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Filmriss: Fantasy Filmfest |
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Montag, 17. August 2009 |
„Vorsicht, nicht anfassen!“, mit diesen Worten begrüßt uns das Programmheft des diesjährigen Fantasy Filmfests. Wir fügen ein „Aber bitte unbedingt angucken!“ hinzu.
Zwischen nahe liegenden Themen wie Vampiren, Zombies und grotesken Horrorgeschichten bietet das Fantasy Filmfest auch Kost, die man vielleicht gar nicht erwarten würde. Beispiele gefällig? In den letzten Jahren liefen hier - teilweise als Premiere - Filme wie „Oldboy“, „Infernal Affairs“, „Saw“ oder „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Aber natürlich auch haufenweise groteske, schwarzhumorige, blutige und sogar herzerwärmende Filme aus aller Welt. Auch dieses Jahr ist das Cinecitta eine Woche lang Schauplatz des etablierten Filmfestivals, das bereits zum dreiundzwanzigsten Mal stattfindet.
Gezeigt werden knapp siebzig Filme. In diesem Jahr übrigens in Kino 2 und 3 des Multiplexkinos. Am Donnerstag, den 23. August startet das Festival um 20 Uhr mit dem Eröffnungsfilm Carriers (27.8., 20 Uhr). Das prominent besetzte Regiedebüt der Pastor-Brüder wird als Weltpremiere aufgeführt. Ein postapokalyptischer Roadmoviealbtraum mit Chris Pine (Star Trek) und Lou Taylor Pucci (The Informers).
Klassische Werbung gibt es beim Fantasy Filmfest übrigens nicht. Höchstens mal ein paar Trailer. Darum lieber zu früh, als zu spät auftauchen. Alle Filme werden in Originalsprache gezeigt. Alle nichtenglischsprachigen Filme auch mit Untertiteln. Die Auswahl ist groß. Horror-Fans kommen genauso auf Ihre Kosten wie Mainstreamgucker und Arthouseliebhaber. Mit Deliver Us From Evil meldet sich dieses Jahr der dänische Regisseur Ole Bornedal (Nightwatch, Just Another Lovestory) zurück, der in düsteren Bildern an das grimmige Kino der 70er erinnert.
Weitere Highlights der Curt/Sellfish-Redaktion. Thirst (28.8., 21:15 Uhr) - der neue Film von Regiemeister Park Chan-Wook. Dem Mann, der uns bereits mit „Oldboy“ in seinen Bann zog, und vor drei Jahren mit „I’m A Cyborg, But That`s Okay“ einen der schönsten Liebesfilme der letzten Jahre gedreht hat. Dieser Mann wagt sich nun ans Thema Vampirfilm. Und selbst, wenn uns das Sujet nicht so liegt. Man kann davon ausgehen, dass wir auch nach diesem Film wieder begeistert das Kino verlassen werden. Die Cannes-Jury war auf jeden Fall derart angetan, dass sie Chan-Wooks neues Werk mit dem Jury-Preis veredelte.
Auch Moon (28.8., 19 Uhr) reist mit mächtig Vorschusslorbeeren im Gepäck an. Das Regiedebüt von Duncan Jones, dem Sohn von David Bowie, droht mal eben den Science-Fiction-Film zu entstauben. In der Hauptrolle ist Sam Rockwell („Frost/Nixon“) zu sehen. Kevin Spacey gab für das Weltraumdrama immerhin seine Stimme her. Der Film lief auf den wichtigsten Indie-Festivals bis hin zum Sundance und bekam für seine „2001“-Hommage fast nur gute Kritiken. Oder wie der New York Observer schrieb: „Might just blow your mind.“
Ein bisschen Spaß muss auch sein. Und den holen wir uns mit dem vierten Teil der Final-Destination-Reihe (30.8., 21:30 Uhr). Der in Nürnberg (im Gegensatz zu manch anderen Festival-Städten) auch stilecht in 3D gezeigt wird. Die Story ist ja bekannt. Eine Gruppe Teenager springt dem Tod grade noch mal von der Schippe. Was der natürlich so nicht durchgehen lassen kann. Und fortan nichts unversucht lässt die Kids doch noch zu sich zu holen.
Einen starken Psychothriller gibt es mit dem belgischen Loft (29.8., 15 Uhr). „Alzheimer Case“-Regisseur Erik van Looy spielt fünf WG-Bewohner gegeneinander aus. Mit Irrungen und Wendungen, dreckigen Geheimnissen und sexuellen Eskapaden. Und natürlich einer Leiche. Eine komplexe Mordgeschichte.
Ein paar wenige Filme werden im Lauf der Woche wiederholt. Ansonsten gilt: Jeder Film läuft nur einmal, den Timetable findet ihr auf der Festival-Website. Da könnt ihr euch über unsere Empfehlungen hinaus auch noch ein wenig einlesen. Immerhin läuft auch der neue Jackie-Chan-Streifen, die Fortsetzungen von „Cabin Fever“, „OSS 117“, „In 3 Tagen bist du tot“ und „Cold Prey“ sowie Dario Argentos neuer „Giallo“.
Drei Besonderheiten gibt es in diesem Jahr: Am Samstag um 13 Uhr wird mit Push ein Superhelden-Film von „Lucky Number Slevin“-Regisseur Paul McGuigan gezeigt. Und zwar umsonst. Die Karten dafür müssen bereits im Vorfeld an den Kinokassen abgeholt werden. Am Donnerstag um 19.15 Uhr wird eine Sneak Preview gezeigt. Dabei handelt es sich vermutlich um einen Film, der auf einem anderen Festival seine Weltpremiere feiern soll, und vorher offiziell nicht gezeigt werden dürfte. Und danach, zeitgleich zum Abschlussfilm OSS 117 - Lost in Rio (3.9., 21:30 Uhr) gibt es das XXX-treme-Triple-Feature. Drei Filme zum Preis von zwei. Das ist dann wirklich nur noch für die, die auch nach sieben Tagen Kino keine Ermüdungserscheinungen vorweisen können.
[Text: Sebastian Zapf, Fotos: Pressefreigaben]
www.fantasyfilmfest.com
www.cinecitta.de
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