Talk Talk, bei der sekundenlange Pausen auf sorgfältig gedrosselte Passagen folgen.
Und bevor das „Accident Book “ dann gege n Ende doch gelegentlich einzuschlummern droht, wird man noch einmal vom Aufnahmerauschen des betörenden Schlusspunktes „The Plan“ in Wachhypnose versetzt. Diese Musik kann Heilung für Menschen sein, die nach einem Gegenpol zur beschleunigten Alltagswelt suchen.
Text: Dominik Waßerloos
www.myspace.com/savoygrand
www.glitterhouse.com
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