Im Gespräch: Tomek Zapart von SubstanzFm

Das Substanz startete 2009 sein eigenes Webradio: SubstanzFM. Es bietet nicht nur Künstlern, DJs und Bands eine Plattform, sondern auch Leuten, die Lust auf Radiomachen haben. Tomek Zapart ist seit vielen Jahren mit Herzblut dabei und gestaltet u.a. die Sendung Der Untermieter auf SubstanFM. Wir haben den Moderator ein paar Fragen in Sachen Herzensangelegenheiten gefragt.

{Herzblut}
Warum fließt dein Herzblut gerade in dieses Ehrenamt?
Das Geheimnis hinter dem Radiozauber ist wahrscheinlich, dass ich hier meine Passion für Musik, München, die Kunst und das Reden an sich in einem Paket ausleben kann.

{Herzschlag}
Wie oft schlägt dein Herz für das Projekt?
Das ist eine Frage, die ich mir manchmal lieber nicht stellen möchte. Seit 2009 hat sich so viel im Radio geändert, dass ich mittlerweile nicht nur die beiden Sendungen „Der Untermieter“ und „Bitklub“ vorbereite und moderiere, sondern mich auch um die gesamte PC- und Audio-Technik kümmere. Dass heißt, dass ich eigentlich jeden Tag in irgendeiner Form mit SubstanzFM zu tun habe. Da wird aus dem Herzschlagen schon mal ein Herzrasen.

{Herzensmensch}
Geht es dir ums Karma und darum, ein besserer Mensch zu sein?
Karma ist ein Modewort, dass mir einerseits zu trendy und andererseits zu stark religiös konnotiert ist. Ein Kosten-Nutzen-Kalkül im Hinblick auf die Verbesserung meiner Werte irgendwo im Jenseits ist mir dementsprechend fremd. Emotional spielt sicher die besondere Bindung zur Stadt und zum Club eine Rolle. Es sind einfach Menschen dabei, die einen ähnlichen subkulturellen Flow haben und das Ganze damit zu einem Projekt machen, bei dem man dabei sein möchte.

{Herzrasen}
Welche Momente lassen dein Herz höher
schlagen? Bei insgesamt 500 Sendungen fällt es einem ganz schön schwer, die Top-3-Highlights rauszufiltern. Ohne mich hinter diplomatischer Etikette verstecken zu wollen, kann ich eigentlich sagen, dass jede Sendung ein besonderes Erlebnis ist.

{Herzschmerz}
Welche Momente lassen dein Herz bluten?
Davon gab es zum Glück nicht allzu viele. Im Speziellen gab es einen Moment, der besonders wehgetan hat. Wir machten unser erstes englischsprachiges Interview mit einer Punk-Band aus Skandinavien. Wie immer versprachen wir unseren Gästen, das Interview als MP3-Podcast zuzuschicken. Doch dann stellte ich fest, dass zum ersten Mal seit 2009 der Mitschnitt nicht geklappt hatte. Das war mehr als ärgerlich!


{Herzinfarkt}
Wolltest du schon mal alles hinschmeißen?
Ich denke, dass das Hinschmeißen im Non-Profit-Bereich deswegen vielen so leicht fällt, weil sie nicht in der Kosten-Nutzen-Klemme stecken und ein spontaner Projektabbruch keine materiellen Konsequenzen nach sich zieht. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuschmeißen, aber ich weiß, dass ich damit den kleinen Kern im Stich lassen würde. Außerdem gilt auch hier der Satz: Je länger man dabei ist, desto schwieriger wird es loszulassen.

{Herzenswunsch}
Wer sich berufen fühlt, seine Freizeit der Subkultur Münchens zu spenden, der ist bei SubstanzFM herzlich willkommen. Daneben bieten wir jungen Menschen die Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums das Radiomachen kennenzulernen. Zudem können uns alle Bands aus München und Umgebung eine Demo zukommen lassen. Der Sound unserer Stadt hat einen festen Platz in unserer täglichen Rotation.


Substanz FM >> Homepage

Dieses Interview ist in der curt Ausgabe #80 erschienen >> e-paper im Rahmen der gemeinsamen Kampagne Herzblut mit Radio München.

Hier geht’s zur multimedialen Reportage. Eine gemeinsame und offene Aktion von gegen Kleinmeierei und Konkurrenz! Foto: Johannes Mairhofer

 


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