Vita & Virginia – ein Theaterstück von Eileen Atkins

Ein Abend, der in eine vergangene Zeit entführt und dabei durch seine Aktualität verblüfft

Kaum ist das Klirren der Sektgläser der vielen Neujahresfeiern in der kalten Januarluft verhallt, startet das Mathilde Westend, Münchens vielleicht kleinste Theaterbühne, mit einer neuen Produktion ins Jahr 2017.

Im Mittelpunkt des Stücks „Vita & Virginia“ steht die tiefe Freundschaft und innige Beziehung zweier selbstbewusster Frauen, die mit den geltenden Konventionen ihrer Zeit nur wenig anfangen konnten. Vita Sackville-West und Virginia Woolf gehörten Anfang des 20. Jahrhunderts der Bloomsbury Group an, einer Gruppe englischer Künstlerinnen und Künstler, die bedeutsamen Einfluss auf Englands kulturelle Modernisierung hatte.

Theresa Hanich und Julia Loibl bringen nun die Worte aus hunderten Seiten von Briefen und Tagebucheinträgen in einer verdichtet Textversion auf die Bühne ihres Theaters in der Gollierstraße. Zwischen den Proben für die Premiere am 12. Januar gaben die beiden Schauspielerinnen curt einen kurzen Einblick, was an den beiden Künstlerinnen so faszinierend ist.

Auch eure neue Produktion widmet sich dem Leben und Werk von außergewöhnlichen Frauen.
Nach unserer letzten Produktion „Tage des Schreckens, der Verzweiflung und der Weltverbesserung“ stand für uns beide fest, dass wir bald ein neues gemeinsames Projekt starten wollen. Unsere Affinität zu Schriftstellerinnen zeigte sich erneut und so entdeckten wir die interessante Beziehung zwischen Vita Sackville-West und Virginia Woolf, die sich im Laufe ihres Lebens mehr als 700 Briefe schrieben. Die Unterschiedlichkeit, Intelligenz, Genialität, das moderne Denken, Offenheit, Emotionalität – all das fasziniert uns an diesen besonderen Frauen.

Die literarische Basis bilden Briefe und Tagebüchern, fehlt euch hier nicht das spielerische Element?
Als wir das Stück „Vita&Virginia“ zum ersten Mal lasen, wussten wir schnell, das passt zu uns, das gehört ins Mathilde Westend. Das Vorhaben, eine Lesung zu produzieren, wurde kurzerhand über Bord geworfen, denn es war klar: Diese Briefe wollen wir nicht lesen, sondern spielen.

Worin liegt für euch die besondere Faszination an diesen Charakteren?
In unserer Textfassung war uns vor allem wichtig, die Fortschrittlichkeit der beiden Frauen und ihre Offenheit anderen Kulturen gegenüber herauszuarbeiten. Die Basis unseres Stücks ist jedoch die tiefe und innige Beziehung dieser zwei unterschiedlichen Frauen. Die gegenseitige künstlerische Inspiration ging so weit, dass Virginia Woolf Vita Sackville-West in die Gestalt des „Orlando“ projizierte und damit eines ihrer erfolgreichsten Bücher schuf.

Diesmal habt ihr euch ein wenig Unterstützung für die Produktion des Stücks geholt.
Wir sind froh, die Schauspielerin Elke Heinrich gefunden zu haben, die uns in der Umsetzung und Inszenierung des Stücks unterstützt. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist eine feine Erzählung weiblicher Liebe und nicht zuletzt die der politischen Situation Europas. Lustvoll erlebbar ist das Hin und Her, das zwischen hoher Literatur, purer Menschlichkeit und profanem Begehren mäandert. Zwei spannende, witzige und sinnliche Frauen prallen hier in ihrer Verschiedenheit aufeinander.


Bislang stehen folgende Termine für Januar auf dem Plan: 12., 14., 17., 19., 27., 28. & 31. Januar 2017 jeweils 20 Uhr // Karten: 22 Euro (15 Euro ermäßigt nur für Schüler und Studenten) // Reservierungen unter: mathilde.westend@gmx.de // Weitere Infos: mathilde-westend.de

 


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