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Platte des Monats: Royal Bangs "Let It Beep" |
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Mittwoch, 11. November 2009 |
Knoxville, Tennessee, da denkt man als Kulturbanause und von der Werbung verblödeter Europäer im ersten Schritt wohl zuallererst mal an Whiskey und da es hier um Musik geht im zweiten Schritt dann an die entsprechende Musik dazu:
Country, Folk, irgend sowas, aber weit gefehlt, denn Royal Bangs klingen so gar nicht nach Südstaaten und holen den Indierock da ab, wo ihn Broken Social Scene im Regen stehen haben lassen - oder war es genau umgekehrt?
Eher letzteres, denn während das kanadische Kollektiv um Kevin Drew & Co. zuletzt dann doch eher harmonischere Töne angeschlagen hat und einen warmen Indiepop-Sound wie einen Regenschirm über ihre Songs gespannt hat, gehen Royal Bangs nicht ganz so zimperlich mit ihren Stücken um. Da rauscht und scheppert es gewaltig und wenn man das Quintett auffordert doch nochmal über die Oberflächen zu gehen, dann tun sie das höchstens mit der Kreissäge. Was beide Bands aber eint, ist ein manchmal fast schon zu überbordender Ideenreichtum, der sich in einem wilden Stilmix und einem beeindruckenden, nie langweilig werdenden Songwriting äußert.
Mit „My Car Is Haunted” haben sie einen Disco-Stampfer geboren, der alle mitnimmt, die nach Gang Of Four und !!! (Chk Chk Chk) noch nicht genug Schweiß auf der Tanzfläche gelassen haben. Wer jetzt aber denkt, dass Kuhglocken und Discopunk das Hauptanliegen von Royal Bangs sind, der hat sich getäuscht, denn auf „Let It Beep“ ist kein Song wie der andere und der Soundkosmos insgesamt mindestens so breit gefächert wie das Cover-Artwork im Mosaik-Style bunt ist.
Mit dem Opener „War Bells“ groovt sich das Album langsam ein und dann kommt schon der erste Übersong: „Poison Control“ besitzt ein stoisch-galoppierendes Schlagzeug, ein paar markante Gitarrenriffs, das Keyboard steuert eine Turbopop-Melodie bei und der Bass bläst den eh schon leicht kratzbürstigen Sound zusätzlich auf, während Ryan Schaefer die Hymne wahlweise mit seinem Gesang trägt oder dagegen anschreit. Ein gar nicht so komplexer Hit mit dem Potential all das elektronische 0815-Geballer und die müde gewordenen Postpunk-Ikonen von der Tanzfläche zu vertreiben.
Es folgt das bereits erwähnte „My Car Is Haunted“ und dann kommt mit „Brainbow“ ein völlig verschallertes Irgendwas, das mehr Haken schlägt, als ein Feldhase auf der Flucht. Weiter geht es mit Anleihen aus TripHop, Synthie-Pop, Noise und und und. Die Liste ließe sich noch ewig fortsetzen. Ein Höhepunkt jagt hier den nächsten und wenn es Royal Bangs jetzt noch schaffen ihr Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom etwas mehr zu kanalisieren, werden sie in ein paar Jahren aus der Indie-Szene nicht mehr wegzudenken sein.
Text: Sebastian Gloser
P.S. live sollen Royal Bangs sogar noch besser sein, also hin da!
25.11. Nürnberg, MUZclub
27.11. Offenbach, Hafen 2
28.11. München, On3 Radio Festival
29.11. Wien, B72
30.11. Berlin, Westgermany
01.12. Köln, Gebäude 9
www.myspace.com/royalbangs
www.cityslang.com
GLOSOLI | 24.11.2009 | 17:34 eine berechtigte Frage, die ich hiermit an curt und an die muz weitergebe. hättest du allerdings in den sellfish-Kalender geschaut, wüsstest du, dass das unser Tipp des Monats ist ;) >> Klick mich << |
HUTZLINGER | 23.11.2009 | 17:29 und wieso steht der gig in der Muz nich im Kalender? schlamperei! ich merk mir den schrott immer gern vor.... |
LITTI | 19.11.2009 | 12:13 ist behoben. ein sagen wir mal "typischer" litti..;-). danke fürs aufpassen! |
GLOSOLI | 19.11.2009 | 10:46 da hat einer aufgepasst! :)
wird hoffentlich bald behoben... danke. |
SPINNINGB | 18.11.2009 | 18:29 ups... Royal Bangs sollte es doch auch in der Überschrift heißen? Oder wolltet ihr damit auf alle "Royal Banks" anspielen? |
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