19. Juni
curt präsentiert: Spoon @ Technikum

VERLOSUNG // Als Donald Trump im vergangenen Jahr kurz nach dem Brexit-Referendum Schottland besuchte, tweetete er begeistert, wie die Schotten „ihr Land zurückeroberten“. Nicht gewusst hatte er jedoch, dass Schottland zu 61 Prozent gegen den Brexit gestimmt hatte. Dieser Ahnungslosigkeit begegneten die Schotten mit einer Vielzahl von Beleidigungen (hier klicken, um laut zu lachen), der tollste Tweet dabei war:

Diese Beleidigung bedeutet in der Umgangssprache: jemand, dem man weder eine Gabel noch ein Messer anvertrauen würde. Der Band Spoon war dies augenscheinlich bei der Namensgebung nicht bewusst, im Gegenteil. Der Name stammt von einem Lied der deutschen Avantgarde-Band Can. Dem Quartett um Sänger Britt Daniels können nicht nur Messer und Gabeln anvertraut werden, nein, sogar Instrumente. Und was sie auf diesen zaubern, das geht durch Seele, Herz und Tanzbein.

„Hot Thoughts“ heißt die formidable neue Platte des amerikanischen Indie-Staples, erschienen am 17. März 2017. Schon jetzt befindet es sich unter meinen Top-10-Alben des Jahres 2017. Auf „Hot Thoughts“ greifen Spoon in das Territorium von eher elektronischen Indie-Bands wie Radiohead, alt-J oder Django Django, jedoch ohne ihre eigene Identität zu verlieren. Das bringt grandios tanzbare Tracks wie „Can I Sit Next to You“, „WhisperI’lllistentohearit“ oder den Titelsong „Hot Thoughts“ hervor. Diese sind jedoch nicht nur schnell und präzise vom Songwriting, sondern auch mit wunderbar vielen Schichten versehen, die bei jedem Hören neue Dimensionen eröffnen. Und wo wir schon bei Dimensionen sind: Mit dem fabelhaften „Pink Up“ und dem sanften, ausschweifenden Jazz-Stück „Us“ zeigt die texanische Band ein ganz neues Gesicht. Verletzlich und ruhig konnten Spoon schon immer, doch nicht auf diesem Niveau. „Pink Up“ türmt sich – was man heute schon als mutig bezeichnen könnte – nach über zwei Minuten Intro zu einem monumentalen Stück auf, das leicht wütend wiegt wie Wellen im Ozean nach einem Sturm. Auf „Us“ verliert Daniels 4:59 Minuten lang keinen Ton. Stattdessen dominiert Saxophonist-for-hire Ted Taforo mal in wirren Schleifen, mal in bedachten Harmonien mit seinem Blasinstrument.

„Hot Thoughts“ ist ein tolles Album, dem man unbedingt die 40 Minuten Zeit geben und es einfach nur anhören sollte. Doch funktioniert es auch live? Bestimmt. Spoon ist eine brillante Live-Band, die nicht nur von der Energie und außergewöhnlichen Stimme von Daniels profitiert, sondern auch vom Drive und Rhythmus des Schlagzeugers Jim Eno – übrigens mit Daniels das einzig verbleibende Gründungsmitglied der Band. Gemeinsam mit den Multiinstrumentalisten Alex Fischer und Rob Pope kreiert das Quartett eine Bühnenshow, die sich gewaschen hat. Und die unbedingt mitnimmt.

Wir nehmen 2×2 Leute am 19. Juni ins Technikum mit! Einfach Mail mit Betreff „Spoon“ an ichwillgewinnen@curt.de und schon seid ihr im Lostopf dabei. Wir ziehen die Gewinner ein paar Tage vor dem Konzert. Viel Glück!


curt präsentiert: SPOON > Homepage // 19. Juni im Techikum // Einlass 19:00, Beginn 20:00 // VVK 24 Euro zzgl. Geb.


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