Gehört: We Stood Like Kings – USA 1982

Die Cineasten aus Brüssel schlagen wieder zu. Nach Berlin 1927, USSR 1926 folgt mit USA 1982 zum dritten Mal die musikalische Auseinandersetzung mit einem Klassiker des Filmgenre Stummfilm. Diesmal haben sich We Stood Like Kings mit dem amerikanischen Experimentalfilm Koyaanisqatsi des Regisseurs Godfrey Reggio auseinandergesetzt.

Besonders herausfordernd bei diesem Projekt ist die Tatsache, dass der Film im Original von Philip Glass, einem der wichtigsten Vertreter der Minimal Music, vertont wurde und damit schon einen sehr prägenden Soundtrack besitzt.

Die Idee von We Stood Like Kings ist, dass sie zu den jeweiligen Bildern neue Musik schreiben, quasi ihren eigenen Soundtrack entwerfen. Entstanden ist ein ausuferndes Neoclassic und Post Rock Epos, der sich über die Länge von zwei CDs erstreckt. Der Film entwirft eine apokalyptische Vision vom der Kollision des immer schnelleren technischen Fortschritts mit den Bedürfnissen von Mensch, Natur und Umwelt. Die Musik auf USA 1982 steht dieser Dramatik in nichts nach. Das Klavier von Judith Hoorens übernimmt eine tragende Rolle. Von leichten Melodien bis hin zu zementschweren Tontrauben deckt sie ein weites Spektrum ab, welches akzentuiert und effektvoll von den dem klassischen Rocktrio aus Gitarre, Bass und Schlagzeug unterstützt wird. Chopin trifft auf Pink Floyd und Explosions In The Sky.

Den Belgiern gelingt es auch auf diesem Album Songs zu schreiben, die komplett funktioniert ohne dass der Hörer die Bilder vor Augen hat. Viel eher entsteht im Kopf eigene Assoziationen zu den Klängen. Was quasi einer Verdopplung des Hör- und Seherlebnis gleichkommt.

We Stood Like Kings – USA 1982 // Kapitän Platte / Cargo Records VÖ: 22.09.2017
We Stood Like Kings > Homepage

Foto: Emilie Larcier


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