"Herr Krömer kommt nach Nürnberg und wir würden es nett finden, wenn curt & kurt zusammenarbeiten würden. Allein schon wegen der Namen." - "Mein, Herr, wir werden nicht gerne auf unseren extrem coolen Namen reduziert.
Hinter dem Namen verbergen sich Menschen. Echte Menschen aus Fleisch und Blut. Mit Gefühlen und Herzen am rechten Fleck!", wollte ich erwidern. Stattdessen säuselte ich: "Hach, das passt ja wirklich super! Diese Gemeinsamkeit sollte man keinesfalls ungenützt lassen!" Ergebnis: Ein Interview wie eine Liebeserklärung.
CURT: Sehr geehrter Herr Krömer, Sie haben mal eine Ausbildung zum Herrenausstatter angefangen und abgebrochen. Wurden Sie damals traumatisiert?
KURT: Ich habe das ein Jahr lang gemacht, diesen Beruf unheimlich geliebt und habe das modische Geschick von damals in die Jetzt-Zeit mitgenommen.
Sie sehen wieder ziemlich erholt aus. Die Jahre nach „Schmidteinander“ scheinen ja ein wahrer Jungbrunnen gewesen zu sein. Und es läuft gut für Sie. Hätten Sie gedacht, dass Sie als Solist ohne Schmidt so viel Erfolg haben würden?
Interessant zu sehen, dass es Leute im Show-Biz gibt, die noch schlechter vorbereitet sind als ich. Die zehn Jahre mit Schmidteinander damals im WDR waren sehr schön und haben mir sehr viel Spaß gemacht. Die Trennung danach war sehr traurig und ich habe lange Jahre gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, dass ich jetzt Solist bin. Ich habe ja jetzt sehr großen Erfolg mit Reisereportagen und bin jetzt gerade in der Jedermann-Theateraufführung zu sehen und im Kölner Dom als der Frosch. Gut, ich müsste jetzt noch in der Vita von Herbert Feuerstein weiter gucken, aber ich glaube als Antwort müsste das jetzt hier genügen.
Pocher ist weg. Wann sitzen Sie wieder neben Schmidt, auch wenn Sie neben ihm immer ziemlich alt aussehen?
Ja, die Fragen werden irgendwie nicht besser. Ich habe damals gemerkt, dass ich, als Manuel Andrack auch da war, nicht so gut in die Sendung gepasst habe. Deswegen werde ich jetzt in „Anführungszeichen“ die Redaktion Schmidt weiterführen.
Im Ernst, was halten Sie von Ihren Kollegen? Gibt es welche, bei denen Sie Schenkel klopfen?
Für mich, der in der Welt der Fantasie lebt, eine völlig neue Information, dass es außer mir noch andere Comedians auf dieser Welt gibt.
Wenn Sie privat feiern gehen, was passiert dann? Wildes Abraven? Gediegenes Cocktailschlürfen? Exzessive Bordellbesuche? Verben konjugieren?
Ich gehe seit 20 Jahren nicht mehr vor die Tür, sitze gerne im Abendmantel mit einer kubanischen Zigarre vor meinem Kamin und lese Thomas Mann.
Man nennt Sie auch „Wann gewinnen Sie endlich den Adolf-Grimme-Preis?“ Was fällt Ihnen dazu ein?
Ich nehme mal an, dass ich den Adolf-Grimme-Preis irgendwann bekomme. Wahrscheinlich dann mit 80 Jahren für die Person, die am häufigsten für den Adolf-Grimme-Preis nominiert war.
Welche Musik bevorzugen Sie zuhause bei einer Flasche Bier?
Ich trinke keinen Alkohol, nur Futschi.
Kollege Dieter Nuhr hat einmal über die Toiletten im Nürnberger Hauptbahnhof geschimpft. Könnten Sie sich vorstellen, weg vom seriösen Unterhalter und geselligen Gastgeber mit solchem Fäkalhumor Quote zu machen?
Sehr schön zu sehen, wie sie sich hier immer mehr und mehr in die Scheiße reiten. Dieter Nuhr und Fäkalhumor. Alles klar, dann bin ich ja anscheinend der Günter Grass der Comedyszene.
Was machen Sie mit den ganzen Geschenken, die Sie in Ihren Shows einheimsen? Ebay?
In meinem Schloss in Potsdam gibt es mehrere Hallen, wo die ganzen Geschenke aufgereiht sind. Und abends vorm Schlafengehen wandere ich nochmal die Hallen ab und verabschiede mich mit einem Küsschen von meinen Geschenken.
Wenn Sie kein Comedian wären, was wären Sie dann - beruflich gesehen, aber auch metaphorisch?
Dann wäre ich AOK Sachbearbeiter in Brandenburg. Was mir fehlt, ist ein geregelter Tagesablauf.
Wenn Sie sich in ein Tier morphen dürften, welches Tier wäre das?
Was ist das denn für ´ne Frage? Hast du Crack geraucht??
Trinken Sie auch kalte Getränke?
Nein, alles nur heiß. Heiße Cola, heißen Orangensaft, heiße Milch mit Honig.
Bei uns gibt es den Spruch „Gleich fällt der Watschenbaum!“. Oder auch „Gleich hat Dein Arsch Kirmes!“. Können
Sie mit ähnlich coolen Drohungen aufwarten?
Jetzt ist gleich Schicht im Schacht, du Pissflitsche.
Bitte ergänzen Sie diesen Satz, gerne auf höchstem Niveau: Dass ich auf dem Cover des curt Magazins abgebildet bin …
… verändert mein Leben. Ich bin in einer neuen Liga. Man merkt das an den intellektuell-ausgefeilten Fragen.
Ich hatte beim Verfassen dieser Fragen keine Unterhose an. Schockiert Sie das?
Du hättest bei dem Interview auch eine Unterhose überm Kopf tragen können. Das interessiert mich nicht.
Herr Krömer, Danke für diesen Seelenstriptease.
[M. Joppke]
Kurt Krömer. Am 18. November im Opernhaus Nürnberg.
Kleiner Vorgeschmack: hier.
Infos auch unter www.kurtkroemer.de
Ticketverlosung hier.
HUTZLINGER | 19.11.2009 | 14:49 höchst doppeldeutiges Interview. |
SIMONEE | 17.11.2009 | 10:23 ich hab ne karte, ich hab ne karte juchuuuu :) |
IGOTYABOOTYMAN | 13.11.2009 | 10:19 nja, die alten sachen sind shcon ganz schnieke! die neuen kenn ich nich so, aber du hast recht, dieses "pissflitzsche" und so, ist wirklcih nicht so der burner! |
LITTI | 13.11.2009 | 09:19 hab gestern in der ard die krömer_show gesehen und fands recht mittelmäßig. hoffe erbringt sich wieder in form bis nächste woche... |
MADONNA | 13.11.2009 | 09:09 "The sexiest Witznummer alive" |
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