10. Mai
curt präsentiert: Sleaford Mods

AUSVERKAUFT! Monoton hämmernde Basslines und Hass-Tiraden im derben East-Midlands-Dialekt: Ein Konzert des Postpunk-HipHop-Duos Sleaford Mods ist nichts für zart besaitete Romantiker. Prollig-poetisch, brachial, verbittert und voller Wut gegen Gott und die Welt. Und das gemeine Proletariat so: BÄM!

Schenkt man Live-Mitschnitten von Sleafort-Mods-Konzerten Glauben, herrscht bei dem Duo aus Nottingham strikte Arbeitsteilung. Während Multiinstrumentalist Andrew Fearn mit Bierflasche in der Hand entspannt zum LoFi-Drum-Machine-Takt wippt und kopfnickt, schleudert Sänger Jason Williamson seine geballte Energie dem Publikum mit Wortgewalt ins Gesicht. Ein Riesenbatzen Enttäuschung, Desillusion, Rage gegen Kapitalismus und Gesellschaft, gegen Scheißjobs, das Leben und überhaupt. Rundumschlag, volle Breitseite, mitten rein. Lass es raus! Höflichkeit und Etikette? Damn it!

„That’s Shit, Try Harder“, möchte der nicht geneigte Hörer möglicherweise aggressiv entgegnen. Indes, genau diesen Namen wählte Jason 2007 als Namen seines neu gegründeten Duos, damals noch mit Instrumentalist Simon Parfrement an seiner Seite. Nomen est – auch bei dem finalen Bandnamen – omen, nannten sich die beiden Briten doch bald Sleaford Mods. Denn: Eben in der britischen Kleinstadt Sleaford lernte Jason die Mod-Kultur kennen und lieben.

Auch wenn die wenigsten die Texte Wort für Wort verstehen werden, die Intention ist glasklar. Jason bringt es bei einem „Spiegel“-Interview auf den Punkt: „In meinen Texten geht es ja nicht konkret um Austeritätspolitik und die Folgen, sie handeln manchmal einfach nur davon, wie scheiße es ist, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Die Vergeblichkeit und die Monotonie eines Lebens in unserer Gesellschaft, damit können sich auch viele Deutsche identifizieren.“

Dem lässt sich nicht viel hinzufügen. Höchstens, dass Sleaford Mods einen neuen Tonträger namens „English Tapas“ mit nach München bringen.

Und das Ende vom Lied? Wer wissen will, ob Andrew Fearn zum Ende des Konzerts betrunken, sein Kollege Jason Williamson nach seinem wort- und vor allen Dingen lautstarken Auftritt endgültig heiser ist, macht bei unserer Verlosung mit. curt verlost 3 x 2 Tickets! Dem Anlass entsprechend, erlaubt unsere ehrenamtliche Glücksfee dieses Mal auch E-Mails in Dialekt: willhaben@curt.de mit Betreff „Sleaford Mods“. Viel Glück!

Unsere Verlosung ist beendet – die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: Sleaford Mods // Support: Mark Wynn & Pisse // 10. Mai // 19.30 Uhr // Freiheiz // AUSVERKAUFT
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About Mirjam Karasek

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Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, Plüsch-Elche, 70er-Jahre-Lampen ... Seit zwei Jahren mischt sie liebend gern bei curt als Online-Redakteurin und Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.

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