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MUSIK

I say Ebony, you say Bones!
Dienstag, 18. August 2009
Dank des hervorragenden Wetters strömten die Massen am vergangenen Wochenende zur neunten Ausgabe des Brückenfestivals zu den Pegnitzauen. Mitten im Strudel: Unsere Musikredaktion.

Der Freitagabend
Aufgrund einiger Arbeits-Überstunden bin ich leider erst gegen 21 Uhr, also gerade rechtzeitig zu The Audience, unter der Brücke angekommen. Die fünf Lokalmatadore haben wie gewohnt äußerst gekonnt abgeliefert und für beste Tanzstimmung bis in die hintersten Reihen gesorgt. Vor der Bühne konnte man sich als Normalo zwischen den Pogo-Punks kaum aufrecht halten. Aber Hauptsache, allen hats Spaß gemacht und das tat es wirklich. Optisch unterstützt wurde die Show durch eine ziemliche aufwändige und schöne Dekoration. Die Brückenpfeiler wurden mit Beamern angestrahlt und auf der Bühne hatte man alte Retro-Fernsehgeräte aufgestellt, die abwechselnd Live-Kameraufnahmen und grafische Animationen zeigten.

In der Umbau-Pause sammelten sich die Massen dann vor der Poetry-Slam-Bühne oder an den zahlreichen Essens- und Getränkebuden. Für ein Crepes stand man doch tatsächlich eine halbe Stunde an, aber beim ersten Bissen war das schon wieder fast vergessen.

Um kurz vor 11 hieß es dann: möglichst gute Plätze erkämpfen, denn bei Ebony Bones aus UK gings dann drängeleimäßig richtig zur Sache. Kein Wunder. Bei dieser überaus bunten und lebhaften Bühnenshow wollte jeder vorne mit dabei sein. Mit ihren sehr extravaganten Outfits begeisterte die international besetzte Band schon auf den ersten Blick und die musikalische Mischung aus Electro-, Punk- und Soul-Elementen heizte ordentlich ein. Auch das tanzwütige Publikum wurde mit einbezogen und Ebony Thomas (so der bürgerliche Name der Front-Frau) dirigierte die Menge in sämtliche Himmelsrichtungen: "To the right, to the left, to the front, to the back!". Wirklich eine spitzenmäßige Entertainerin mit jeder Menge Talent und sympathisch britischem Rüpel-Charme.
Chrissl

Der Samstag
Dank des auch im Vergleich zum Freitag noch immer besser werdenden Wetters versammelten sich bereits zur Fürther Künstlerin Interference.here.de zahlreiche Zuhörer unter der schattenspendenden Brücke und lauschten verzückt dem deutschsprachigen Songwriter-Pop der gerade einmal 19jährigen jungen Sängerin. Die begleitete ihr Goldkehlchen (schätzungsweise ungewollt, aber gekonnt) ganz in Sting-Manier mit Daumenpickings auf der Gitarre und stellte durchaus unter Beweis, dass sie von Thees Uhlmann einst zum besten Zündfunk-Montagsdemo aller Zeiten gekührt wurde. Ganz erstaunlich, dass bereits der erste Act des Tages zur Zugabe zurück auf die Bühne durfte.

Ebenso die Weißenburg-Nürnberg-Formation Sutcliffe, die mit ihrer Mischung aus laszivem Backbeat und herrlich entpannten Gitarren- und Akkordeonlicks die wetterbedingte Stimmung im Publikum auf den Punkt trafen. Bassist Joe B. Good schaute dabei derart entspannt drein, dass man meinte, er würde zeitgleich zum Konzert mit einem alten Cadillac über die unendliche Route 66 brettern. Instrumentales Kopfkino eben. Und ganz zu Recht mit tosendem Applaus bedacht.

Dann lichteten sich die Reihen. Einerseits ob Umbaupause, andererseits, weil mit den schwedischen Siena Root ein hippieskes Donnerwetter auf dem Programm stand, mit dem nicht jeder etwas anzufangen wusste. Also lieber noch ne Caipi ziehen und ab auf die Wiese... Derweil versammelten sich vor der Bühne ein paar Handvoll langbärtige Altrocker und schauten ergriffen dem zu, was dargeboten wurde. Und das war vor allem viel zu laut. Nach drei Nummern instrumentaler Retrospektive gen Woodstock & Co (sehr klischeehaft, aber zutreffend) kam eine Gastsängerin hinzu und sorgte wenigstens für einen Hauch von Soul. Der Rest wäre prima auf dem Burg Herzberg Festival aufgehoben gewesen. Hier und jetzt passte er gar nicht.

Das änderte sich mit den darauffolgenden, ebenfalls aus Schweden stammenden, Deltahead nur wenig. Zwei schrille, weiß geschminkte Typen, die sich mit ihrer Mischung aus Punk und Blues betont experimentell gaben und damit wohl hypnotisch wirken wollten. Hmm.

Erst mit der frankophilen Kaktus Groove Band kam wieder Stimmung auf. Die Mischung aus HipHop, Jazz und Brass steckte das Publikum an und vor allem der Sousaphonist der Band sorgte mit seinen durch sein Instrument geblasenen Scratcheinlagen für Begeisterung. Schön auch mal wieder französische Raps zu hören. Dieses legendäre Konzert von Alliance Ethnik damals im Hirsch ist doch schon eine ganze Weile her...
dl

Der Samstags-Headliner
Zum Abschluss des Abends betraten The Jai-Alai-Savant ganz in weiß die Bühne und starteten sofort durch. Die musikalische Mischung reichte von Reggae bis Hardcore, von Geschrei und Rap bis Gesang. Eine sehr abwechslungsreiche und ausgereifte Performance. Genauso wie der Stil der Band, differierte die Auffassung des Publikums. Ein Großteil schwitzte in der Menge vor der Bühne und tanzte bis zur Erschöpfung. Der Rest saß eher wenig berührt auf der Wiese, was wohl auch an den "anstrengenden" zweiTagen lag, die schön langsam ihren Ausklang fanden. Nach dem Konzert ließ es sich Sänger Ralph Darden nicht nehmen, seine DJ-Künste gelungen in der Desi unter Beweis zu stellen.

Alles in allem ein super organisiertes Brückenfestival mit einem top Line-Up, netten Menschen und zum Glück ohne Regen.
Chrissl


p.s.: Unsere Bildergalerie zum Brückenfestival findet ihr HIER.



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Kommentare (1)

LAMPE | 18.08.2009 | 23:55
2010 bin ich dabei mit meiner Band The Kohl-E-Brees!



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